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Sommer · Monat 6 von 12

Juni im Garten: Die erste große Ernte und der Kampf um Wasser

Im Juni trägt der Garten zum ersten Mal richtig. Erdbeeren, Erbsen, Salat, Kohlrabi, Zucchini und die ersten Kartoffeln kommen gleichzeitig, und gleichzeitig beginnt die Trockenheit. Wer jetzt richtig gießt und mulcht, hat im August noch einen Garten.

Eine Emailleschale mit frisch geernteten Erdbeeren steht auf dem Stroh im Erdbeerbeet.

Der Juni in drei Schritten

Grün: jetzt ideal. Gelb: noch möglich. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Säen im Juni

Vorkultur (drinnen)Direktsaat (Freiland)Gewächshaus / Frühbeet
  • Endivie, Zuckerhut, Radicchio, Chinakohl für den Herbst
  • Wirsing und Grünkohl als späte Sätze
  • Fenchel und Kohlrabi als Nachsatz
  • Buschbohnen (bis Anfang Juli), Stangenbohnen (bis Mitte Juni)
  • Möhren (Lagersorten bis Mitte Juni), Rote Bete, Mangold (Pastinaken sind seit Ende Mai durch)
  • Salat (hitzeverträgliche Sorten), Rucola im Halbschatten, Radieschen (schießen leicht)
  • Kohlrabi, Fenchel, Zucchini (späte Saat), Gurken (Nachsaat bis Mitte Juni)
  • Dill, Bohnenkraut, Basilikum, Koriander, Petersilie
  • Gründüngung auf freie Flächen: Phacelia, Buchweizen
  • Nachsaat Salat und Kräuter im Schatten des Gewächshauses, sonst zu heiß

Pflanzen

  • Kohl für Herbst und WinterGrünkohl, Rosenkohl, Wirsing, Rotkohl, Blumenkohl
  • Lauch für den Winter, tief setzen
  • Sellerie, Fenchel, Zucchini, Gurken (Jungpflanzen), späte Tomaten
  • Süßkartoffel, Zuckermais (bis Mitte Juni)
  • ErdbeerenAbleger vorbereiten, ab Juli setzen

Ernten

  • Erdbeeren, Kirschen (ab Mitte Juni), Johannisbeeren (ab Ende Juni), Himbeeren (Sommersorten ab Ende Juni)
  • Erbsen, Zuckerschoten, Dicke Bohnen, erste Buschbohnen Ende Juni
  • Salat, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Spinat (letzter), Mangold
  • Frühkartoffeln ab Mitte Juni, Bundmöhren, Frühlingszwiebeln, Zucchini (erste)
  • Spargel und Rhabarber bis 24. Juni
  • Knoblauch ab Ende Juni (frühe Sorten), Knoblauchblüten (Scapes) ausbrechen
  • Kräuter zum Trocknen vor der BlüteThymian, Salbei, Oregano, Zitronenmelisse, Pfefferminze
  • Holunderblüten (Anfang Juni), Johanniskraut, Kamille, Ringelblume, Lindenblüten

Schneiden und pflegen

  • Tomaten ausgeizen, Gurken und Kürbis leiten, untere Tomatenblätter abnehmen
  • Kirsche und Steinobst nach der Ernte schneiden (Sommerschnitt), Wunden heilen jetzt
  • Hecken nur Formschnitt, vorher auf Nester prüfen
  • Rasenhöher mähen (fünf Zentimeter), Schnitt liegen lassen oder mulchen
  • StaudenRemontierschnitt nach der ersten Blüte (Rittersporn, Salbei, Katzenminze)
  • Kräuter zurückschneiden, bevor sie blühen, das fördert Neuaustrieb

Bauen

  • BewässerungTropfschläuche, Gießrinnen, Ollas (Tontöpfe im Boden)
  • Mulchdecke schließen, Rasenschnitt angetrocknet verteilen
  • Schattiernetz über Salat und Spinat bei Hitze
  • Sonnenfalle für Kürbis und MeloneSteine, dunkle Mulchfolie
  • Erdbeerbeet nach der Ernte säubern, Ableger auswählen
  • Vogeltränke und Insektentränke täglich frisch

