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Ein Garten, fünf Schritte. In dieser Reihenfolge.

Du brauchst keinen großen Garten und keine Ausrüstung. Du brauchst den Boden, ein kleines Beet und das Wissen, wann was dran ist. Der Rest kommt von selbst. Jeder Schritt hat einen Artikel zum Lesen, ein Video zum Zuschauen und eine Ampel, ob er gerade passt.

  1. Erdige Hände halten krümelige Gartenerde mit sichtbarem Pilzgeflecht und Regenwurm.

    Den Boden verstehen

    Einsteiger 1 Stunde lesen, 5 Minuten BodenprobeErst wieder ab Anfang Oktober

    Alles beginnt unter den Füßen. Bevor du säst, lernst du deinen Boden kennen: Sand, Lehm oder etwas dazwischen? Lebt er? Fünf Minuten mit einer Handvoll Erde beantworten mehr als jeder Ratgeber.

  2. Susi lehnt an einem Hochbeet und blättert in einem aufgeschlagenen Gartenbuch, im Hintergrund Kompostkisten.

    Das erste Beet

    Einsteiger Ein Nachmittag zum AnlegenJetzt ideal

    Ein Beet von 1,2 mal 3 Metern reicht für den Anfang. Im Mischkultur-Planer liegt es als Vorlage bereit: Salat, Radieschen, Buschbohnen, Möhren und Zwiebeln, die sich gegenseitig helfen. Nicht mehr, sonst wird es im Juni zu viel.

  3. Ein reifer Kürbis liegt im Beet, daneben eine Holzkiste mit geernteten Äpfeln.

    Was jetzt dran ist

    Einsteiger 5 Minuten pro WocheJetzt ideal

    Der Garten hat keinen Kalender, aber Fenster. „Diese Woche im Garten" zeigt dir mit grüner Leuchte, was jetzt gesät, gepflanzt und geerntet werden kann. Wer den Zeitpunkt trifft, braucht kaum Mittel.

  4. Vorratsregal mit Einmachgläsern, Zwiebelzöpfen und einer Holzkiste voller Kartoffeln.

    Die Ernte haltbar machen

    Einsteiger Ein Abend pro VerfahrenErst wieder ab Ende September

    Ab Juli kommt mehr aus dem Beet, als du essen kannst. Einkochen, fermentieren, trocknen, einlagern: vier Verfahren, die sicher sind, wenn du die Regeln kennst. Sicherheit steht bei uns vor Rezept.

  5. Insektenhotel zwischen blühenden Stauden, davor eine flache Wasserschale und ein Igel im Laub.

    Platz für Tiere

    Einsteiger Ein Wochenende, dann nie wiederJetzt ideal

    Ein Sandhaufen für Wildbienen, eine Hecke aus Astschnitt, ein Laubhaufen für den Igel. Wer den Tieren Platz lässt, bekommt Bestäuber und Schädlingsfresser gratis. Das ist der Kreislauf, um den es hier geht.

Wo fängst du an? Such dir deinen Platz aus

Ein Balkon, ein Beet und ein großer Garten sind drei verschiedene Aufgaben. Die fünf Schritte oben gelten überall — hier steht, wie sie bei dir konkret aussehen. Fang bei dem an, was du hast, nicht bei dem, was du dir wünschst.

Balkon und Fensterbrett

Ein paar Quadratmeter, alles in Gefäßen. Reicht für Salat, Kräuter und im Sommer für Tomaten.

  1. Zähl die Sonnenstunden Nicht schätzen, an einem klaren Tag nachsehen. Unter vier Stunden direkter Sonne wachsen Blattgemüse und die meisten Kräuter, ab sechs Stunden auch Tomate und Paprika. Nordbalkon heißt nicht nichts, sondern Salat statt Fruchtgemüse.
  2. Nimm größere Gefäße, als du denkst Zehn Liter je Pflanze sind das Minimum, für Tomaten zwanzig. Abzugslöcher sind Pflicht, sonst faulen die Wurzeln. Helle Töpfe heizen sich weniger auf als schwarze — auf einem Südbalkon macht das im Juli den Unterschied.
  3. Torffreie Erde, jedes Jahr aufgefrischt Komplett tauschen musst du nicht. Ein Drittel raus, frischen Kompost und eine Handvoll organischen Dünger dazu, durchmischen. Warum das reicht, steht beim Bodenleben.
  4. Fang mit vier Kulturen an Pflücksalat (schneiden, wächst nach), Radieschen (vier Wochen von Saat bis Ernte), Buschbohne und ein Topf Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Thymian. Mehr wird im Juni zu viel Arbeit.
  5. Gießen wird deine Hauptarbeit Ein Kübel trocknet um ein Vielfaches schneller aus als ein Beet. Im Sommer täglich mit dem Finger prüfen: zwei Zentimeter tief trocken heißt gießen, morgens und am Fuß der Pflanze. Untersetzer nur bei Hitze, sonst steht Wasser.

Ein kleines Beet

Bis etwa zehn Quadratmeter im Garten oder als Hochbeet. Der beste Einstieg, wenn Platz da ist.

