Newsletter

Frühling · Monat 3 von 12

März im Garten: Die Saison beginnt, aber nicht überall gleichzeitig

Im März wird gesät, gelockert und vorgezogen, und der häufigste Fehler heißt Ungeduld. Der Boden entscheidet, nicht der Kalender: Wer wartet, bis er abgetrocknet und auf acht Grad erwärmt ist, holt die verlorene Woche in Tagen auf.

Eine Grabegabel lockert ein Beet, daneben blühen Krokusse an der Staudenkante.

Der März in drei Schritten

Grün: jetzt ideal. Gelb: noch möglich. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Säen im März

Vorkultur (drinnen)Direktsaat (Freiland)Gewächshaus / Frühbeet
  • Tomaten ab Mitte März (20 bis 24 Grad zum Keimen, dann kühler und hell)
  • Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Weißkohl, Wirsing
  • Kopfsalat, Pflücksalat, Fenchel
  • Lauch, Zwiebeln, Knollensellerie
  • Basilikum ab Ende März unter Licht, Petersilie, Schnittlauch
  • Sommerblumen: Tagetes, Zinnien, Kapuzinerkresse ab Ende März
  • Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzel
  • Palerbsen (Mark- und Zuckererbsen erst ab April)
  • Spinat, Mangold ab Ende März
  • Radieschen, Rettich, Rucola
  • Dicke Bohnen bis Ende März
  • Schnittsalat, Pflücksalat unter Vlies
  • Zwiebeln aus Saat, Schwarzwurzeln
  • Gründüngung Phacelia auf Beete, die erst im Mai belegt werden (kein Gelbsenf vor Kohl: Kohlhernie)
  • Radieschen, Salat, Spinat, Kohlrabi, Rucola, Asia-Salate
  • Frühe Möhren (Sorte Pariser Markt) im Frühbeet

Pflanzen

  • Steckzwiebeln und Frühjahrsknoblauch
  • Kartoffeln vorkeimen, frühe Sorten ab Ende März in milden Lagen setzen
  • Rhabarber, Meerrettich, Topinambur
  • Erdbeeren (Frigopflanzen) und Beerensträucher
  • Obstbäume, Hecken, Rosenletzte Pflanzung vor dem Austrieb
  • Kohlrabi- und Salatjungpflanzen unter Vlies ab Ende März

Ernten

  • Feldsalat, Winterportulak, Spinat (überwintert), Asia-Salate
  • Bärlauch, Löwenzahn, Brennnessel, Giersch, Vogelmiere, Gundermann
  • Lauch, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Topinamburletzte aus dem Beet
  • Grünkohl und Palmkohl, bevor sie blühen
  • Rhabarber ab Ende März in milden Lagen

Schneiden und pflegen

  • Stauden und Ziergräser Mitte bis Ende März handhoch zurückschneiden, Stängel in eine Ecke legen
  • Rosen ab Forsythienblüteauf drei bis fünf Augen
  • Sommerblühende Sträucher, Lavendel um ein Drittel (nicht ins alte Holz)
  • Obstbaumschnitt abschließen, bevor die Knospen aufbrechen
  • Heckennur noch Formschnitt (Vogelschutz ab 1. März)

Bauen

  • Beete vorbereitenlockern, Kompost auflegen, Rillen ziehen
  • Rankgerüste für Erbsen aufstellen, Tomatenstäbe bereitlegen
  • Frühbeet in Betrieb, Vliese über Direktsaaten
  • Kompost umsetzen, reifen Kompost sieben und verteilen
  • Hochbeet nachfüllen, falls im Herbst versäumt (dann nur oben)
  • Kräuterspirale oder Kräuterbeet anlegen

Küche des Monats

  • WildkräutersalatBärlauch, Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch
  • Brennnesselsuppe aus den jungen Triebspitzen
  • Bärlauchpesto, Bärlauchbutter, Bärlauchsalz
  • Letzter Grünkohl, erster Spinat
  • Rhabarberkompott Ende des Monats

Der März im Video

Vorschaubild zum Video: Der März war zu kalt? So holst du deinen Garten jetzt auf

Beim Abspielen wird eine Verbindung zu YouTube (youtube-nocookie.com) aufgebaut. Vorher lädt diese Seite nichts von Google.

