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Herbst · Monat 10 von 12

Oktober im Garten: Der Monat, der über nächstes Jahr entscheidet

Knoblauch stecken, Blumenzwiebeln setzen, Laub liegen lassen, Boden zudecken. Kaum ein Handgriff im Oktober zeigt sofort Wirkung, fast jeder zeigt sie im nächsten Sommer. Deshalb ist es der wichtigste Monat für alle, die im Juli ernten wollen.

Hände stecken Knoblauchzehen in ein vorbereitetes Beet, daneben Laub und ein Weidenkorb.

Der Oktober in drei Schritten

Grün: jetzt ideal. Gelb: noch möglich. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Säen im Oktober

Vorkultur (drinnen)Direktsaat (Freiland)Gewächshaus / Frühbeet
Nichts
  • Feldsalat nur noch bis Anfang Oktober unter Vlies
  • Winterroggen als Gründüngung bis Ende Oktober
  • Wintersteckzwiebeln (Sorten wie Senshyu, Shakespeare) bis Mitte Oktober
  • Kaltkeimer aussäen: Bärlauch, Schlüsselblume, Christrose, Eisenhut (stark giftig, Handschuhe)

Pflanzen

  • KnoblauchOktober bis Mitte November, 5 cm tief, 15 cm Abstand
  • BlumenzwiebelnTulpen, Narzissen, Krokusse, Traubenhyazinthen, Zierlauch
  • Obstbäume und Beerensträucher (wurzelnackte Ware ab Ende Oktober)
  • Hecken, Rosen und Stauden, solange der Boden nicht gefroren ist
  • Rhabarber teilen und neu setzen
  • Wintersteckzwiebeln

Ernten

  • Kürbis vor dem ersten Frost, mit Stiel
  • Äpfel und Birnen, Lagersorten zuletzt (Boskoop, Topaz, Jonagold)
  • Rote Bete, Möhren, Sellerie vor dem Dauerfrost für die Sandkiste; Pastinaken dürfen bleiben
  • Hagebutten nach dem ersten Frost, Schlehen ebenso
  • Grün- und Rosenkohl bleiben stehen; Kälte und Reife machen sie ab November süßer
  • HeilpflanzenwurzelnLöwenzahn, Beinwell, Meerrettich
  • Quitten und Walnüsse

Schneiden und pflegen

  • Nur Pflegekranke, dürre und eingewachsene Triebe. Kein starker Rückschnitt, der wartet bis Februar
  • Herbsthimbeeren nach der Ernte bodennah abschneiden
  • Letzte Rasenmahd auf 4 bis 5 cm
  • Kranke Pflanzenteile (Braunfäule, Mehltau, Monilia) entfernen, in den Restmüll

Bauen

  • Hochbeet neu befüllen
  • Igelquartier aus Astwerk und Laub
  • Laubkomposter mit dem ersten Laub füllen
  • Sandarium fertigstellen, über Winter setzt es sich
  • Benjeshecke aus dem anfallenden Schnitt beginnen
  • Nisthilfen bohren und montieren, Wildbienen ziehen ab März ein

Küche des Monats

  • Kürbis-Ingwer-Suppe
  • Hagebuttenmark nach dem ersten Frost
  • Sauerkraut und fermentierte Rote Bete
  • Apfelmus, Apfelessig aus den Resten
  • Quittengelee
  • Oxymel mit Thymian, Salbei und Meerrettich

Der Oktober im Video

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Garten winterfest machen | 7 Schritte für den Oktober Dein Rasen im Oktober: Was jetzt entscheidet, ob…Blühender Garten im Frühling? Fangt im Oktober a…

Im Oktober sieht man nichts wachsen, und trotzdem entscheidet er über die Ernte des nächsten Jahres. Das ist keine Floskel. Knoblauch braucht Wochen unter zehn Grad, um große Zehen zu bilden. Blumenzwiebeln brauchen den Winter, um zu blühen. Der Boden braucht die Decke aus Laub, damit die Regenwürmer bis in den Dezember arbeiten. Und das Hochbeet braucht die Ruhe bis März, damit sich die neue Füllung setzt. Wer im Oktober vier Nachmittage in den Garten steckt, spart sich im Mai zehn.

