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Winterportulak mit runden, fleischigen Blättern und weißen Blüten.

Gemüse

Winterportulak (Postelein)

Jetzt säenEinsteigerwinterhart

Claytonia perfoliata

Von September bis Oktober säen, keimt nur kühl unter zwölf Grad, wächst den ganzen Winter und wird ab November mehrmals geschnitten. Der einfachste Wintersalat neben Feldsalat.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Winterportulak ist der Salat, den kaum jemand kennt und den fast jeder anbauen könnte: Er keimt nur bei Kälte, wächst durch den Winter, verträgt zwanzig Grad Frost und wird von November bis April drei-, viermal geschnitten. Die Blätter sind saftig, mild und rund wie Löffel, und die Pflanze verlangt nichts außer einem feuchten Beet und einem Vlies.

Aussaat. Von Anfang September bis Mitte Oktober direkt ins Beet, ins Frühbeet oder in Kästen; eine zweite Saat Anfang März für die Frühjahrsernte. Winterportulak ist Kaltkeimer: Über zwölf Grad keimt er schlecht, darunter zuverlässig in zwei Wochen. Bei warmem Septemberwetter das Saatgut zwei Tage in den Kühlschrank legen und abends säen. Breitwürfig dünn oder in Reihen mit fünfzehn Zentimeter Abstand, nur einen halben Zentimeter tief, andrücken, feucht halten. Vorkultur in Schalen ab Ende August geht, lohnt aber selten.

Pflege. Keine, abgesehen vom Vlies bei Kahlfrost ohne Schnee und gelegentlichem Lüften an milden Tagen, damit nichts fault. Nicht düngen: Wie Feldsalat sammelt Winterportulak bei Stickstoffüberschuss Nitrat. Stroh oder Holzhäcksel zwischen den Reihen halten die Blätter sauber. Im Gewächshaus oder Frühbeet wächst er schneller und bleibt trockener.

Ernte. Ab November, sobald die Rosetten handgroß sind, mit dem Messer zwei Zentimeter über dem Boden abschneiden; die Pflanze treibt aus dem Herzen nach, drei bis vier Schnitte bis April sind normal. Bei Frost warten, bis die Blätter aufgetaut sind. Am Nachmittag geerntet enthält er weniger Nitrat. Ab Mitte April schießt er, blüht in kleinen weißen Sternen, die essbar sind, und sät sich aus; wer eine Ecke stehen lässt, hat im nächsten Herbst Nachwuchs ohne Arbeit.

Sorten. Es gibt praktisch nur die Art, gelegentlich als Postelein, Kuba-Spinat oder Tellerkraut angeboten. Nicht verwechseln mit dem Sommerportulak (Portulaca oleracea), einem wärmeliebenden, dickblättrigen Sommergemüse.

Mischkultur. Winterportulak ist der Nachbar von Feldsalat, Spinat, Asia-Salaten und Radieschen im Winterbeet und deckt den Boden zwischen dem im Oktober gesteckten Knoblauch. Er hat keine bekannten schlechten Nachbarn und keine Krankheiten, die er weitergibt; in der Fruchtfolge zählt er als Schwachzehrer und Bodendecker.

Küche. Roh als Salat oder auf dem Butterbrot, mild und leicht säuerlich; kurz gedünstet wie Spinat, dann verliert er etwas Volumen, aber nicht den Geschmack. Er liefert im Winter Vitamin C und Eisen, wenn sonst nichts Grünes im Garten wächst. Wie Spinat enthält er Oxalsäure, in Mengen, die für gesunde Menschen unproblematisch sind.

Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Wintersalate – Feldsalat, Postelein, Asia-Salate. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Winterportulak.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: FeldsalatSpinatAsia salatRadieschenKnoblauch

Schlechte Nachbarn: keine bekannten

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Keimt nicht

Zu warm gesät: Winterportulak ist Kaltkeimer und keimt erst unter zwölf Grad. Ab September säen, Saatgut vorher zwei Tage in den Kühlschrank.

Verschwindet im Frühjahr

Normal: Ab Mitte April schießt er und blüht weiß. Ein paar Pflanzen stehen lassen, sie säen sich selbst aus.

Fäulnis bei Nässe

Zu dicht, zu nass unter Vlies. Lüften an milden Tagen, dünner säen.

Schnecken im Herbst

Junge Pflanzen absammeln, ab November ist Ruhe.

Sandige Blätter

Regen spritzt Erde. Stroh zwischen den Reihen, Vlies darüber.

In der Küche

Roh als Salat, mild und saftig, mit Apfelessig und Nüssen, als Brotbelag, kurz gedünstet wie Spinat, im Smoothie. Die Blüten sind essbar. Frisch verbrauchen, hält im Kühlschrank zwei Tage.

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