Wildpflanze · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Hagebutte (Hundsrose)
Erst wieder ab Anfang OktoberEinsteigerwinterhartmehrjährig
Rosa canina und andere Wildrosen
Wildrose für Hecke und Gartenrand, anspruchslos und stachelig. Blüte im Juni, Hagebutten ab Oktober nach dem ersten Frost ernten. Vitamin-C-reich, traditionell als Tee und Mark verwendet.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Die Hundsrose ist die Rose, die niemand pflegt und die trotzdem jedes Jahr trägt. Im Juni öffnet sie für zwei Wochen ihre hellrosa Blüten, die Wildbienen und Käfer besuchen, und ab Oktober hängt sie voll leuchtend roter Hagebutten, die bis in den Winter halten. Wer sie in die Hecke pflanzt, hat Vitamin C für die kalte Jahreszeit und einen der wertvollsten Vogelsträucher des Gartens.
Pflanzen. Im Herbst oder frühen Frühjahr als wurzelnackter Strauch, am besten in einer gemischten Wildhecke mit Holunder, Schlehe, Weißdorn und Kornelkirsche, mit anderthalb Metern Abstand. Sie braucht Sonne und einen durchlässigen Boden, sonst nichts; auf Lehm wächst sie an der Grundstücksgrenze ohne jede Zuwendung. Neben der Hundsrose lohnen die Apfelrose (Rosa villosa) mit großen, fleischigen Früchten und die Kartoffelrose (Rosa rugosa) mit kirschgroßen Hagebutten, die sich leicht verarbeiten lassen.
Pflege. Keine Düngung, kein Wasser, kein regelmäßiger Schnitt. Alle drei bis vier Jahre im Winter die ältesten Triebe bodennah entfernen, damit der Strauch jung bleibt und nicht zu breit wird; Wildrosen blühen am mehrjährigen Holz, deshalb nie alles auf einmal. Ausläufer im Herbst abstechen und für die nächste Hecke verwenden. Blattkrankheiten sind bei Wildrosen belanglos.
Ernte. Ab Oktober, wenn die Hagebutten tiefrot und noch fest sind; nach dem ersten Frost werden sie weicher und süßer, dann lassen sie sich für Mark am besten verarbeiten. Handschuhe tragen. Einen Teil hängen lassen, Drosseln, Rotkehlchen und Dompfaffe leben im Winter davon. Für Tee die Früchte halbieren, entkernen und bei höchstens vierzig Grad trocknen, damit das Vitamin C erhalten bleibt. Das Innere hat feine Härchen, die die Haut reizen, das alte Juckpulver; deshalb entweder mit Handschuhen entkernen oder die ganzen Früchte weich kochen und durch ein feines Sieb oder die Flotte Lotte drehen.
Verwendung. Hagebuttenmark ist der Klassiker, säuerlich, fruchtig und lange haltbar. Dazu Hagebuttensuppe nach schwedischer Art, Hagebuttenketchup zu Wild, Likör und Tee aus den getrockneten Schalen, der erst durch die Beimischung von Malve oder Hibiskus rot wird; reiner Hagebuttentee ist hellgelb und mild.
Für die Tiere. Die Blüten ernähren im Juni Wildbienen, Käfer und Schwebfliegen, die Blätter mehrere Schmetterlingsraupen, die Früchte im Winter Vögel und Kleinsäuger. Das dichte, stachelige Geäst ist einer der sichersten Nistplätze im Garten.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: Schwarzer HolunderSchleheWeissdornKornelkirscheWildhecke
Schlechte Nachbarn: keine bekannten
Häufige Probleme
Sternrußtau und Rosenrost
Schwarze oder orange Flecken auf den Blättern. Bei Wildrosen harmlos, Laub fällt früher, Strauch treibt im Frühjahr gesund. Laub liegen lassen für Igel und Boden.
Blattläuse an den Knospen
Im Mai, kurzzeitig. Nichts tun, Marienkäfer und Meisen kommen. Wer eingreift, nimmt den Nützlingen das Futter.
Wird zu breit durch Ausläufer
Wildrosen wandern. Ausläufer im Herbst abstechen und verschenken oder für die Hecke verwenden. Rasenkante als Grenze.
Juckende Härchen beim Verarbeiten
Die Kerne tragen feine Härchen, die die Haut reizen. Mit Handschuhen entkernen oder Hagebutten ganz kochen und durch ein feines Sieb passieren.
In der Küche
Hagebuttenmark als Aufstrich und für Soßen, Hagebuttensuppe, Tee aus getrockneten Schalen, Likör, Hagebuttenketchup. Die Blütenblätter im Juni als Sirup und Gelee.
Rezepte mit Hagebutte (Hundsrose): Hagebuttenmark selber machen: Der Kochweg ohne Fummelei, als Aufstrich, Suppe und Soße
Traditionell in der Hausapotheke
Hagebutten sind eine der Vitamin-C-reichsten Früchte Mitteleuropas und werden traditionell als Tee und Mark zur Stärkung in der Erkältungszeit verwendet. Hagebuttenpulver wird in Studien zu Gelenkbeschwerden untersucht. Kein Ersatz für ärztliche Behandlung.
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