Der Juli ist der Monat der Fülle und der Monat, in dem man zum ersten Mal wieder an den Winter denkt. Jeden zweiten Tag kommt eine Schüssel Zucchini, Gurken, Bohnen und Beeren aus dem Garten, die ersten Tomaten werden rot, der Knoblauch kommt aus dem Boden. Und während das alles passiert, gehen Endivie, Chinakohl, Winterrettich und Ende des Monats der erste Feldsalat in die Erde. Wer im Juli nur erntet, hat im Oktober ein leeres Beet.
Ernten hält die Pflanze am Leben
Zucchini, Gurken und Bohnen produzieren nur, solange man erntet. Eine Zucchini, die vier Tage hängt, wird zum Kürbis, und die Pflanze stellt die Produktion ein, weil ihre Aufgabe erfüllt ist. Also alle zwei Tage durchgehen: Zucchini bei zwanzig Zentimetern, Bohnen bleistiftdick, Gurken, bevor sie gelb werden. Wer in den Urlaub fährt, bittet den Nachbarn ums Ernten, das ist wichtiger als das Gießen.
Knoblauch und Zwiebeln
Der Knoblauch kommt Anfang bis Mitte Juli aus der Erde, wenn das untere Drittel des Laubs gelb ist. Nicht warten, bis alles dürr ist, dann fällt die Knolle auseinander. Mit der Grabegabel anheben, mit Laub zwei Wochen luftig und schattig trocknen, dann flechten oder das Laub abschneiden. Zwiebeln folgen, wenn das Laub umfällt: aus der Erde, zwei Wochen an der Luft, bis die Schale raschelt, dann ins Netz oder zum Zopf.
Wasser bleibt die Hauptarbeit
Zwei- bis dreimal pro Woche gründlich, morgens, am Boden, wie im Juni. Der Mulch, der im Mai aufgelegt wurde, ist inzwischen zur Hälfte verrottet und wird nachgelegt. Bei Hitze über dreißig Grad kommt ein Schattiernetz über Salat und junge Pflanzen; Tomaten und Kürbis vertragen die Hitze, wenn der Boden feucht ist. Das Gewächshaus wird tagsüber weit geöffnet und beschattet, sonst kocht es.
Der Sommerschnitt
Obstbäume, die zu stark wachsen, werden jetzt geschnitten, das beruhigt sie; der Winterschnitt hätte sie noch mehr angeregt. Wasserschosse, die senkrechten Triebe im Kroneninneren, werden ausgerissen, solange sie weich sind. Steinobst kommt nach der Ernte dran. Sommerhimbeeren werden nach der Ernte bodennah von den abgetragenen Ruten befreit, Johannisbeeren ausgelichtet. Lavendel wird nach der Blüte um ein Drittel gekürzt, nicht ins alte Holz.
Aussaat für den Winter
Mitte Juli gehen Endivie, Zuckerhut, Radicchio, Chinakohl und Winterrettich in die Erde, sie brauchen die kürzer werdenden Tage. Ab Ende Juli folgen Feldsalat und Herbstspinat, im Halbschatten und feucht gehalten, sonst keimen sie in der Hitze nicht. Buschbohnen gehen bis Anfang Juli, danach reicht die Zeit nicht mehr. Und die letzten Winterkohle, Grünkohl, Rosenkohl, Palmkohl, kommen als Jungpflanzen bis Mitte Juli ins Beet, mit Kulturschutznetz gegen den Kohlweißling.
Kräuter haltbar machen
Der Juli ist der Monat des großen Kräuterschnitts. Thymian, Oregano, Salbei und Lavendel werden vor oder zu Beginn der Blüte an einem trockenen Vormittag geschnitten und in kleinen Bündeln kopfüber im Dunkeln getrocknet. Basilikum, Petersilie und Dill trocknen schlecht, sie kommen gehackt mit Öl in die Eiswürfelform oder mit grobem Salz in den Mixer.
Regionale Hinweise
Der Juli ist in mittleren Lagen oft der trockenste Monat. Ollas, Tontöpfe im Boden, bringen dann mehr als jeder Sprinkler: Sie geben das Wasser genau dort ab, wo die Wurzeln sind, und werden zweimal pro Woche gefüllt. Tomaten unter einem Vordach sind Ende Juli meist zwei Wochen weiter als die im Freiland. Im Norden ist der Juli oft feuchter, und die Braunfäule ist dort das größere Problem als die Trockenheit; im Alpenraum kommen die Beeren zwei Wochen später.