Küche des Monats

  • Erdbeeren pur, als Kompott mit Rhabarber, Erdbeermarmelade
  • Erbsen und Zuckerschoten roh, Dicke Bohnen mit Bohnenkraut
  • Frühkartoffeln mit Kräuterquark
  • Holunderblütensirup, Holunderblütengelee, Holunderküchle
  • Kräutersalz und Kräuteröl aus dem ersten großen Schnitt
  • Johanniskraut-Öl (Rotöl) ansetzen, Kamille und Lindenblüten trocknen

Der Juni im Video

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Rekordernte im Juni: Diese 5 Details entscheiden jetzt alles

Der Juni ist der Monat, in dem der Garten zum ersten Mal mehr gibt, als man an einem Abend essen kann. Erdbeeren, Erbsen, Salat, Kohlrabi, die ersten Zucchini und Frühkartoffeln kommen gleichzeitig. Und gleichzeitig beginnt die Zeit, in der Wasser über die Ernte entscheidet. Wer im Juni die Gießgewohnheiten richtig setzt, hat es im Juli und August leicht.

Gießen: selten, gründlich, morgens, unten

Die einzige Regel, die zählt: lieber zweimal pro Woche zwanzig Liter je Quadratmeter als täglich einen Schluck. Tiefes Gießen bringt das Wasser dreißig Zentimeter hinunter, und die Wurzeln folgen ihm dorthin, wo es kühl bleibt. Morgens, weil abends gegossene Blätter über Nacht nass bleiben und Pilze einladen. Am Boden, nie über das Blatt. Eine Gießrinne, ein Tropfschlauch oder ein Tontopf im Boden, eine Olla, bringt das Wasser dorthin, wo es hingehört. Der Fingertest ersetzt jeden Zeitplan: Ist die Erde fünf Zentimeter tief feucht, wird nicht gegossen.

Und Mulch. Wo Boden zu sehen ist, kommt jetzt eine Schicht Rasenschnitt, Stroh oder Laub darauf. Fünf Zentimeter halbieren die Verdunstung, halten die Erde kühl und ersparen im Hochsommer jeden zweiten Gießgang.

Die Lücken sofort füllen

Wo Erbsen, Salat und Radieschen abgeerntet sind, wird noch am selben Tag nachgesät oder gepflanzt. Buschbohnen bis Anfang Juli, Rote Bete für die Lagerung, Möhren bis Mitte Juni, Fenchel, Kohlrabi, hitzeverträglicher Salat. Und die Winterkohle kommen als Jungpflanzen ins Beet: Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing, Rotkohl, dazu Lauch, tief gesetzt, damit der Schaft weiß wird. Ein Beet ist im Juni nie fertig, es ist nur kurz leer.

Tomaten und Steinobst

Tomaten werden wöchentlich ausgegeizt und angebunden, die unteren Blätter kommen ab, sobald Früchte hängen, damit nichts den Boden berührt. Kirschen werden direkt nach der Ernte geschnitten, im Sommer heilen die Wunden schnell, und der Pilz Monilia findet keinen Eingang. Das gilt für alles Steinobst: Pflaume, Pfirsich, Aprikose schneidet man im Sommer, nicht im Winter.

Johanni

Der 24. Juni ist der Tag, an dem Spargel und Rhabarber in Ruhe gelassen werden. Beide brauchen den Rest des Jahres, um Kraft für nächstes Jahr zu sammeln. Rhabarber wird ohnehin oxalsäurereicher, je länger der Sommer dauert. Um Johanni herum werden traditionell auch die Kräuter geerntet: Johanniskraut für das Rotöl, Kamille, Ringelblume, Lindenblüten. Thymian, Salbei und Oregano werden vor der Blüte geschnitten und getrocknet, dann sind die Öle am stärksten.

Regionale Hinweise

Der Juni ist der Monat der Erdbeerschüsseln und der Bohnen-Nachsaat, und die Erbsen werden oft direkt aus den Schoten gegessen, bevor sie die Küche erreichen. Die Trockenheit beginnt in mittleren Lagen meist Mitte Juni; Lehm hält Wasser lange, aber wenn er einmal trocken ist, dauert es Stunden, bis er wieder etwas aufnimmt. Deshalb wird vor der ersten Hitzewelle gemulcht, nicht danach. Im Norden ist der Juni oft feuchter und die Erdbeeren kommen zwei Wochen später; im Rheinland ist die Kirschernte Mitte Juni schon in vollem Gang.

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