Der August ist der Monat, in dem der Garten kistenweise liefert und die Küche zur Vorratskammer wird. Tomaten, Zucchini, Bohnen, Gurken, Zwiebeln, Kartoffeln, Zwetschgen: Alles kommt gleichzeitig, und alles will verarbeitet werden. Gleichzeitig ist der August das zweite Frühjahr. Der Boden ist warm, die Nächte werden feucht, und jede Reihe, die frei wird, bekommt noch am selben Tag Wintergemüse. Wer beides schafft, ernten und säen, hat im Januar einen vollen Keller und im Februar Salat aus dem Beet.
Ernten und haltbar machen
Tomaten werden jetzt in Mengen reif, die kein Haushalt frisch isst. Sie werden zu Passata eingekocht, im Ofen getrocknet, in Gläser gefüllt oder als Sugo eingefroren. Zucchini kommen als Relish und Chutney ins Glas, Bohnen werden blanchiert und eingefroren oder milchsauer eingelegt, Gurken als Essig- oder Salzgurken. Zwetschgen werden zu Mus, Frühäpfel zu Kompott. Der Vorrat, der im Januar auf dem Tisch steht, entsteht im August. Sauberkeit ist dabei wichtiger als jedes Rezept: Gläser heiß ausspülen, Deckel prüfen, was nicht fest verschließt, wird sofort gegessen.
Zwiebeln, Kartoffeln, Knoblauch
Zwiebeln werden geerntet, wenn das Laub umgefallen ist. Nicht abknicken, nicht früher ziehen: Sie brauchen die Reife für die Lagerung. Zwei Wochen luftig und trocken liegen lassen, bis die Außenhaut raschelt, dann zum Zopf flechten oder ins Netz, und kühl und trocken hängen. Kartoffeln kommen aus dem Boden, wenn das Kraut abgestorben ist, an einem trockenen Tag, nicht gewaschen, im Dunkeln getrocknet und dann bei vier bis acht Grad gelagert. Der letzte Knoblauch, falls noch im Boden, ist jetzt überfällig.
Tomaten: Braunfäule kontrollieren
Ab August ist Kraut- und Braunfäule das größte Risiko. Braune Flecken auf Blättern und Stängeln, grau-braune Stellen an den Früchten: befallene Teile sofort entfernen und in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Freilandtomaten werden Anfang August entspitzt, die Spitze über dem vierten oder fünften Fruchtstand kommt ab, damit die Pflanze ihre Kraft in das steckt, was noch reifen kann. Alle Blätter unter der untersten Frucht kommen weg, das trocknet die Pflanze ab und lässt Licht an die Früchte.
Das zweite Frühjahr
Alles, was frei wird, wird noch am selben Tag belegt. Feldsalat, winterharter Spinat, Winterportulak, Radieschen, Rucola, Asia-Salate und Winterkopfsalat werden jetzt gesät, im Halbschatten oder unter Vlies feucht gehalten, sonst keimen sie in der Hitze nicht. Sie liefern von Oktober bis März. Herbstrüben und Winterrettich gehen bis Mitte August. Erdbeeren werden bis Mitte August neu gepflanzt, aus kräftigen Ablegern, dreißig Zentimeter Abstand; sie wurzeln jetzt ein und tragen nächstes Jahr voll. Und was nicht mehr mit Gemüse belegt wird, bekommt Gründüngung: Phacelia, Gelbsenf, Winterwicke oder Buchweizen. Kein Beet bleibt nackt.
Saatgut gewinnen
Der August ist der Monat, in dem das Saatgut für nächstes Jahr entsteht. Bohnen und Erbsen an der Pflanze trocknen lassen, Salat schießen und blühen lassen, die schönste Tomate aufschneiden, die Kerne mit dem Gel drei Tage in Wasser gären lassen, abspülen, trocknen. Dill, Ringelblume, Kapuzinerkresse, Koriander lassen sich einfach abstreifen. Alles trocken, beschriftet, kühl und dunkel lagern. Nur von samenfesten Sorten, nicht von Hybriden (F1), die spalten auf.
Regionale Hinweise
Der August ist der Monat mit den vollsten Abenden: Die Küche riecht nach Tomaten, auf dem Trockengestell hängen Zwiebelzöpfe, und um den 20. herum wird der Feldsalat gesät, der ab Ende Oktober geerntet wird. Die Gewitter, die in vielen Regionen im August kommen, füllen die Regentonnen für den September. Im Norden ist der August oft der wärmste Monat und die Tomaten reifen zwei Wochen später; im Rheinland sind die Zwetschgen Anfang August schon durch.