Stecken, was Kälte braucht

Knoblauch geht Oktober bis Mitte November in die Erde: fünf Zentimeter tief, fünfzehn Zentimeter Abstand, Spitze nach oben. Auf schwerem Lehmboden kommt eine Handvoll Splitt ins Pflanzloch, sonst fault er über Winter. Danach eine Handbreit Laub drüber und bis Juli Ruhe.

Blumenzwiebeln folgen der Drei-fache-Höhe-Regel: Eine fünf Zentimeter hohe Zwiebel kommt fünfzehn Zentimeter tief. Wer drei Monate Blüte auf einer Fläche will, gräbt ein Loch von 25 Zentimetern und schichtet: Tulpen unten, Narzissen in der Mitte, Krokusse und Traubenhyazinthen oben. Die Krokusse blühen im Februar, die Narzissen im März, die Tulpen im April. Ohne dass du nachpflanzt.

Der Boden wird zugedeckt, nicht umgegraben

Alles Laub, das auf Beete und unter Hecken fällt, bleibt liegen. Eine Handbreit, nicht mehr. Bis Mai haben die Regenwürmer es eingezogen. Vom Rasen muss es runter, dort erstickt es die Gräser. Walnuss- und Eichenlaub verrottet wegen der Gerbstoffe langsamer und kommt auf einen eigenen Haufen.

Freie Beete bekommen bis Ende Oktober noch Winterroggen als Gründüngung oder eine Mulchschicht. Was nicht passiert: umgraben. Der Boden ist ein Stockwerk-System, und Umgraben tauscht die Stockwerke. Lockern mit der Grabegabel reicht, und Wurzelreste bleiben drin, sie hinterlassen Kanäle für Wasser und Luft.

Ernte, die bis März halten soll

Kürbis vor dem ersten Frost ernten, mit fünf Zentimeter Stiel, zwei Wochen warm nachreifen lassen und dann bei zehn bis fünfzehn Grad trocken und luftig lagern, nie neben Äpfeln. Lageräpfel werden zuletzt gepflückt: Boskoop, Topaz, Jonagold. Sie kommen nebeneinander in flache Kisten, bei zwei bis sechs Grad, feucht und dunkel, und in einen eigenen Raum, weil sie Ethylen abgeben.

Möhren, Rote Bete und Sellerie werden vor dem Dauerfrost geerntet und in feuchtem Sand eingeschlagen; Pastinaken und Schwarzwurzeln dürfen unter Laub im Beet bleiben. Grünkohl und Rosenkohl bleiben stehen: Anhaltende Kälte und die Reife machen sie ab November milder, nicht der Frost selbst.

Was stehen bleibt

Stauden mit hohlen Stängeln, Samenstände, Laubhaufen und Totholz bleiben bis März. Darin überwintern Wildbienen, Florfliegen, Igel und Laufkäfer, also genau die Helfer, die im Mai die Blattläuse fressen. Entfernt wird nur Krankes: Braunfäule an Tomaten, Mehltau, Monilia an Obst. Das kommt in den Restmüll, nicht auf den Kompost.

Am Wegrand

Hagebutten sind nach dem ersten Frost am besten: weich, süß, leicht zu passieren. Schlehen ebenso. Löwenzahnwurzeln, Beinwell und Meerrettich werden jetzt geerntet, wenn das Kraut einzieht und die Inhaltsstoffe in der Wurzel sitzen, allerdings nur im eigenen Garten: Das Ausgraben von Wurzeln in der freien Landschaft ist von der Handstraußregel nicht gedeckt. Nur ernten, was zweifelsfrei bestimmt ist: Unter der Erde sehen sich viele Wurzeln ähnlich.

Regionale Hinweise

Der Oktober ist in mittleren Lagen der Monat mit dem meisten Nebel und der besten Erde. Der Boden ist nach dem Sommer trocken genug, um zu arbeiten, und noch warm genug, damit Knoblauch und Zwiebeln Wurzeln bilden. Der erste Frost kommt in Süddeutschland meist in der zweiten Oktoberhälfte; im Rheinland oft erst im November, im Alpenraum manchmal schon Ende September. Danach richtet man sich, nicht nach dem Kalender.

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