Der März ist der Monat, in dem der Garten wieder anfängt, und der Monat, in dem die meisten Fehler aus Ungeduld gemacht werden. Der Boden entscheidet, wann es losgeht, nicht der Kalender und nicht das erste warme Wochenende. Auf schwerem Lehm ist das oft erst Ende des Monats. Wer bis dahin wartet, hat weniger verloren, als er denkt: Saatgut in warmem Boden keimt in Tagen, Saatgut in kaltem Boden fault in Wochen.
Der Boden wird geöffnet, nicht gewendet
Die Beete, die seit Oktober unter Laub liegen, werden freigelegt. Was die Regenwürmer nicht eingezogen haben, kommt auf den Kompost oder an den Rand. Dann die Grabegabel: einstechen, wippen, herausziehen, im Abstand von zwanzig Zentimetern über das ganze Beet. Das belüftet, ohne die Stockwerke zu tauschen. Danach zwei bis drei Zentimeter reifen Kompost obenauf legen, nicht einarbeiten, und mit dem Rechen glatt ziehen. Fertig ist ein Saatbett, das arbeitet.
Was jetzt in die Erde geht
Sobald der Boden zerfällt statt klebt und acht Grad hat, werden Möhren, Pastinaken, Erbsen, Spinat, Radieschen und Dicke Bohnen gesät. Die Saatrille wird vor der Saat gewässert, nicht danach, sonst schwemmt es die feinen Samen zusammen. Möhren einen halben Zentimeter tief, Erbsen drei bis vier. Ein Vlies über der Saat bringt zwei bis drei Grad und hält Vögel und Katzen fern. Beete, die erst im Mai mit Tomaten oder Kürbis belegt werden, bekommen jetzt Phacelia oder Gelbsenf als kurze Gründüngung.
Steckzwiebeln und Frühjahrsknoblauch kommen in den Boden, Kartoffeln werden vorgekeimt: zwei bis drei Wochen hell und kühl in flachen Kisten, dann haben sie kurze, kräftige Keime und starten im Beet zwei Wochen schneller. In milden Lagen werden frühe Sorten ab Ende März gesetzt, sonst im April.
Vorziehen mit Maß
Ab Mitte März ist der Tomatentermin. Früher lohnt sich nicht: Es fehlt das Licht, und die Pflanzen werden lang und blass. Zum Keimen zwanzig bis vierundzwanzig Grad, danach kühler, sechzehn bis achtzehn, und ans hellste Fenster. Kohl, Salat, Fenchel, Lauch und Sellerie werden kühl vorgezogen. Paprika und Chili müssen in der ersten Märzwoche spätestens gesät sein, sonst reifen sie nicht mehr aus.
Schneiden, aber richtig
Die Stauden, die den Winter über gestanden haben, werden handhoch zurückgeschnitten. Nicht bodennah: In den Stängeln überwintern Wildbienen, die im April schlüpfen. Die Stängel kommen lose in eine Ecke, nicht geschreddert in die Tonne. Rosen werden geschnitten, wenn die Forsythien blühen, auf drei bis fünf Augen. Lavendel um ein Drittel, aber nie ins alte Holz. Hecken: nur noch Formschnitt, der starke Rückschnitt ist seit dem 1. März verboten.
Der Wegrand deckt den Tisch
Bevor das Beet etwas hergibt, liefert der Wegrand: Bärlauch, Löwenzahn, Brennnesselspitzen, Vogelmiere, Giersch, Gundermann. Brennnesselsuppe aus den ersten zehn Zentimetern ist das Frühlingsgericht schlechthin, Bärlauch wird zu Pesto, Butter und Salz. Nur sammeln, was zweifelsfrei bestimmt ist, Bärlauch hat mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose zwei giftige Nachbarn.
Regionale Hinweise
Der März ist in mittleren Lagen Lotterie. In manchen Jahren kann am 10. gesät werden, in anderen erst am 30., weil schwerer Boden so lange nass bleibt. Zwei Dinge geben den Takt vor: das Bodenthermometer und die Frage, ob eine Handvoll Erde zerfällt. Wenn beides passt, sind an einem Nachmittag Möhren, Erbsen, Spinat und Radieschen im Boden. Im Rheinland ist das oft schon Ende Februar so weit, im Alpenraum erst Mitte April.