Obst · bienenfreundlich
Apfel
Jetzt erntenEinsteigerwinterhartmehrjährig
Malus domestica
Im Herbst wurzelnackt pflanzen, an Tagen ohne strengen Frost schneiden, im Juni ausdünnen und die Lagersorten Anfang Oktober pflücken. Ein Baum trägt fünfzig Jahre, wenn die Sorte zum Boden passt.
Das Jahr auf einen Blick
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Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Der Apfelbaum ist die Pflanze, die den Garten am längsten begleitet: Ein Halbstamm trägt vierzig, ein Hochstamm hundert Jahre. Deshalb zählt bei ihm die Wahl mehr als alles danach: die Sorte, die zum Boden und zum Klima passt, die Unterlage, die die Größe bestimmt, und der Platz, an dem die Blüte im Mai keinen Frost abbekommt. Alles Weitere sind zwei Handgriffe im Jahr.
Pflanzen. Wurzelnackt im Oktober und November oder im März, Containerware ganzjährig, am besten aber im Herbst. Pflanzloch doppelt so breit wie der Wurzelballen, die Veredelungsstelle zehn Zentimeter über der Erde, ein Pfahl auf der Wetterseite, Kompost ins Loch, keinen Mist. Angießen mit zwanzig Litern, Baumscheibe einen Meter frei halten und mulchen. Der Pflanzschnitt kürzt die Leittriebe um ein Drittel. Die Unterlage entscheidet: M9 gibt eine zwei Meter hohe Spindel für das Beet, M26 einen Buschbaum, MM111 oder Sämling einen Halb- oder Hochstamm für die Wiese.
Pflege. Schnitt im Winter an Tagen ohne strengen Frost, nicht unter minus fünf Grad, von Januar bis Anfang März: vier bis fünf Leitäste, die Mitte offen, steile Triebe raus, Konkurrenztriebe zur Spitze entfernen, altes Fruchtholz verjüngen. Ein zweiter Schnitt im Sommer beruhigt zu starkes Wachstum. Im Juni, nach dem natürlichen Fruchtfall, auf ein bis zwei Früchte je Büschel ausdünnen, das ergibt große Äpfel und beugt der Alternanz vor. Kompost im März in den Baumring, Mulch darüber, in trockenen Sommern junge Bäume wöchentlich gießen. Im Juli ein Wellpappgürtel um den Stamm gegen den Apfelwickler, im Herbst abnehmen und verbrennen.
Ernte. Sommeräpfel ab August, direkt vom Baum und nicht lagerfähig; Herbst- und Lagersorten von Mitte September bis Anfang Oktober, wenn sich der Apfel mit einer leichten Drehung löst und die Kerne braun sind. Lagersorten leicht unreif pflücken, mit Stiel, ohne Druckstellen, und im kühlen, feuchten Keller in flachen Kisten lagern; sie reifen dort nach und halten bis März. Fallobst wird zu Mus, Saft und Essig, faule Früchte weggeworfen, weil das Schimmelgift Patulin sich in der Frucht verteilt.
Sorten. Für Süddeutschland und Lehmboden robuste, schorfarme Sorten: Topaz und Rubinola als moderne Lagersorten, Boskoop und Jakob Fischer als alte, Roter Berlepsch für Geschmack, Ontario für die lange Lagerung, Alkmene und Rebella für den Buschbaum. Mindestens zwei Sorten, die sich befruchten, oder ein Nachbar mit Apfelbaum in fünfzig Metern.
Mischkultur. Unter dem Baum wachsen Knoblauch, Schnittlauch und Kapuzinerkresse gegen Blattläuse, Ringelblumen für Nützlinge, im Halbschatten Salat, Spinat und Erdbeeren. Nicht in die Nähe von Kartoffeln, die den Baum schwächen, und nicht unter Walnussbäume, deren Laub das Wachstum hemmt. Ein Nistkasten für Meisen im Baum ist die beste Wicklerbekämpfung.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Apfel im Hausgarten – Sorten, Schnitt, Pflege. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Patulin in Apfelprodukten.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: KnoblauchSchnittlauchKapuzinerkresseRingelblumeSalat (Kopf- und Pflücksalat)SpinatErdbeere
Schlechte Nachbarn: KartoffelWalnuss
Häufige Probleme
Apfelschorf (braune Flecken, rissige Früchte)
Pilz bei feuchtem Frühjahr. Robuste Sorten, luftige Krone, Falllaub im Herbst mulchen oder kompostieren, damit die Sporen nicht überwintern.
Apfelwickler (Wurm im Apfel)
Raupen bohren ab Juni. Pheromonfallen zur Überwachung, Wellpappgürtel im Juli, Fallobst täglich auflesen, Meisen fördern.
Mehltau an Triebspitzen
Weißer Belag. Befallene Triebe im Juni ausbrechen, anfällige Sorten meiden.
Alternanz (ein Jahr voll, ein Jahr nichts)
Im Juni auf ein bis zwei Früchte je Büschel ausdünnen, das gleicht den Rhythmus aus.
Faule Äpfel am Baum (Monilia)
Fruchtmumien entfernen, Wunden vermeiden, Wickler bekämpfen.
In der Küche
Frisch, als Mus, Kuchen, Kompott, Saft, Most, Essig, Dörrringe; Lagersorten im kühlen Keller bis März. Faule und schimmelige Äpfel nicht verarbeiten (Patulin).