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Glossar

Gartenbegriffe, kurz erklärt

28 Begriffe, die auf den Monatsseiten und in den Artikeln vorkommen. Im Text sind sie unterstrichen; ein Klick zeigt die Erklärung direkt an Ort und Stelle.

Anhäufeln
Erde von beiden Seiten an die Pflanze ziehen, sodass ein kleiner Damm entsteht. Bei Kartoffeln bilden sich am bedeckten Stängel zusätzliche Knollen, bei Lauch wird der Schaft weiß, und junge Pflanzen sind so vor Spätfrost geschützt.
Ausgeizen
Die Seitentriebe entfernen, die in den Blattachseln von Tomaten wachsen. So bleibt die Kraft in den Haupttrieben, die Früchte werden größer und die Pflanze bleibt luftig, was Braunfäule vorbeugt. Einmal pro Woche, morgens, mit den Fingern.
Direktsaat
Das Saatgut kommt dorthin ins Beet, wo die Pflanze bleiben soll, ohne Vorkultur. Typisch für Möhren, Radieschen, Erbsen, Bohnen und Feldsalat. Entscheidend ist die Bodentemperatur, nicht das Datum.
Dunkelkeimer
Samen, die zum Keimen kein Licht brauchen und mit Erde bedeckt werden, etwa Bohnen, Erbsen, Kürbis und Gurken. Faustregel für die Saattiefe: zweifacher Samendurchmesser.
Eisheilige
Die Tage vom 11. bis 15. Mai (Mamertus bis Sophie), an denen in Mitteleuropa erfahrungsgemäß die letzten Spätfröste kommen. Frostempfindliches wie Tomaten, Gurken, Zucchini und Basilikum kommt erst danach ins Freiland.
Entspitzen
Die Triebspitze abknipsen, damit die Pflanze keine neuen Blüten mehr ansetzt. Bei Tomaten Anfang August: Alles, was danach blüht, würde nicht mehr reif. Bei jungen Kräutern und Sommerblumen fördert es die Verzweigung.
Frigopflanzen
Erdbeerpflanzen, die im Winter gerodet und bei minus zwei Grad gelagert wurden. Sie werden im Frühjahr oder Sommer wurzelnackt gepflanzt, wachsen sofort los und tragen je nach Pflanztermin schon nach acht bis zehn Wochen.
Fruchtfolge
Der geplante Wechsel der Kulturen auf einem Beet über mehrere Jahre, damit Krankheiten und Schädlinge keine Chance haben und der Boden nicht einseitig ausgelaugt wird. Klassisch: Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer, Gründüngung.
Frühbeet
Ein niedriger Kasten mit Glas- oder Foliendeckel auf dem Beet. Er fängt Sonnenwärme, schützt vor Wind und Frost und verlängert die Saison an beiden Enden um vier bis sechs Wochen.
Gründüngung
Pflanzen, die nicht geerntet, sondern nur für den Boden angebaut werden: Sie bedecken ihn, lockern ihn mit ihren Wurzeln, binden Nährstoffe und werden später eingearbeitet oder als Mulch liegen gelassen. Beispiele: Phacelia, Winterroggen, Senf, Wicke.
Johanni
Der 24. Juni. Traditionelles Ernteende für Spargel und Rhabarber, damit die Pflanzen Kraft für das nächste Jahr sammeln. Danach beginnt der Johannistrieb, das zweite Wachstum vieler Gehölze.
Junifall
Obstbäume werfen im Juni von selbst einen Teil ihrer kleinen Früchte ab. Das ist keine Krankheit, sondern Selbstregulierung: Der Baum behält nur so viele Früchte, wie er ernähren kann.
Kaltkeimer
Samen, die erst nach einer Kälteperiode keimen, zum Beispiel Bärlauch, Schlüsselblume, Christrose, Eisenhut. Sie werden im Herbst oder Winter in Schalen gesät und bleiben im Freien stehen; der Frost weckt sie im Frühjahr.
Lichtkeimer
