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Herbst · Monat 9 von 12 · Jetzt

September im Garten: Der Höhepunkt, nicht das Ende

Der September ist der Monat mit der vollsten Kiste und dem letzten offenen Aussaatfenster zugleich. Was jetzt in die Erde kommt, ernährt dich im Winter. Was jetzt liegen bleibt, ernährt den Boden.

Ein reifer Kürbis liegt im Beet, daneben eine Holzkiste mit geernteten Äpfeln.

Der September in drei Schritten

Grün: jetzt ideal. Gelb: noch möglich. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Säen im September

Vorkultur (drinnen)Direktsaat (Freiland)Gewächshaus / Frühbeet
  • Feldsalat in Schalen (für spätere Pflanzung ins Gewächshaus oder Frühbeet)
  • Winterportulak (Postelein)
  • Winterheckenzwiebel
  • Feldsalat (Hauptaussaat bis Mitte September für die Herbsternte; Ende September gesät erst ab Februar/März erntereif)
  • Spinat, winterharte Sorten wie Matador oder Winterriesen
  • Winterportulak (Postelein)
  • Rucola
  • Radieschen, nur bis Mitte des Monats, schnelle Sorten
  • Asia-Salate (Mizuna, Red Giant)
  • Gründüngung: Phacelia bis Mitte September, Winterroggen, Winterwicke, Inkarnatklee
  • Feldsalat, Spinat, Asia-Salate für die Winterernte
  • Schnittsalat und Pflücksalat

Pflanzen

  • Erdbeerennur noch Topfpflanzen mit Ballen bis Mitte September; wurzelnackte Ableger gehörten bis Ende August ins Beet
  • Blumenzwiebeln ab Ende SeptemberKrokus, Narzisse, Wildtulpe, dreifache Zwiebelhöhe tief
  • Stauden teilen und neu setzen, solange der Boden warm ist
  • Gehölze und Hecken ab Ende September pflanzen, der Boden ist noch warm und der Regen kommt
  • Kohlrabi und Salat aus Jungpflanzen fürs Gewächshaus

Ernten

  • Tomaten, Paprika, Zucchini, Gurkenalles, was noch reift, bevor die Nächte kalt werden
  • Kürbis (Klopftest, verholzter Stiel), Zwiebeln (wenn das Laub umfällt), Kartoffeln (wenn das Kraut abgestorben ist)
  • Äpfel und Birnen mit der Kipp-Probe, nur mit Stiel und ohne Druckstellen ins Lager
  • Holunderbeeren, Hagebutten (erste, besser nach dem ersten Frost), Brombeeren, Herbsthimbeeren
  • Bohnen und Erbsen als Trockenware ausreifen lassen
  • Kräuterletzter großer Schnitt vor dem Winter

Schneiden und pflegen

  • Abgetragene Himbeerruten (Sommerhimbeeren) bodennah entfernen
  • Tomatenuntere Blätter abnehmen und neue Blüten ausbrechen, damit die letzten Früchte reifen (entspitzt wurde Anfang August)
  • Brombeerenabgetragene Ranken raus
  • Heckennur Pflegeschnitt, kein starker Rückschnitt (Beeren bleiben für die Vögel)

Bauen

  • Laubkomposter aus Drahtgitter aufstellen, bevor das Laub fällt
  • Hochbeet für die Neubefüllung im Oktober vorbereiten, Material sammeln
  • Frühbeetkasten oder Vlies-Tunnel für die Winterernte bereitlegen
  • Sandarium bauen, der Boden ist noch trocken und warm

Küche des Monats

  • Sauerkraut ansetzen, sobald der erste Weißkohl reif ist
  • Holundersirup und Holundergelee
  • Zucchini-Relish gegen die Schwemme
  • Apfelessig aus Schalen und Kerngehäusen
  • Kräutersalz und Kräuteröl
  • Tomaten einkochen oder als Passata einfrieren

Der September im Video

Vorschaubild zum Video: Knoblauch im September stecken: So erntest du nächstes Jahr RIESEN-Knollen

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Knoblauch im September stecken: So erntest du nächstes Jahr RIESEN-Knollen Gründüngung im September: Natürlicher Bodenschut…Garten im September: Nicht das Ende, sondern der…

Der September ist der Monat, der am häufigsten falsch verstanden wird. Viele räumen auf, weil die Saison „vorbei” ist. Dabei ist nichts vorbei. Die Kiste ist so voll wie sonst nie, der Boden ist warm, die Nächte werden feucht, und genau das sind die besten Keimbedingungen des Jahres. Was jetzt gesät wird, keimt schneller als im April.