Oder direkt auf YouTube ansehen

Der März war zu kalt? So holst du deinen Garten jetzt auf Was du im März säen kannst: Gemüse, Kräuter und …Welche Kräuter im März? Topf schlägt Beet – hier…Jetzt beginnt die Gartensaison: Was Sie im März …

Der März ist der Monat, in dem der Garten wieder anfängt, und der Monat, in dem die meisten Fehler aus Ungeduld gemacht werden. Der Boden entscheidet, wann es losgeht, nicht der Kalender und nicht das erste warme Wochenende. Auf schwerem Lehm ist das oft erst Ende des Monats. Wer bis dahin wartet, hat weniger verloren, als er denkt: Saatgut in warmem Boden keimt in Tagen, Saatgut in kaltem Boden fault in Wochen.

Der Boden wird geöffnet, nicht gewendet

Die Beete, die seit Oktober unter Laub liegen, werden freigelegt. Was die Regenwürmer nicht eingezogen haben, kommt auf den Kompost oder an den Rand. Dann die Grabegabel: einstechen, wippen, herausziehen, im Abstand von zwanzig Zentimetern über das ganze Beet. Das belüftet, ohne die Stockwerke zu tauschen. Danach zwei bis drei Zentimeter reifen Kompost obenauf legen, nicht einarbeiten, und mit dem Rechen glatt ziehen. Fertig ist ein Saatbett, das arbeitet.

Was jetzt in die Erde geht

Sobald der Boden zerfällt statt klebt und acht Grad hat, werden Möhren, Pastinaken, Erbsen, Spinat, Radieschen und Dicke Bohnen gesät. Die Saatrille wird vor der Saat gewässert, nicht danach, sonst schwemmt es die feinen Samen zusammen. Möhren einen halben Zentimeter tief, Erbsen drei bis vier. Ein Vlies über der Saat bringt zwei bis drei Grad und hält Vögel und Katzen fern. Beete, die erst im Mai mit Tomaten oder Kürbis belegt werden, bekommen jetzt Phacelia oder Gelbsenf als kurze Gründüngung.

Steckzwiebeln und Frühjahrsknoblauch kommen in den Boden, Kartoffeln werden vorgekeimt: zwei bis drei Wochen hell und kühl in flachen Kisten, dann haben sie kurze, kräftige Keime und starten im Beet zwei Wochen schneller. In milden Lagen werden frühe Sorten ab Ende März gesetzt, sonst im April.

Vorziehen mit Maß

Ab Mitte März ist der Tomatentermin. Früher lohnt sich nicht: Es fehlt das Licht, und die Pflanzen werden lang und blass. Zum Keimen zwanzig bis vierundzwanzig Grad, danach kühler, sechzehn bis achtzehn, und ans hellste Fenster. Kohl, Salat, Fenchel, Lauch und Sellerie werden kühl vorgezogen. Paprika und Chili müssen in der ersten Märzwoche spätestens gesät sein, sonst reifen sie nicht mehr aus.

Schneiden, aber richtig

Die Stauden, die den Winter über gestanden haben, werden handhoch zurückgeschnitten. Nicht bodennah: In den Stängeln überwintern Wildbienen, die im April schlüpfen. Die Stängel kommen lose in eine Ecke, nicht geschreddert in die Tonne. Rosen werden geschnitten, wenn die Forsythien blühen, auf drei bis fünf Augen. Lavendel um ein Drittel, aber nie ins alte Holz. Hecken: nur noch Formschnitt, der starke Rückschnitt ist seit dem 1. März verboten.

Der Wegrand deckt den Tisch

Bevor das Beet etwas hergibt, liefert der Wegrand: Bärlauch, Löwenzahn, Brennnesselspitzen, Vogelmiere, Giersch, Gundermann. Brennnesselsuppe aus den ersten zehn Zentimetern ist das Frühlingsgericht schlechthin, Bärlauch wird zu Pesto, Butter und Salz. Nur sammeln, was zweifelsfrei bestimmt ist, Bärlauch hat mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose zwei giftige Nachbarn.