Samen, die Licht zum Keimen brauchen und deshalb nur angedrückt, nicht bedeckt werden: Salat, Kresse, Basilikum, Dill, Kamille, viele Sommerblumen.
Mischkultur
Verschiedene Kulturen bewusst nebeneinander anbauen, damit sie sich ergänzen: Der Duft der einen hält Schädlinge der anderen fern, tiefe und flache Wurzeln teilen sich den Boden, und Krankheiten finden keine geschlossenen Bestände.
Mulch
Eine Schicht aus organischem Material auf dem Boden: Laub, Stroh, Rasenschnitt, Häckselgut. Sie hält Feuchtigkeit, unterdrückt Wildkräuter, füttert das Bodenleben und schützt vor Verschlämmung. Etwa fünf Zentimeter, feines Material dünner.
Olla
Ein unglasierter Tontopf, der bis zum Hals im Beet vergraben und mit Wasser gefüllt wird. Das Wasser sickert langsam durch die Wand in die Erde, die Pflanzen holen es sich bei Bedarf. Spart Gießwasser und Zeit.
Pflegeschnitt
Das schonende Zurücknehmen des Jahreszuwachses an Hecken und Gehölzen, ohne ins alte Holz zu schneiden. Anders als der starke Rückschnitt ist er auch zwischen 1. März und 30. September erlaubt, sofern keine Vögel brüten.
Pikieren
Zu dicht gesäte Jungpflanzen vereinzeln und einzeln in Töpfe oder mit mehr Abstand setzen. Bei Tomaten nach dem ersten echten Blattpaar, und dabei tiefer als vorher: Der Stängel bildet dann zusätzliche Wurzeln.
Remontierschnitt
Ein Rückschnitt nach der ersten Blüte, damit eine Pflanze ein zweites Mal blüht. Bei Rittersporn, Katzenminze, Salbei und vielen Rosen: nach der Blüte um ein Drittel zurücknehmen, sechs Wochen später blühen sie wieder.
Scapes
Die geschwungenen Blütenstiele, die Winterknoblauch im Juni schiebt. Sie werden abgeschnitten, damit die Kraft in die Knolle geht, und sind in der Küche eine Delikatesse: mild, grün, wie zarter Lauch.
Starkzehrer
Einteilung nach Nährstoffbedarf. Starkzehrer (Kohl, Kürbis, Tomate, Kartoffel) brauchen Kompost und frischen Boden. Mittelzehrer (Möhre, Zwiebel, Salat) kommen im zweiten Jahr auf das Beet, Schwachzehrer (Bohnen, Erbsen, Kräuter, Feldsalat) im dritten.
Steckzwiebel
Kleine, im Vorjahr aus Samen gezogene Zwiebeln, die im März oder Oktober gesteckt werden. Sie sind schneller und sicherer als die Aussaat, neigen aber eher zum Schossen, wenn sie zu groß sind.
Verjüngungsschnitt
Ein kräftiger Rückschnitt alter Gehölze oder Hecken bis ins alte Holz, damit sie von unten neu austreiben. Nur zwischen 1. Oktober und 28. Februar erlaubt, am besten im Februar.
Vernalisation
Der Kältereiz, den manche Pflanzen brauchen, um zu blühen oder Knollen zu bilden. Knoblauch bildet nur nach mehreren Wochen unter etwa zehn Grad Zehen, deshalb wird er im Herbst gesteckt.
Vlies
Ein leichtes, luft- und wasserdurchlässiges Gewebe, das auf Beete gelegt wird: Es bringt zwei bis vier Grad Schutz gegen Frost und hält Schädlinge wie Möhrenfliege und Kohlweißling fern. Nicht mit Folie verwechseln, die staut Hitze und Feuchte.
Vorkultur
Die Aussaat drinnen, auf der Fensterbank oder im Gewächshaus, mit späterem Auspflanzen ins Beet. Für alles, was Wärme braucht oder eine lange Kulturzeit hat: Tomaten, Paprika, Kohl, Sellerie, Lauch.
Wasserschosse
Senkrechte, schnell wachsende Triebe an Obstbäumen, die nach einem starken Schnitt aus dem alten Holz treiben. Sie tragen keine Früchte und werden im Sommer entfernt, solange sie noch weich sind.