Gemüse
Aubergine
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Solanum melongena
Die wärmebedürftigste Frucht im Gemüsegarten: ab Februar unter Licht vorziehen, nach den Eisheiligen ins Gewächshaus oder an die Südwand, nur gekocht essen.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Die Aubergine ist die anspruchsvollste Frucht im Gemüsegarten, und wer sie in mittleren Lagen zuverlässig ernten will, braucht drei Dinge: einen frühen Start unter Licht, einen heißen Platz und die Bereitschaft, Kartoffelkäfer von Hand abzusammeln. Wer das mitbringt, erntet ab August glänzende, schwere Früchte, die geschmort nach Sommer schmecken.
Aussaat. Ab Anfang Februar bis Anfang März in Anzuchterde bei 24 bis 28 Grad. Wie Paprika keimt die Aubergine langsam, zwei bis drei Wochen, und nur warm. Danach unter eine Pflanzenlampe, zwölf bis vierzehn Stunden täglich, sonst werden die Pflanzen lang und blass. Pikieren nach dem ersten echten Blattpaar in Neun-Zentimeter-Töpfe, dann in Zwölfer, bei 20 bis 24 Grad. Bis zum Pflanzen im Mai sind das drei Monate Zimmerpflege. Wer das nicht leisten will, kauft im Mai kräftige, am besten veredelte Jungpflanzen; die Veredelung auf Wildtomate macht sie widerstandsfähig gegen Bodenpilze und deutlich ertragreicher.
Pflanzen. Nach den Eisheiligen ab Mitte Mai, im Gewächshaus ab Anfang Mai. Sechzig mal fünfzig Zentimeter Abstand, Kompost ins Pflanzloch, Stab setzen. Der Platz entscheidet: Gewächshaus oder Folientunnel sind ideal, die Südwand mit Vlies für kühle Nächte geht, ein dunkler Kübel ab zwanzig Litern auf der warmen Terrasse funktioniert oft besser als das Beet. Schwarzes Mulchvlies oder dunkler Kompostmulch erwärmen den Boden um mehrere Grad.
Pflege. Die Aubergine wächst buschig und wird mit fünf bis sechs Früchten je Pflanze am besten. Dafür werden die ersten Blüten in der Gabelung ausgebrochen und später überzählige Blüten entfernt; große Früchte statt vieler kleiner. Gießen gleichmäßig und am Fuß, Mulch obendrauf, ab der Blüte alle zwei Wochen Brennnesseljauche. Bei Hitze über 30 Grad im Gewächshaus lüften und schattieren, sonst kommen Spinnmilben. Und täglich nach Kartoffelkäfern sehen: Sie fliegen die Aubergine als erstes an.
Ernte. Ab August bis zu den ersten Frösten im Oktober. Reif ist die Frucht, wenn die Haut glänzt und beim Drücken leicht nachgibt; matte, gelbliche Haut heißt überreif, dann wird das Fleisch bitter und voller Kerne. Mit der Schere samt Stielansatz abschneiden. Auberginen lagern nicht lange, eine Woche kühl, nicht im Kühlschrank; Überschuss geschmort einfrieren.
Sorten. Für Freiland und kühle Lagen frühe, kleinfrüchtige Sorten: Bambino und Ophelia als Mini-Auberginen, Lange Violette für den Tunnel, Black Beauty als Klassiker fürs Gewächshaus. Weiße und gestreifte Sorten sind milder und ebenso robust.
Mischkultur. Gute Nachbarn sind Buschbohnen, Salat, Spinat und Basilikum, die den Boden decken. Tagetes am Rand. Nicht neben Tomaten, Paprika und Kartoffeln, die Kartoffelkäfer und Bodenpilze teilen, und vier Jahre Pause nach allen Nachtschattengewächsen.
Sicherheit. Rohe Auberginen enthalten Solanin und sind bitter; sie gehören gegart auf den Teller. Grüne Pflanzenteile sind nicht essbar. Wer die Frucht vor dem Braten salzt, zieht Bitterstoffe und Wasser heraus.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Auberginen im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Aubergine – Warenkunde und Zubereitung.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: BuschbohneSalat (Kopf- und Pflücksalat)BasilikumTagetes (Studentenblume)Spinat
Schlechte Nachbarn: TomateKartoffelPaprika und ChiliErbse
Häufige Probleme
Kartoffelkäfer
Die Aubergine ist seine Lieblingspflanze, noch vor der Kartoffel. Täglich absammeln, Larven und Eigelege auf der Blattunterseite zerdrücken. Ein Kulturschutznetz hält die Käfer fern.
Spinnmilben im Gewächshaus (feine Gespinste, gesprenkelte Blätter)
Trockene Hitze. Regelmäßig lüften, Blätter morgens abbrausen, Raubmilben ausbringen, wenn es nicht besser wird.
Blüten fallen ab
Unter 15 Grad in der Nacht oder Wassermangel. Warm halten, Vlies in kühlen Nächten, gleichmäßig gießen.
Kleine, harte Früchte
Zu viele Früchte an einer Pflanze. Auf fünf bis sechs Früchte beschränken, überzählige Blüten ausbrechen.
Verticillium-Welke (Blätter welken einseitig, Pflanze stirbt)
Bodenpilz. Vier Jahre Anbaupause für alle Nachtschattengewächse, veredelte Pflanzen sind widerstandsfähig.
In der Küche
Nur gekocht, gebraten oder gegrillt: als Auberginen-Creme, im Ratatouille, geschmort, gefüllt. Roh enthält sie Solanin und schmeckt bitter. Vor dem Braten salzen und abtupfen, dann saugt sie weniger Öl.