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Phacelia (Bienenfreund)
Säen: noch möglich bis mitte septemberEinsteiger
Phacelia tanacetifolia
Die Gründüngung für jede Lücke: von April bis Mitte September ein bis zwei Gramm je Quadratmeter säen, in sechs Wochen blüht sie blau für Bienen, friert im Winter ab und liegt als Mulch.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Phacelia ist die Pflanze, die man auf jedes leere Beet wirft: Sie keimt in einer Woche, deckt den Boden in drei, blüht in sechs blauviolett und wird von Bienen so belagert, dass man das Summen vom Haus aus hört. Sie ist mit keinem Gemüse verwandt und passt deshalb in jede Fruchtfolge, ihre Wurzeln hinterlassen Krümel, und im Winter friert sie ab und liegt als Mulch, ohne dass man etwas tun muss.
Aussaat. Von April bis Mitte September auf jedes Beet, das frei wird, ein bis zwei Gramm je Quadratmeter, das ist ein knapper Teelöffel. Der häufigste Fehler ist zu viel: Wer Phacelia so dicht sät wie Roggen, bekommt einen filzigen Bestand, der umkippt. Phacelia ist Dunkelkeimer: breitwürfig streuen, ein bis zwei Zentimeter tief einharken, andrücken, bei Trockenheit angießen. Keimung in einer Woche. Später als Mitte September gesät wird sie vor dem Frost nicht mehr groß.
Pflege. Keine. Sie braucht keinen Dünger, kein Wasser, keinen Schutz. Nach sechs bis acht Wochen blüht sie und wird, wenn das Beet gebraucht wird, gemäht oder mit der Sense abgeschlagen, gehäckselt und als Mulch liegen gelassen; die Wurzeln bleiben im Boden. Wer die Bienen füttern will, lässt sie sechs Wochen blühen, mäht aber vor der Samenreife, sonst sät sie sich aus. Im Herbst gesät, friert sie bei minus fünf Grad ab und deckt das Beet bis zum Frühjahr.
Wirkung. Phacelia lockert mit feinen Wurzeln den Boden, unterdrückt Beikraut durch schnelle Bedeckung, hält Nährstoffe über den Winter fest, die sonst ausgewaschen würden, und füttert Regenwürmer. Stickstoff sammelt sie nicht, dafür braucht es Klee oder Wicke. Ihre Blüten sind eine der besten Weiden für Honigbienen, Wildbienen und Schwebfliegen, die dann im Nachbarbeet Blattläuse fressen.
Sorten. Angel, Amerigo, Stala und Boratus als Gründüngungssorten mit gleichmäßigem Aufwuchs; für den Bienengarten reicht die Art. Saatgut gibt es in Tüten für zehn Quadratmeter oder im Kilo für die Fläche; ein Kilo reicht bei zwei Gramm je Quadratmeter für fünfhundert Quadratmeter.
In der Fruchtfolge. Phacelia ist neutral: Sie gehört keiner Gemüsefamilie an und kann vor und nach jeder Kultur stehen, auch vor Kohl, wo Gelbsenf wegen der Kohlhernie ausfällt. Als Sommerlücke zwischen Frühkartoffeln und Feldsalat, als Herbstdecke nach Zwiebeln und Bohnen, als Blühstreifen am Rand des Gemüsegartens. Sie hat keine schlechten Nachbarn.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Gründüngung im Hausgarten – Phacelia. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Gründüngungspflanzen und Saatstärken.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: Weißkohl und RotkohlMöhreKartoffelSalat (Kopf- und Pflücksalat)TomateErdbeere
Schlechte Nachbarn: keine bekannten
Häufige Probleme
Keimt lückig
Dunkelkeimer, zu flach gesät. Ein bis zwei Zentimeter tief einharken, andrücken, feucht halten.
Zu dicht, filzig, kippt
Zu viel Saatgut. Ein bis zwei Gramm je Quadratmeter, ein knapper Teelöffel; zehn Gramm sind zehnmal zu viel.
Sät sich aus
Vor der Samenreife mähen oder im Winter abfrieren lassen; Sämlinge im Frühjahr sind leicht zu jäten.
Verrottet nicht
Verholzte Stängel nach der Blüte. Rechtzeitig mähen und häckseln, als Mulch liegen lassen.
Hautreizung
Die Behaarung reizt empfindliche Haut. Lange Ärmel beim Mähen.
In der Küche
Keine Verwendung; die Blüten sind eine Bienen- und Schwebfliegenweide und liefern Phacelia-Honig.