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Grünkohl mit stark gekrausten, blaugrünen Blättern.

Gemüse · bienenfreundlich

Grünkohl

Erst wieder ab Anfang NovemberEinsteigerwinterhart

Brassica oleracea var. sabellica

Im Mai vorziehen, im Juni pflanzen, im November ernten: Grünkohl steht den ganzen Winter im Beet, wird mit Kälte und Reife milder und liefert bis zur Blüte im März.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Grünkohl ist das Gemüse, das im Januar unter dem Schnee steht und trotzdem geerntet wird, und das mit jeder kalten Woche besser schmeckt. Dass es der Frost sei, der ihn süß macht, ist eine Legende: Es sind die anhaltend kühlen Temperaturen und die Reife, die Stärke in Zucker verwandeln; ein Grünkohl im Gefrierfach wird davon nicht süßer. Deshalb schmeckt er ab November milder, ob es gefroren hat oder nicht.

Aussaat. Von Mai bis Anfang Juni im Haus, im Saatbeet oder direkt ins Beet; Grünkohl braucht keinen frühen Start, weil er erst im Winter geerntet wird. Ein Zentimeter tief, nach dem zweiten Blatt pikieren oder auf fünf Zentimeter vereinzeln. Nach fünf bis sechs Wochen sind die Jungpflanzen fertig. Wer keine Anzucht will, kauft Jungpflanzen im Juni oder Juli; Grünkohl ist einer der wenigen Kohle, die auch bei Pflanzung Anfang August noch etwas werden.

Pflanzen. Von Mitte Juni bis Anfang August, dorthin, wo Erbsen, Frühkartoffeln oder Salat abgeerntet sind, 50 mal 50 Zentimeter. Tief setzen, bis zu den ersten Blättern, fest andrücken, anhäufeln. Kompost ins Beet. Netz darüber für den Sommer.

Pflege. Wöchentlich gießen, solange es warm ist, mulchen, alle drei Wochen Brennnesseljauche bis Ende August. Im Herbst hört alles auf, Grünkohl braucht dann nichts mehr. Das Netz kommt im Oktober ab, wenn die Schmetterlinge weg sind. Hohe Sorten bekommen einen Stab, sonst legt der Wind sie um.

Ernte. Ab November, von unten nach oben, immer nur die unteren Blätter, das Herz bleibt und treibt weiter. So liefert eine Pflanze bis März. Bei Frost warten, bis die Blätter aufgetaut sind; gefroren geerntet werden sie matschig. Im April schießt der Grünkohl und blüht gelb, die jungen Blütenstände schmecken wie Brokkoli, und die Blüten sind die erste Kohlweide für Wildbienen. Ein paar Pflanzen dürfen dafür stehen bleiben.

Sorten. Halbhoher Grüner Krauser als Standard, Westländer Winter besonders hart, Lerchenzungen mit schmalen Blättern, Roter Krauser mit rotem Laub, Palmkohl (Nero di Toscana) als glattblättriger italienischer Verwandter, der weniger winterhart ist und ab September geerntet wird.

Mischkultur. Sellerie gegen Raupen, Buschbohnen und Erbsen als Stickstoffsammler vor dem Pflanzen, Salat und Spinat als Bodendecker, Lauch als Winterpartner im Nachbarbeet. Nicht neben Kopfkohl, Kohlrabi, Brokkoli, Erdbeeren, Zwiebeln. Vier Jahre Pause für Kreuzblütler auf derselben Fläche.

Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Grünkohl im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Grünkohl – warum er im Winter süßer schmeckt.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: Sellerie (Knollen- und Stangensellerie)BuschbohneErbseTomateRote BeteSalat (Kopf- und Pflücksalat)SpinatLauch (Porree)

Schlechte Nachbarn: Weißkohl und RotkohlKohlrabiBrokkoliErdbeereZwiebel

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Kohlweißling und Kohleule im Sommer

Kulturschutznetz von Juni bis Oktober, Raupen absammeln. Ab dem Frost ist Ruhe.

Mehlige Kohlblattlaus (graue Kolonien)

Bei trockener Wärme im August. Abbrausen, Netz, befallene Blattspitzen entfernen.

Kohlhernie

Vier Jahre Pause, kein Gelbsenf vorher, Kalk nach Bodentest.

Weiße Fliege

Wolken beim Anfassen. Lästig, aber selten schädlich; Netz, Nützlinge.

Pflanzen kippen um

Zu flach gepflanzt, Wind. Tief setzen, anhäufeln, bei hohen Sorten Stab.

In der Küche

Klassisch geschmort mit Kartoffeln, als Grünkohl-Chips im Ofen, roh als Salat mit Öl massiert, im Smoothie, als Pesto. Blanchiert einfrieren. Die Stiele wie Kohlrabi verwenden.

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