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Rote Paprikaschoten hängen an der Pflanze im Beet.

Gemüse

Paprika und Chili

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Capsicum annuum

Ab Mitte Januar unter Pflanzenlicht vorziehen, nach den Eisheiligen an den wärmsten Platz, sparsam gießen und Geduld haben: Die ersten reifen Früchte kommen im August.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Paprika und Chili sind dieselbe Art, und das erklärt fast alles über ihren Anbau: Beide stammen aus den Tropen Mittel- und Südamerikas, beide brauchen von der Aussaat bis zur reifen Frucht über ein halbes Jahr, und beide sind in mittleren Lagen nur mit Vorsprung zu schaffen. Wer im März sät wie bei der Tomate, erntet im Oktober grüne Früchte, wenn überhaupt. Wer im Januar unter Licht startet, isst im August rote.

Aussaat. Ab Mitte Januar, spätestens Mitte Februar, in Anzuchterde bei 24 bis 28 Grad. Die Samen keimen langsam, zehn bis 21 Tage, und nur warm; ein Platz auf der Heizung mit Folie darüber ist die einfachste Lösung. Nach dem Keimen brauchen die Pflanzen mehr Licht, als ein Fenster im Januar bietet. Ohne Pflanzenlampe werden sie lang, blass und kippen; mit zwölf bis vierzehn Stunden Licht unter einer einfachen LED-Leiste, zehn Zentimeter über den Blättern, bleiben sie gedrungen und dunkelgrün. Pikiert wird nach dem ersten echten Blattpaar in Neun-Zentimeter-Töpfe, bei 20 bis 22 Grad weiterkultiviert. Wer das Licht nicht hat, kauft im Mai kräftige Jungpflanzen; das ist keine Niederlage, sondern die ehrlichere Rechnung.

Pflanzen. Nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, im Gewächshaus ab Anfang Mai. Fünfzig mal vierzig Zentimeter Abstand, Kompost ins Pflanzloch, etwas tiefer setzen als im Topf. Der Platz muss der wärmste im Garten sein: Südwand, Ecke am Haus, Hochbeet, Gewächshaus. Im Freiland ohne Schutz gelingt Paprika in mittleren Lagen nur in warmen Sommern; ein Folientunnel oder ein Vlies in kühlen Nächten verdoppelt den Ertrag. Kübel ab zehn Litern gehen gut, weil sich die Erde schneller erwärmt, brauchen aber tägliches Gießen im Hochsommer.

Pflege. Einen Stab setzen, denn die Früchte werden schwer. Die erste Blüte in der Gabelung, die Königsblüte, wird ausgebrochen, dann verzweigt sich die Pflanze kräftiger und setzt mehr Früchte an. Gegossen wird gleichmäßig, aber nicht viel; nasse Füße mag Paprika noch weniger als Trockenheit. Mulch aus Rasenschnitt hält den Boden warm und feucht. Ab der Blüte alle zwei Wochen Brennnesseljauche oder Komposttee, nicht mehr, sonst wächst Laub statt Frucht. Bei Hitzewellen über 32 Grad fallen Blüten ab; ein Schattiernetz am Nachmittag hilft.

Ernte. Ab August, bei Chili oft schon Ende Juli. Grün geerntete Paprika sind essbar, aber herber und mit weniger Vitamin C; die Vollreife dauert sechs bis acht Wochen länger und lohnt sich. Früchte mit der Schere abschneiden, nicht abreißen. Bevor die ersten Nachtfröste kommen, meist Anfang bis Mitte Oktober, wird alles abgeerntet; unreife Früchte reifen im warmen Zimmer noch nach. Chili trocknet an der Schnur aufgefädelt an einem luftigen Platz oder im Dörrgerät bei vierzig Grad.

Sorten. Für das Freiland in mittleren Lagen zählen frühe, kleinfrüchtige Sorten: Snackpaprika wie Lubega Mini, Spitzpaprika wie Ferenc Tender oder Roter Augsburger, der tatsächlich aus Süddeutschland stammt und mit kühlen Nächten zurechtkommt. Bei Chili sind Jalapeño, Cayenne und die ungarische Sorte Feher Ozon zuverlässig; Habanero und andere Capsicum-chinense-Sorten brauchen Gewächshaus und einen langen Sommer.

Mischkultur. Paprika steht gern neben Basilikum, Möhren, Salat und Zwiebeln, die den Boden decken und keine Konkurrenz um Wärme sind. Tagetes am Beetrand hält Nematoden fern. Nicht neben Tomaten und Kartoffeln, die dieselben Krankheiten teilen, und nicht dorthin, wo im Vorjahr Nachtschattengewächse standen; vier Jahre Anbaupause.

Sicherheit. Der Scharfstoff Capsaicin reizt Haut und Augen stark. Scharfe Sorten mit Handschuhen verarbeiten, Hände nicht ins Gesicht, Kinder nicht an den Pflanzen naschen lassen. Die Blätter und unreifen Früchte aller Capsicum-Arten enthalten wie bei allen Nachtschattengewächsen Solanin-ähnliche Stoffe; gegessen werden nur die Früchte.

Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Paprika und Chili im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Paprika – Einkauf, Lagerung, Zubereitung.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: BasilikumMöhreSalat (Kopf- und Pflücksalat)ZwiebelKohlrabiTagetes (Studentenblume)

Schlechte Nachbarn: TomateKartoffelErbseKnollenfenchel

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Keimt nicht oder sehr langsam

Zu kalt. Paprika braucht 24 bis 28 Grad im Substrat und bis zu drei Wochen. Auf der Heizung mit Folie darüber klappt es, am kühlen Fenster nicht.

Blüten fallen ab, keine Früchte

Kälte unter 15 Grad in der Nacht, Hitze über 32 Grad am Tag oder zu viel Stickstoff. Warm und geschützt stellen, morgens leicht an der Pflanze rütteln, das hilft der Bestäubung.

Blattläuse an den Triebspitzen

Vor allem an der Fensterbank. Abstreifen, abbrausen, ins Freie stellen, sobald es warm genug ist; im Beet räumen Marienkäfer auf.

Früchte bleiben grün

Das ist normal: Rot, Gelb und Orange kommen erst mit der Vollreife, sechs bis acht Wochen nach dem Fruchtansatz. Grün geerntet schmeckt Paprika herber, Chili milder.

Blütenendfäule (dunkle, eingesunkene Stellen unten)

Kalziummangel durch unregelmäßiges Gießen, kein Pilz. Gleichmäßig feucht halten, mulchen.

In der Küche

Gemüsepaprika roh, gegrillt, geschmort, als Ajvar eingekocht. Chili frisch, getrocknet an der Schnur, als Flocken oder als scharfes Öl nur mit getrockneten Schoten und im Kühlschrank. Beim Verarbeiten scharfer Sorten Handschuhe tragen.

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