Gemüse · bienenfreundlich
Pastinake
Erst wieder ab Anfang OktoberEinsteigerwinterhart
Pastinaca sativa
Von März bis Ende Mai direkt säen, Geduld beim Keimen, dann bis zum Winter nichts tun: Die Wurzeln bleiben im Beet, werden mit der Kälte süßer und bis Februar nach Bedarf geerntet.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Die Pastinake war bis zur Kartoffel das wichtigste Wurzelgemüse Mitteleuropas, und sie ist das Gemüse, das im Naturgarten am wenigsten Arbeit macht: einmal gesät, den Sommer über ignoriert, im Winter nach Bedarf aus dem Beet geholt. Der einzige Haken ist die Keimung, die drei bis vier Wochen dauert und nur mit frischem Saatgut zuverlässig gelingt.
Aussaat. Direkt ins Beet von Anfang März bis Ende Mai; später gesät werden die Wurzeln bis zum Winter nicht mehr groß. Zwei Zentimeter tief, Reihen vierzig Zentimeter, später auf zehn bis fünfzehn Zentimeter vereinzeln. Das Saatgut ist nur ein Jahr keimfähig, deshalb jedes Frühjahr neu kaufen oder selbst ernten. Die Saatrille wird vor der Saat gewässert und bis zur Keimung feucht gehalten, das dauert je nach Boden 20 bis 30 Tage. Radieschen als Markiersaat in derselben Reihe zeigen, wo die Reihe liegt, und sind geerntet, bevor die Pastinaken Platz brauchen.
Pflege. Der Boden wird vor der Saat tief gelockert, mit der Grabegabel oder dem Sauzahn, nicht gewendet, und ist frei von frischem Mist und Steinen; beides macht die Wurzeln gabelig. Kompost vom Vorjahr reicht. Nach dem Vereinzeln mulchen, bei Trockenheit im Sommer einmal wöchentlich gründlich gießen, sonst nichts. Ein Kulturschutznetz schützt vor der Möhrenfliege, die auch Pastinaken befällt.
Ernte. Ab Oktober, aber die Wurzeln gewinnen mit jedem kalten Tag: Frost wandelt Stärke in Zucker um, und der Geschmack im Dezember ist ein anderer als im September. Mit der Grabegabel tief anheben, sonst brechen die bis vierzig Zentimeter langen Wurzeln. Was nicht gebraucht wird, bleibt im Beet, unter einer Laubdecke, damit der Boden grabbar bleibt, und wird bis Februar nach Bedarf geerntet. Im März treibt die Pflanze neu aus und wird holzig; dann ist Schluss. Auf nassem Boden werden die Wurzeln im November gerodet und in feuchtem Sand gelagert.
Sorten. Halblange Weiße als Standard, Tender and True lang und aromatisch, Gladiator als früher, glatter Hybride, White Gem kurz und dick für schwere Böden.
Mischkultur. Gute Nachbarn sind Zwiebeln und Lauch, deren Duft die Möhrenfliege verwirrt, dazu Radieschen, Salat, Erbsen und Buschbohnen. Nicht neben Möhren, Sellerie, Fenchel und Petersilie, die zur selben Familie gehören und dieselben Schädlinge anziehen; auf derselben Fläche vier Jahre Pause für Doldenblütler.
Sicherheit. Das Laub der Pastinake enthält wie die Wilde Pastinake Furocumarine: Wer bei Sonne mit bloßen Armen im Bestand jätet oder erntet, kann Hautrötungen und Blasen bekommen, die erst Stunden später auftreten. Deshalb lange Ärmel, Handschuhe und die Arbeit auf den Morgen oder bedeckte Tage legen. Die Wurzel ist davon nicht betroffen.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Pastinake im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Pastinake – Warenkunde. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Furocumarine in Doldenblütlern.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: ZwiebelRadieschenSalat (Kopf- und Pflücksalat)ErbseBuschbohneLauch (Porree)
Schlechte Nachbarn: MöhreSellerie (Knollen- und Stangensellerie)KnollenfenchelPetersilie
Häufige Probleme
Keimt nicht oder sehr lückig
Altes Saatgut oder ausgetrocknete Saatrille. Nur frisches Saatgut, drei bis vier Wochen feucht halten, Markiersaat Radieschen dazwischen.
Gespaltene, beinige Wurzeln
Steine, frischer Mist, verdichteter Boden. Tief lockern, nicht frisch düngen.
Möhrenfliege (rostbraune Gänge)
Derselbe Schädling wie bei der Möhre. Kulturschutznetz, Reihen neben Zwiebeln, Fruchtwechsel.
Hautreizung beim Ernten oder Jäten
Das Laub enthält Furocumarine, die mit Sonne Verbrennungen auslösen. Lange Ärmel, Handschuhe, nicht in der Mittagssonne im Bestand arbeiten.
Weiche, faule Wurzeln im Winter
Staunässe im Beet. Nur auf durchlässigem Boden überwintern lassen, sonst im Sand lagern.
In der Küche
Als Suppe, Püree, im Ofen geröstet mit Honig, in Scheiben gebraten wie Chips, roh geraspelt im Salat, als Babybrei. Das Aroma ist nussig-süß und stärker als bei der Möhre.