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Herbst · Monat 11 von 12

November im Garten: Zudecken, einlagern, stehen lassen

Im November passiert im Garten weniger, als man denkt, und mehr, als man sieht. Unter dem Laub arbeiten die Regenwürmer weiter, im Keller entscheidet sich, ob der Vorrat bis März reicht, und in den Stauden ziehen die Nützlinge für den Winter ein.

Laubhaufen und ein Laubkomposter aus Draht stehen vor einer Hecke im Herbst.

Der November in drei Schritten

Grün: jetzt ideal. Gelb: noch möglich. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Säen im November

Vorkultur (drinnen)Direktsaat (Freiland)Gewächshaus / Frühbeet
Nichts
  • Kaltkeimer: Bärlauch, Schlüsselblume, Pfingstrose, Christrose, Eisenhut (stark giftig, Handschuhe)
  • Dicke Bohnen in milden Lagen (Ackerbohne), sonst im Februar
  • Wintersteckzwiebeln in milden Lagen bis Anfang November
  • Feldsalat und Spinat als Jungpflanzen setzen, Aussaat lohnt kaum noch

Pflanzen

  • Knoblauch bis Mitte November, danach solange der Boden offen ist
  • Obstbäume, Beerensträucher, Heckenwurzelnackte Ware, die beste Pflanzzeit des Jahres
  • Rosen, wurzelnackt
  • Letzte Blumenzwiebeln, vor allem Tulpen mögen das späte Setzen
  • Rhabarber und Meerrettich aus Teilstücken

Ernten

  • Möhren, Rote Bete, Sellerie vor dem Dauerfrost; Pastinaken und Schwarzwurzeln nach Bedarf aus dem Beet
  • Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing, Palmkohlab November milder (Kälte und Reife, nicht der Frost)
  • Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Asia-Salate
  • Lauch, Topinambur, Chinakohl, Endivie
  • Späte Äpfel und Birnen, Quitten, Walnüsse
  • Hagebutten und Schlehen nach dem Frost
  • Wurzeln für die HausapothekeLöwenzahn, Beinwell, Meerrettich

Schneiden und pflegen

  • Kein Rückschnitt an Hecken und Sträuchern, das wartet bis Februar
  • Herbsthimbeeren bodennah abschneiden, falls im Oktober nicht geschehen
  • Kranke und dürre Triebe an Obstbäumen entfernen, in den Restmüll
  • Stauden nicht schneiden, nur Krankes entfernen

Bauen

  • Hochbeet fertig schichten, solange das Material nicht gefroren ist
  • Igelquartier nachlegen, Laub festhalten mit Reisig
  • Frühbeetkasten oder Vliestunnel über Feldsalat und Spinat
  • Regentonnen leeren und Wasserhähne frostsicher machen
  • Werkzeug reinigen, ölen, Schneiden schärfen
  • Nisthilfen und Benjeshecke bauen, solange der Boden weich ist

Küche des Monats

  • Hagebuttenmark und Hagebuttensuppe
  • Sauerkraut aus Spätkohl
  • Kürbis in allen Formen, Suppe und Ofengemüse
  • Quittengelee und Quittenbrot
  • Grünkohl ab November, mild durch Kälte und Reife
  • VorratskontrolleÄpfel, Kartoffeln, Zwiebeln einmal pro Woche durchschauen

Der November im Video

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Gemüsegarten im Herbst | Was du im November noch säen und ernten kannst

Der November hat einen schlechten Ruf, und er hat ihn nicht verdient. Er ist der Monat, in dem der Garten zur Ruhe kommt, ohne dass die Arbeit wertlos wird. Was jetzt zugedeckt wird, ist im Frühjahr Krume statt Kruste. Was jetzt in den Keller kommt, ernährt bis März. Und was jetzt stehen bleibt, sind die Nützlinge des nächsten Jahres.

Zudecken statt umgraben

Jedes offene Beet bekommt eine Decke: eine Handbreit Laub, Rasenschnitt, Stroh oder notfalls Pappe mit ein paar Steinen. Darunter arbeiten die Regenwürmer bis in den Dezember, ziehen das Laub ein und hinterlassen Gänge, die im Frühjahr Wasser und Luft leiten. Umgegraben wird nicht. Der Boden ist ein Stockwerk-System, und wer ihn wendet, tauscht die Bewohner der oberen Etage gegen die der unteren, mit dem Ergebnis, dass beide sterben. Auf schwerem Lehm reicht es, im Frühjahr mit der Grabegabel zu lockern.

Ernten, was der Frost nicht mag

Möhren, Rote Bete und Sellerie kommen vor dem Dauerfrost aus der Erde; Pastinaken und Schwarzwurzeln dürfen unter einer Laubdecke im Beet bleiben. Sie werden nicht gewaschen, nur grob abgeputzt, das Laub wird auf zwei Zentimeter gekürzt, und dann kommen sie lagenweise in eine Kiste mit feuchtem Sand. Bei zwei bis sechs Grad im Keller bleiben sie bis März knackig statt gummiartig. Pastinaken und Schwarzwurzeln dürfen auch im Beet bleiben, unter Laub, und werden nach Bedarf geerntet; sie schmecken nach Frost sogar besser.

Grünkohl, Rosenkohl und Wirsing bleiben stehen. Anhaltend kühle Temperaturen und die Reife wandeln Stärke in Zucker um; der Frost selbst ist es nicht, ein Grünkohl im Gefrierfach wird nicht süßer. Ab November schmeckt er deshalb milder als im September. Geerntet wird von unten nach oben, immer nur so viel, wie in die Küche kommt.

Das Winterquartier

Kübelpflanzen kommen erst bei angekündigtem Frost ins Haus, nicht bei der ersten kühlen Nacht. Die Kälte im Oktober ist das Signal, den Stoffwechsel herunterzufahren; wer es der Pflanze nimmt, bekommt im Januar Blattfall und Läuse. Im Quartier gilt: kühl, fünf bis zehn Grad, hell für alles Immergrüne, dunkel nur für Laubabwerfende. Und fast nicht gießen. Der häufigste Todesgrund im Winterquartier ist nicht Kälte, sondern Wurzelfäule.

Pflanzzeit für alles mit Wurzeln

Der November ist die beste Zeit für wurzelnackte Obstbäume, Beerensträucher, Hecken und Rosen. Der Boden ist noch nicht gefroren, aber die Pflanze ruht, sie steckt alle Kraft in die Wurzeln und startet im Frühjahr durch, während Containerpflanzen aus dem April erst einmal Anschluss suchen. Pflanzloch doppelt so breit wie der Ballen, nicht tiefer als vorher, Boden lockern, angießen, Baumscheibe mulchen, Pfahl setzen.

Regionale Hinweise

In mittleren Lagen kommt der erste Dauerfrost meistens Ende November. Bis dahin liegt das Laub auf den Beeten, die Sandkiste ist voll, die Regentonnen sind leer und die Werkzeuge hängen geölt im Schuppen. Der Garten sieht dann aus wie nicht aufgeräumt, und genau so soll er aussehen. Im Norden bleibt es oft bis Dezember offen; wer im Alpenraum gärtnert, hat das alles zwei Wochen früher erledigt.

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