Der April ist der Monat, in dem der Garten explodiert und der Gärtner sich zurückhalten muss. Fast alles kann jetzt gesät werden, aber nicht alles darf raus. Die Grenze ist einfach: Was Frost verträgt, kommt ins Beet. Was aus warmen Ländern stammt, bleibt bis Mitte Mai drinnen. Diese eine Regel spart jedes Jahr die halbe Ernte.
Was ins Freiland darf
Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Mangold, Schwarzwurzeln, Salat, Kohlrabi, Radieschen, Erbsen, Dicke Bohnen, Spinat, Zwiebeln, Dill, Petersilie, Kerbel: alles, was aus Mitteleuropa oder dem Mittelmeerraum kommt und leichte Fröste aushält. Rote Bete und Mangold keimen erst ab zehn Grad Boden gut und gehören ans Ende des Monats; Kartoffeln treiben nach dem Setzen erst nach Wochen, und wenn ein Spätfrost das Kraut trifft, werden sie angehäufelt oder mit Vlies gedeckt. Die Saatrille wird vorher gewässert, die Saat kommt in feuchte Erde, obendrauf ein Vlies. Wer im April alle zwei Wochen eine Reihe Salat und Radieschen nachsät, erntet von Mai bis Juli ohne Lücke.
Kartoffeln kommen in den Boden, sobald er acht Grad hat, in mittleren Lagen meist um den 10. April. Vorgekeimte Knollen zehn Zentimeter tief, dreißig Zentimeter Abstand, Reihen siebzig Zentimeter auseinander. Zu früh gesetzt faulen sie im kalten Boden, zu spät gesetzt fehlen ihnen Wochen.
Was noch wartet
Tomate, Paprika, Aubergine, Kürbis, Zucchini, Gurke, Bohne, Basilikum, Zuckermais: alles, was aus warmen Ländern kommt, verträgt keinen Frost, und in mittleren Lagen sind Nachtfröste bis Mitte Mai normal. Die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai sind die Grenze. Kürbis, Zucchini und Gurke werden ab Mitte April in großen Töpfen vorgezogen, ein Korn je Topf, warm, und sind in vier Wochen pflanzfertig. Bohnen werden erst Anfang Mai gesät, direkt oder in Töpfen. Tomaten stehen längst auf der Fensterbank und werden jetzt pikiert.
Pikieren und abhärten
Sobald Tomaten das zweite Blattpaar zeigen, werden sie einzeln in Töpfe gesetzt, und zwar tiefer als vorher: Der Stängel bildet entlang der eingegrabenen Strecke Wurzeln, das gibt kräftigere Pflanzen. Danach kühler und hell, sechzehn bis achtzehn Grad, nicht auf der Heizung. Ab Ende April kommen die Töpfe an warmen Tagen stundenweise ins Freie, in den Schatten zuerst, dann in die Sonne. Wer das zwei Wochen lang macht, hat Mitte Mai Pflanzen, die den Umzug ins Beet ohne Sonnenbrand überstehen.
Der Rasen
Nachsaat jetzt: kahle Stellen aufrauen, Saatgut streuen, dünn mit Kompost abdecken, feucht halten. Der Boden ist warm und die Nächte sind noch feucht, bessere Bedingungen gibt es erst wieder im September. Vertikutiert wird nur bei dichtem Moos, und dann im April, wenn der Rasen wächst und die Wunden schließt, nicht im Herbst. Die erste Mahd nicht zu kurz, fünf Zentimeter, und die Gänseblümchen und den Löwenzahn im Rasen eine Woche stehen lassen: Sie sind das Frühstück der Hummelköniginnen.
Regionale Hinweise
Der April ist der arbeitsreichste Monat des Jahres, und für viele der schönste. In mittleren Lagen stehen meist um den 10. die Kartoffeln, um den 15. sind Möhren, Rote Bete und Salat im Boden, und um den 20. herum werden die Tomaten das erste Mal stundenweise vor die Tür gestellt. Die letzten Fröste kommen in mittleren Lagen Süddeutschlands in den meisten Jahren um den 5. Mai, gelegentlich noch um den 20. Deshalb bleibt das Vlies bis Ende Mai griffbereit. Im Rheinland ist man zwei Wochen weiter, im Alpenraum zwei Wochen zurück und wartet mit den Kartoffeln bis Anfang Mai.