  1. Such den Platz nach der Sonne aus Sechs Stunden Sonne, windgeschützt, nicht unter Bäumen und mit Wasser in Reichweite. Ein halbschattiges Beet ist kein verlorenes Beet, aber dort wachsen Salat und Kohl, keine Tomaten.
  2. Mach die Spatenprobe, bevor du säst Einen Spaten tief ausheben und die Erde ansehen: Zerfällt sie in bohnengroße Krümel, riecht sie nach Wald, sind Regenwürmer drin? Was die Antworten bedeuten, steht im Bodenartikel. Fünf Minuten, die dir eine Saison sparen.
  3. Ein Beet, 1,20 mal 3 Meter Diese Breite kommst du von beiden Seiten bis zur Mitte, ohne hineinzutreten. Vierzig Zentimeter Weg drumherum. Ein zweites Beet legst du im nächsten Jahr an, nicht in diesem.
  4. Fünf Kulturen, die sich vertragen Salat, Radieschen, Buschbohnen, Möhren und Zwiebeln. Möhre und Zwiebel halten sich gegenseitig die Fliegen vom Leib. Der Mischkultur-Planer hat das als Vorlage.
  5. Deck den Boden zu, sobald es warm wird Ab Mai eine Handbreit Rasenschnitt, Laub oder Stroh zwischen die Pflanzen. Das spart die Hälfte des Gießwassers, hält Beikraut klein und füttert das Bodenleben. Wie dick und womit, steht im Mulchartikel.

Ein großer Garten

Ab hundert Quadratmetern. Hier lohnt es sich, in Kreisläufen zu denken statt in Beeten.

  1. Teile den Garten nach Wegstrecke ein Was du täglich brauchst, kommt an die Tür: Kräuter, Salat, Schnittlauch. Gemüse, das wöchentlich Arbeit macht, in die Nähe. Obst, Beeren und die wilde Ecke nach hinten. Das ist der Kern der Permakultur und spart mehr Zeit als jedes Werkzeug.
  2. Setz einen Kompost auf, bevor du pflanzt Er braucht ein Jahr Vorlauf, und danach kaufst du keine Erde mehr. Zwei Kammern sind besser als eine: eine zum Füllen, eine zum Reifen. Grün und Braun im Wechsel ist die ganze Regel.
  3. Plan die Fruchtfolge über vier Jahre Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer, Gründüngung — und dann von vorn. Auf demselben Beet vier Jahre lang keine Pflanzenfamilie zweimal. Der Plan dazu passt auf eine Seite und verhindert die meisten Bodenkrankheiten.
  4. Pflanz zuerst, was jahrelang trägt Rhabarber, Johannisbeeren, Himbeeren, ein Kräuterbeet: einmal gesetzt, tragen sie ein Jahrzehnt. Einjähriges Gemüse kannst du jedes Jahr neu entscheiden, eine Beerenhecke nicht.
  5. Lass eine Ecke wild Ein Laubhaufen für den Igel, eine Benjeshecke aus dem Astschnitt, ein Sandarium für Wildbienen. Das kostet nichts außer Zurückhaltung und liefert dir Bestäuber und Schädlingsfresser. Wie viel Wildnis sinnvoll ist, steht im Naturgarten-Artikel.

Die fünf Fehler, die fast allen passieren

Nichts davon ist Unvermögen. Es sind fünf Annahmen, die vernünftig klingen und im Beet nicht stimmen. Wer sie kennt, spart sich das erste enttäuschende Gartenjahr.

  1. Zu viel auf einmal

    Der häufigste Fehler, und er passiert im März, wenn alles leicht aussieht. Zwanzig Sorten gesät, im Juni steht das Beet voll und die Hälfte geht ein. Ein Beet, fünf Kulturen, ein Jahr. Im zweiten Jahr weißt du, was du wirklich isst.

    Selbstversorger werden, Schritt für Schritt

  2. Zu früh gepflanzt

    Wärmepflanzen wie Tomate, Paprika, Gurke und Bohne kommen nach den Eisheiligen ins Freiland, also nach Mitte Mai. Vorher zählt nicht das Datum, sondern die Bodentemperatur: Bohnen keimen ab fünfzehn Grad, Möhren ab acht. Zwei Wochen zu früh kostet dich vier Wochen.

    Was im Mai wirklich dran ist

  3. Oft und wenig gießen

    Täglich ein bisschen zieht die Wurzeln nach oben, wo die Erde als Erstes austrocknet. Selten und gründlich zieht sie nach unten. Einmal in der Woche durchdringend, morgens, am Boden und nicht über das Blatt — das ist die ganze Kunst.

    Gießrechner: wie viel dein Beet braucht

  4. Den Boden nackt lassen

    Offene Erde verkrustet, trocknet aus und wird von Beikraut besiedelt. Eine Mulchdecke aus Rasenschnitt oder Laub hält die Feuchtigkeit, füttert die Regenwürmer und spart das meiste Jäten. Nackter Boden ist im Garten fast immer ein Fehler.

    Richtig mulchen: womit und wie dick

  5. Düngen, ohne zu wissen, was fehlt

    Die meisten Gartenböden sind mit Phosphat und Kali gut versorgt und brauchen vor allem Humus. Blaukorn auf so einen Boden schadet mehr, als es nützt. Erst ein Bodentest, dann Kompost, und Dünger nur da, wo wirklich etwas fehlt.

    Was gesunder Gartenboden braucht

Und danach?

Dann bist du kein Anfänger mehr. Das Gartenjahr sagt dir jeden Monat, was ansteht, das Pflanzenlexikon erklärt jede Kultur, und der Wochenbrief erinnert dich sonntags an das, was diese Woche zählt.