Obst · bienenfreundlich
Birne
Jetzt erntenwinterhartmehrjährig
Pyrus communis
Braucht einen wärmeren Platz als der Apfel und eine zweite Sorte zur Befruchtung; im Herbst pflanzen, an Tagen ohne strengen Frost schneiden, leicht unreif pflücken und im Haus nachreifen lassen.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Die Birne ist der wärmeliebende Bruder des Apfels: Sie blüht zwei Wochen früher, verträgt Spätfröste schlechter und braucht einen geschützten Platz, dafür wird sie in warmen Lagen hundert Jahre alt und trägt Früchte, die kein Handel liefern kann, weil sie nur baumreif schmecken. Als Spalier an der Südwand passt sie in jeden Garten.
Pflanzen. Wurzelnackt im Oktober und November oder im März, an einen warmen, windgeschützten Platz ohne Frostsenke. Auf Quittenunterlage bleibt sie klein und trägt früh, braucht aber kalkarmen, feuchten Boden; auf Sämlingsunterlage wird sie groß, wächst langsam in den Ertrag und verträgt Kalk. Pflanzloch mit Kompost, Veredelungsstelle über der Erde, Pfahl, Mulch. Und eine zweite Sorte in der Nähe: Birnen sind selbstunfruchtbar, Williams Christ, Conference und Gute Luise befruchten sich gegenseitig.
Pflege. Winterschnitt an Tagen ohne strengen Frost, nicht unter minus fünf Grad, im Februar: Birnen wachsen steil, deshalb Leitäste flach binden, Konkurrenztriebe entfernen, Fruchtholz alle paar Jahre verjüngen. Ein Sommerschnitt im August bremst das starke Wachstum junger Bäume. Spaliere werden im Sommer auf zwei bis drei Blätter über dem Fruchtholz eingekürzt. Kompost im März, Mulch, Gießen in trockenen Sommern. Ausdünnen im Juni auf ein bis zwei Früchte je Büschel.
Ernte. Sommerbirnen ab August, Herbstbirnen im September, Lagerbirnen Anfang Oktober, und alle leicht unreif: Die Birne reift am besten im Haus nach. Reif zum Pflücken ist sie, wenn sich der Stiel mit einer leichten Drehung löst und die Grundfarbe von grün nach gelbgrün wechselt. Am Baum ausgereifte Birnen werden von innen mehlig. Im kühlen Keller halten Lagersorten wie Conference bis Januar, zum Verzehr holt man sie drei Tage vorher ins Zimmer.
Sorten. Für den Garten in mittleren Lagen: Conference robust und selbstfruchtbar, Williams Christ für Sommer und Schnaps, Gute Luise als alte Herbstsorte, Alexander Lucas als Lagerbirne, Gellerts Butterbirne für Geschmack, Harrow Sweet mit Feuerbrandtoleranz. Für rauere Lagen die alten Mostbirnen und Schweizer Wasserbirnen.
Mischkultur. Unter der Birne wie unter dem Apfel Knoblauch, Schnittlauch, Kapuzinerkresse, Ringelblumen und Salat. Nicht in die Nähe von Wacholder, dem Zwischenwirt des Birnengitterrosts; wer den Rost jedes Jahr hat, sucht im Umkreis nach chinesischem Säulenwacholder. Nicht neben Kartoffeln.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Birne im Hausgarten – Sorten, Schnitt, Birnengitterrost. Julius Kühn-Institut (JKI): Feuerbrand – Erkennen und Melden.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: KnoblauchSchnittlauchKapuzinerkresseRingelblumeSalat (Kopf- und Pflücksalat)
Schlechte Nachbarn: WacholderKartoffel
Häufige Probleme
Birnengitterrost (orange Flecken auf den Blättern)
Der Pilz wechselt zwischen Wacholder und Birne. Chinesischen und Sadebaum-Wacholder im Umkreis von fünfhundert Metern entfernen, robuste Sorten, kräftiger Baum verkraftet es.
Blüte erfriert
Die Birne blüht zwei Wochen vor dem Apfel. Geschützter Platz, keine Frostsenke, Vlies über Spaliere in kalten Nächten.
Keine Früchte trotz Blüte
Fehlender Befruchter. Zweite Sorte mit passender Blütezeit pflanzen oder Reiser in die Krone veredeln.
Birnenpockenmilbe (rote Pusteln auf den Blättern)
Lästig, selten schädlich. Befallene Blätter im Frühjahr entfernen.
Feuerbrand (schwarze, wie verbrannte Triebe)
Meldepflichtige Bakterienkrankheit. Befallene Triebe dreißig Zentimeter ins gesunde Holz zurückschneiden, Werkzeug desinfizieren, Pflanzenschutzamt informieren.
In der Küche
Frisch, als Kompott, Kuchen, Birnen-Chutney, Dörrbirnen (Hutzeln), Birnensaft und Most, in Rotwein; Lagersorten im kühlen Keller bis Januar.