Gemüse
Mangold
Jetzt erntenEinsteigerwinterhart
Beta vulgaris subsp. vulgaris var. vulgaris
Ab Mitte April säen, ab Juni bis zum Frost immer wieder die äußeren Blätter ernten; eine Reihe versorgt eine Familie den ganzen Sommer und treibt im Frühjahr noch einmal.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Mangold ist der Spinat für Leute, die keine Zeit für Spinat haben. Er schießt nicht im Juni, er will nicht alle drei Wochen neu gesät werden, und er liefert von Juni bis zum Frost aus einer einzigen Reihe. Wer im Frühjahr fünf Meter sät, hat den Sommer über jede Woche Gemüse und im April, nach dem Winter, noch einmal einen Nachschlag.
Aussaat. Direkt ins Beet ab Mitte April, wenn der Boden zehn Grad hat; Mangold ist nicht frosthart, und ein Kältereiz an jungen Pflanzen lässt ihn im ersten Jahr schießen. Zwei bis drei Zentimeter tief, Reihen vierzig Zentimeter, in der Reihe alle zehn Zentimeter ein Samenknäuel, aus dem mehrere Keimlinge kommen; vereinzelt wird später auf 25 bis 30 Zentimeter bei Blattmangold, 35 bei Stielmangold. Vorkultur ab Mitte März im Haus bringt drei Wochen Vorsprung. Folgesaaten bis Mitte Juli liefern zarten Herbstmangold.
Pflege. Kompost vor der Saat, Mulch nach dem Auflaufen, gleichmäßig gießen, sonst nichts. Nach dem dritten oder vierten Erntedurchgang freut sich Mangold über Brennnesseljauche. Ein Kulturschutznetz ab Mai hält die Rübenfliege fern, deren Larven Blasen in die Blätter fressen; befallene Blätter werden einfach abgeschnitten. Im Herbst bleibt die Pflanze stehen und wird mit Laub angehäufelt.
Ernte. Ab Juni, sechs bis acht Wochen nach der Saat, indem die äußeren Blätter mit dem Stiel dicht über dem Boden abgeschnitten oder abgedreht werden. Das Herz bleibt stehen und schiebt neue Blätter nach; so trägt eine Pflanze bis zum Frost. Nie mehr als die Hälfte der Blätter auf einmal nehmen. Nach milden Wintern kommt im April ein zweiter Austrieb, der bis zur Blüte im Juni geerntet wird.
Sorten. Blattmangold (Schnittmangold) mit schmalen Stielen wie Grüner Schnitt für die Spinatverwendung; Stielmangold mit breiten weißen Rippen wie Glatter Silber oder Lucullus für die Spargelvariante; bunte Sorten wie Bright Lights, Rhubarb Chard und Feurio mit roten, gelben und orangen Stielen, die auch im Staudenbeet stehen können und etwas schossfreudiger sind.
Mischkultur. Mangold steht gut neben Kohl, Kohlrabi, Möhren, Radieschen, Buschbohnen und Zwiebeln. Nicht neben Spinat und Roter Bete, die zur selben Familie gehören und dieselben Krankheiten teilen; auf derselben Fläche drei Jahre Pause für alle Gänsefußgewächse.
Küche und Hinweis. Mangold enthält wie Spinat und Rhabarber Oxalsäure. Für gesunde Menschen ist das gekocht unproblematisch, roh in Mengen sollte er nicht gegessen werden; wer zu Nierensteinen neigt, isst ihn maßvoll und blanchiert die Blätter. Das Kochwasser wird weggegossen.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Mangold im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Mangold – Warenkunde und Oxalsäure.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: Weißkohl und RotkohlKohlrabiMöhreRadieschenBuschbohneSalat (Kopf- und Pflücksalat)Zwiebel
Schlechte Nachbarn: SpinatRote Bete
Häufige Probleme
Schießt im ersten Jahr
Kältereiz nach zu früher Saat oder Trockenstress. Erst ab Mitte April säen, wenn der Boden zehn Grad hat, gleichmäßig gießen.
Löcher und Fraßgänge in den Blättern (Rübenfliege)
Die Larven minieren im Blatt. Befallene Blätter entfernen, Kulturschutznetz ab Mai.
Braune Flecken mit rotem Rand (Blattfleckenkrankheit)
Bei feuchtem Wetter und dichtem Stand. Befallene Blätter raus, weiter Abstand, morgens gießen.
Schnecken an Jungpflanzen
Absammeln, Jungpflanzen erst kräftig setzen; große Pflanzen werden verschont.
Blätter werden gelb
Stickstoffmangel nach vielen Ernten. Brennnesseljauche oder Kompost nachlegen.
In der Küche
Blätter wie Spinat dünsten, Stiele wie Spargel getrennt garen, gratiniert, im Strudel, als Mangold-Quiche. Blätter blanchiert einfrieren, Stiele milchsauer einlegen. Nicht roh in Mengen: Oxalsäure.