Regionale Hinweise

Der März ist in mittleren Lagen Lotterie. In manchen Jahren kann am 10. gesät werden, in anderen erst am 30., weil schwerer Boden so lange nass bleibt. Zwei Dinge geben den Takt vor: das Bodenthermometer und die Frage, ob eine Handvoll Erde zerfällt. Wenn beides passt, sind an einem Nachmittag Möhren, Erbsen, Spinat und Radieschen im Boden. Im Rheinland ist das oft schon Ende Februar so weit, im Alpenraum erst Mitte April.

Was im März dran ist: die Artikel

Holzbohlen, Handsäge, Akkuschrauber und Maßband auf einer Werkbank im Garten, daneben ein angefangener Hochbeetrahmen.

Bauanleitungen

Hochbeet bauen, füllen, bepflanzen: Vom ersten Brett bis zur vierten Saison

Ein Hochbeet ist der wärmste, bequemste und ertragreichste Quadratmeter im Garten, wenn es richtig gebaut, richtig befüllt und über die Jahre richtig bepflanzt wird. Diese Seite fasst alles zusammen: Maße und Material, die Schichtung, die Bepflanzung nach Jahren, Bewässerung, Winter, Fehler, und wann sich ein Hochbeet nicht lohnt.

12 Min. Lesezeit

Sonnige Sandfläche mit Nistlöchern, Natursteinen, Totholz und anfliegender Wildbiene.

BauanleitungenBauanleitung

Sandarium bauen: Die Nisthilfe für die Wildbienen, die im Boden nisten

Der Großteil unserer Wildbienen nistet im Boden, nicht in Insektenhotels. Deshalb steht dein Hotel zur Hälfte leer, egal wie teuer es war. Was diese Arten brauchen, heißt Sandarium: ein Loch, ungewaschener Sand, Sonne. Wahrscheinlich das billigste Bauprojekt in deinem Garten.

4 Min. Lesezeit

Insektenhotel zwischen blühenden Stauden, davor eine flache Wasserschale und ein Igel im Laub.

Naturgarten & Tiere

Naturgarten anlegen: Wie ein Garten zum Lebensraum wird, ohne zur Wildnis zu werden

Ein Naturgarten ist kein verwilderter Garten. Er ist ein Garten, in dem Igel, Wildbienen, Vögel, Kröten und Laufkäfer wohnen, weil sie dort Quartier, Nahrung und Ruhe finden, und in dem deshalb Blattläuse und Schnecken zum Randthema werden. Diese Seite erklärt die acht Strukturen, die dafür nötig sind, welche Pflanzen zählen und wie man in einem Reihenhausgarten anfängt.

13 Min. Lesezeit

Hand hält krümelige dunkle Erde mit Regenwurm und weißem Pilzgeflecht.

Permakultur

Bodenleben aufbauen: Warum der Spaten im Herbst mehr zerstört als der Winter

In einer Handvoll gesunder Erde leben mehr Organismen, als es Menschen auf diesem Planeten gibt. Viele Gärtner schaden ihnen jeden Herbst mit dem Spaten, ohne es zu merken. Was beim Umgraben passiert, was stattdessen funktioniert, und wie ein Boden Schritt für Schritt lebendiger wird.

7 Min. Lesezeit

Aufgeschlagenes leeres Notizbuch mit Bleistift, ein Glas Saatgut und Herbstblätter auf verwittertem Holz.

Permakultur

Gesunder Gartenboden: Bodenarten erkennen, Humus aufbauen, Bodenleben fördern

Alles, was im Garten wächst, wächst aus dem Boden, und fast alles, was schiefgeht, geht dort schief. Diese Seite erklärt, was ein Boden ist, wer darin lebt, wie du deinen Boden erkennst und was du in jeder Jahreszeit tun kannst, damit er von Jahr zu Jahr besser wird. Ohne Dünger aus dem Sack und ohne Spaten.

13 Min. Lesezeit