Das Beet ist nicht fertig, es ist nur leer

Nach Kartoffeln, Zwiebeln, Bohnen und den ersten Kohlköpfen liegen im September plötzlich Flächen frei. Dafür gibt es drei Antworten, und alle drei sind besser als nackter Boden. Erstens Wintergemüse: Feldsalat, winterharter Spinat, Winterportulak, Rucola und Asia-Salate keimen noch bei zehn Grad und liefern von November bis in den März. Zweitens Gründüngung: Phacelia bis Mitte September, Winterroggen und Winterwicke bis in den Oktober. Die Wurzeln lockern den Boden tiefer als jede Grabegabel, im Winter frieren die Pflanzen ab und liegen als Mulch. Drittens, wenn keine Zeit ist: eine Handbreit Laub, Rasenschnitt oder Stroh. Darunter arbeiten die Regenwürmer weiter, auch wenn oben Frost liegt.

Was nicht passiert: umgraben und liegen lassen. Damit zerreißt du die Pilzgeflechte, die sich den ganzen Sommer aufgebaut haben.

Ernten, bevor die Nacht kalt wird

Tomaten reifen im September noch, aber nur, wenn die Pflanze ihre Kraft in die vorhandenen Früchte steckt. Deshalb jetzt die unteren Blätter entfernen und neue Blüten ausbrechen; entspitzt wurde Anfang August. Grüne Tomaten, die Ende des Monats noch hängen, kommen ins Haus und reifen bei Zimmertemperatur nach, gern neben einem Apfel.

Beim Kürbis entscheidet nicht der Kalender, sondern der Klopftest: dumpf und hohl heißt reif, hart und satt heißt warten. Der Stiel bleibt dran, mindestens fünf Zentimeter. Danach zwei Wochen warm nachreifen lassen, damit die Schale aushärtet. Zwiebeln werden geerntet, wenn das Laub umgefallen ist, und trocknen zwei Wochen an einem luftigen Platz, bis die Außenhaut raschelt.

Bei Äpfeln gilt die Kipp-Probe: anheben, leicht kippen, löst sich der Stiel, ist die Frucht reif. Gezogene Äpfel haben eine Wunde am Stielansatz und faulen im Lager zuerst.

Der Wegrand hängt voll

Holunderbeeren sind reif, wenn die Dolden tiefschwarz glänzen und die Stiele rot werden. Roh sind sie nichts für den Magen, gekocht sind sie Sirup, Gelee und Suppe für den ganzen Winter. Die ersten Hagebutten leuchten schon, aber sie werden nach dem ersten Frost weicher und süßer. Wer nicht warten will, legt sie eine Nacht ins Gefrierfach.

Kräuter: der letzte große Schnitt

Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano und Bohnenkraut werden jetzt an einem trockenen Vormittag geerntet, nur die Triebspitzen, kein kräftiger Rückschnitt vor dem Winter, und in kleinen Bündeln kopfüber getrocknet, dunkel und unter dreißig Grad. Petersilie, Schnittlauch, Dill und Basilikum trocknen schlecht; die kommen gehackt mit Öl in die Eiswürfelform oder als Kräutersalz ins Glas. Nass geerntete Kräuter schimmeln beim Trocknen, deshalb nie nach dem Regen ernten.

Regionale Hinweise

In mittleren Lagen fällt der September meistens in zwei Hälften. Bis Mitte des Monats ist es noch Sommer, mit Tomaten, Zucchini und den letzten Gurken. Ab der zweiten Hälfte kommt morgens Nebel über die Beete, und dann geht es um Aussaat, Laub und Vorrat. Lehmiger Boden speichert die Sommerwärme lange; Feldsalat, der um den 25. September gesät wird, ist im November meistens noch erntereif. Im Norden sät man zwei Wochen früher, im Alpenraum bis zu drei.

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