Obst · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Johannisbeere
Erst wieder ab Anfang OktoberEinsteigerwinterhartmehrjährig
Ribes rubrum (rote und weiße), Ribes nigrum (schwarze)
Im Herbst pflanzen, jedes Jahr die drei ältesten Triebe bodennah entfernen, mulchen: Ein Strauch trägt zwanzig Jahre ab Ende Juni, rote am alten Holz, schwarze am jungen.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Die Johannisbeere ist das Beerenobst für Gärten mit Schatten und wenig Zeit. Rote und weiße Sorten tragen an der Nordseite der Hecke, schwarze wollen mehr Sonne, und alle brauchen nur einen Schnitt im Jahr, bei dem die ältesten Triebe fallen. Um Johanni, am 24. Juni, werden die ersten Beeren rot, und der Strauch macht das zwanzig Jahre lang.
Pflanzen. Wurzelnackt im Oktober und November oder im März, Containerware ganzjährig. Als Strauch anderthalb Meter Abstand, als Stämmchen einen Meter mit Pfahl. Etwas tiefer setzen als im Topf, damit neue Bodentriebe kommen, Kompost ins Loch, alle Triebe auf ein Drittel kürzen, dick mulchen. Johannisbeeren sind Flachwurzler und wollen Dauermulch aus Laub oder Häcksel statt Hacke. Rote und weiße sind selbstfruchtbar, schwarze tragen mit einer zweiten Sorte besser.
Pflege. Schnitt im Winter oder direkt nach der Ernte: Rote und weiße Johannisbeeren tragen am zwei- bis vierjährigen Holz, deshalb jedes Jahr die zwei bis drei ältesten, dunklen Triebe bodennah entfernen und acht bis zwölf Triebe verschiedenen Alters stehen lassen. Schwarze tragen am einjährigen Holz und werden stärker verjüngt, jährlich ein Drittel der Triebe. Kompost im Frühjahr unter den Mulch, in der Blüte und Fruchtreife bei Trockenheit gießen, das verhindert das Verrieseln. Netz ab der Rotfärbung.
Ernte. Rote und weiße von Ende Juni bis Ende Juli, schwarze im Juli, ganze Trauben mit dem Stiel abgepflückt, wenn alle Beeren gefärbt sind; rote werden mit jedem Tag am Strauch süßer und können zwei Wochen hängen. Frisch halten sie drei Tage, eingefroren an der Traube ein Jahr. Schwarze Johannisbeerblätter im Mai für Tee und für Gurkengläser ernten.
Sorten. Rote: Rovada spät, lange Trauben, Jonkheer van Tets früh, Rolan robust. Weiße: Blanka, Weiße Versailler. Schwarze: Titania groß und mehltaufrei, Ben Sarek kompakt, Ometa aromatisch. Rosafarbene Sorten wie Rosa Sport sind mild und dekorativ. Für die Hecke die Jostabeere, eine Kreuzung mit Stachelbeere, wüchsig und unkompliziert.
Mischkultur. Knoblauch und Schnittlauch unter dem Strauch gegen Pilze, Ringelblumen und Kapuzinerkresse gegen Läuse, Erdbeeren und Salat als Unterpflanzung im ersten Jahr. Nicht unter Walnuss und Kiefer, die Trockenheit und Hemmstoffe bringen. Johannisbeeren sind ein Element der Naturhecke und Nistplatz für Grasmücken.
Hausapotheke. Die Blätter der Schwarzen Johannisbeere werden traditionell als Tee bei leichten Gelenkbeschwerden und zur Durchspülung der Harnwege genutzt; die europäische Arzneimittelagentur führt sie entsprechend. Die Beeren enthalten viel Vitamin C und wurden früher als Wintervorrat eingekocht. Nicht bei Ödemen durch Herz- oder Nierenschwäche in großer Menge.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Johannisbeeren im Hausgarten – Sorten und Schnitt. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Ribis nigri folium.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: KnoblauchSchnittlauchRingelblumeKapuzinerkresseErdbeereSalat (Kopf- und Pflücksalat)
Schlechte Nachbarn: WalnussKiefer
Häufige Probleme
Verrieseln (Blüten fallen ab, kaum Beeren)
Spätfrost, Trockenheit, Nährstoffmangel oder fehlende Befruchtung bei einigen Sorten. Mulch, gießen in der Blüte, zweite Sorte.
Johannisbeerglasflügler (Triebe sterben ab, Gänge im Mark)
Raupen im Trieb. Befallene Triebe bis ins gesunde Mark zurückschneiden und in die Biotonne.
Blattfallkrankheit (braune Punkte, Laubfall im Sommer)
Pilz bei feuchtem Wetter. Falllaub entfernen, auslichten, robuste Sorten.
Johannisbeerblasenlaus (rote Beulen auf Blättern)
Optisch, selten schädlich. Befallene Blattspitzen abknipsen, Nützlinge.
Vögel
Netz ab der Rotfärbung, Amseln räumen sonst in einer Stunde.
In der Küche
Rote als Gelee, Saft, Rote Grütze, Kuchen; Schwarze als Cassis-Sirup, Gelee, Likör, im Smoothie; Weiße frisch, mild und süß. Ganz eingefroren; Blätter der Schwarzen als Tee.
Traditionell in der Hausapotheke
Schwarze Johannisbeerblätter werden traditionell als Tee bei leichten Gelenkbeschwerden und zur Durchspülung genutzt (HMPC); die Beeren gelten wegen des Vitamin-C-Gehalts als Winterobst. Blättertee nicht bei Ödemen durch Herz- oder Nierenschwäche.