Kraut · bienenfreundlich
Basilikum
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Ocimum basilicum
Ab April warm vorziehen, nach den Eisheiligen an den wärmsten Platz, Triebspitzen ernten statt einzelne Blätter, und nie kalt stellen. Der Supermarkttopf im Winter ist kein Maßstab.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Basilikum ist das Kraut, das im Supermarkt für zwei Euro verkauft wird und nach einer Woche stirbt, und das Kraut, das im Garten unter Tomaten von Juni bis September ein Meer aus Blättern liefert. Der Unterschied liegt in drei Dingen: Wärme, Platz und der Art, wie man erntet.
Aussaat. Ab Anfang April im Haus, bei zwanzig bis 25 Grad, auf feuchte Erde gestreut und nur angedrückt, weil Basilikum Lichtkeimer ist. Keimung in einer Woche. Pikieren in Neun-Zentimeter-Töpfe, drei bis fünf Pflanzen je Topf, nicht mehr; der Supermarkttopf mit hundert Keimlingen ist der Grund, warum er dort stirbt. Direktsaat ins Beet ab Ende Mai, wenn der Boden warm ist, funktioniert in warmen Lagen. Wer den Supermarkttopf retten will, teilt ihn in vier Stücke und pflanzt sie einzeln.
Pflanzen. Nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, 25 mal 25 Zentimeter, an den wärmsten Platz: unter Tomaten im Gewächshaus, an der Südwand, im Kübel auf der Terrasse. Unter zwölf Grad stellt Basilikum das Wachstum ein und bekommt schwarze Blätter. Ein Vlies in kühlen Nächten bis Mitte Juni schadet nicht. Im Topf ab drei Litern je Pflanze, mit Abzugsloch.
Pflege. Gießen morgens am Boden, gleichmäßig feucht, nie nass, nie über die Blätter. Im Topf alle zwei Wochen Komposttee oder Flüssigdünger, im Beet reicht Kompost. Und die wichtigste Regel: Nicht einzelne Blätter zupfen, sondern ganze Triebspitzen über einem Blattpaar abschneiden. Dort treiben zwei neue Triebe aus, die Pflanze wird buschig und blüht nicht. Wer Blätter zupft, bekommt kahle Stängel mit Blüten.
Ernte. Ab Juni, sobald die Pflanzen fünfzehn Zentimeter hoch sind, dann alle ein bis zwei Wochen die Spitzen. Am Vormittag geerntet, wenn die ätherischen Öle am stärksten sind. Vor dem ersten kalten Wetter im September wird die ganze Pflanze zu Pesto; Basilikum lässt sich nicht trocknen, ohne sein Aroma zu verlieren, aber als Pesto oder in Öl gehackt eingefroren hält es den Winter. Ein paar Pflanzen dürfen für die Bienen und das Saatgut blühen.
Sorten. Genoveser als Standard für Pesto, Großblättriges für Caprese, Zitronenbasilikum und Thai-Basilikum für die asiatische Küche, Rotes Basilikum als Farbe im Salat, Griechisches Buschbasilikum mit kleinen Blättern, das kompakt bleibt und im Topf am robustesten ist. Gegen Falschen Mehltau helfen resistente Sorten wie Eleonora oder Prospera.
Mischkultur. Basilikum und Tomate sind das klassische Paar, im Beet wie auf dem Teller: Der Duft hält Weiße Fliege fern, und der Schatten der Tomate schützt vor Mittagshitze. Auch zu Gurken, Paprika, Zucchini, Salat und Kohl. Nicht neben Rosmarin, Thymian und Salbei, die es trocken und mager wollen, während Basilikum Wasser und Nahrung braucht.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Basilikum im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Basilikum – Warenkunde und Verwendung.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: TomateGurkePaprika und ChiliZucchiniSalat (Kopf- und Pflücksalat)Weißkohl und Rotkohl
Schlechte Nachbarn: RosmarinThymianSalbei
Häufige Probleme
Pflanzen sterben nach dem Kauf oder im Mai
Kälte unter zwölf Grad, nasse Füße, Supermarkttöpfe mit hundert Pflanzen. Warm stellen, Topf teilen und einzeln setzen, nie kalt und nass.
Schnecken fressen alles
Basilikum ist Lieblingsfutter. Im Topf mit Kupferband, im Beet Ring aus Kaffeesatz hilft nicht, Absammeln schon.
Blüht und wird bitter
Regelmäßig die Triebspitzen über einem Blattpaar ernten, das verhindert die Blüte und macht die Pflanze buschig.
Schwarze Flecken, Blätter fallen (Falscher Mehltau)
Nasses Laub, kühle Nächte. Am Boden gießen, luftiger Stand, befallene Pflanzen entfernen, resistente Sorten.
Blassgrün und klein
Hunger im Topf. Alle zwei Wochen Flüssigdünger oder Komposttee.
In der Küche
Frisch als Pesto, Caprese, auf der Pizza nach dem Backen, in Tomatensoße erst am Ende, im Kräuteröl nur getrocknet und im Kühlschrank. Einfrieren als Würfel in Öl oder Pesto; Trocknen nimmt das Aroma.