Gemüse · bienenfreundlich
Topinambur
Erst wieder ab Anfang OktoberEinsteigerwinterhartmehrjährig
Helianthus tuberosus
Im März oder Oktober Knollen stecken, dann nie wieder: Topinambur bleibt, wird drei Meter hoch, blüht im Oktober gelb und liefert von November bis März Knollen frisch aus dem Beet.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Topinambur ist die Kartoffel für Leute, die keine Zeit für Kartoffeln haben, und die Pflanze, die jeder Naturgarten einmal pflanzt und dann nie mehr loswird. Beides stimmt. Die Sonnenblume aus Nordamerika liefert ohne Anzucht, ohne Dünger und ohne Lager von November bis März nussige Knollen, wird drei Meter hoch, blüht im Oktober für die letzten Bienen und braucht nur eine Ecke, die sie behalten darf.
Pflanzen. Im März oder April, alternativ im Oktober, Knollen aus dem Bioladen oder von Nachbarn zehn Zentimeter tief, fünfzig Zentimeter Abstand. Ein bis zwei Reihen am Zaun oder hinter dem Kompost reichen für eine Familie. Und vorher die Entscheidung über die Grenze: eine Wurzelsperre aus Teichfolie dreißig Zentimeter tief, ein eingefasstes Beet, eine Mörtelwanne mit Löchern oder ein alter Zinkbottich. Jede Knolle, die beim Ernten im Boden bleibt, treibt im Frühjahr aus; ohne Grenze steht Topinambur in fünf Jahren überall.
Pflege. Keine. Er kommt ohne Gießen, ohne Dünger und ohne Schutz aus. Wer die Pflanzen im Juli auf ein Meter fünfzig kürzt, verhindert Windbruch und bekommt mehr und größere Knollen, weil die Kraft nicht in drei Meter Stängel geht; die Blüte fällt dann allerdings kleiner aus. Kompost im Frühjahr und Lockern um die Pflanze bringen dickere Knollen. Wühlmäuse mögen Topinambur, ein Drahtkorb oder die Wanne hilft.
Ernte. Ab November, nachdem die Stängel abgestorben sind, bis März, immer nur so viel, wie gebraucht wird, denn die Knollen halten im Kühlschrank nur eine Woche, im Boden aber den ganzen Winter. Mit der Grabegabel eine Pflanze anheben, die Knollen sitzen dicht am Stängel. Bei Dauerfrost hilft eine Laubdecke, damit der Boden grabbar bleibt. Im März alles ernten, was nicht als Neubestand bleiben soll, und die schönsten Knollen als Pflanzgut zurücklegen.
Sorten. Bianka mit weißen, runden Knollen und wenig Verzweigung, Topstar früh und großknollig, Rote Zonenkugel mit rotvioletter Schale, Gute Gelbe als alte Sorte, Waldspindel spindelförmig und glatt. Glatte Sorten sind leichter zu putzen als knubbelige.
Mischkultur. Topinambur ist eher ein Hecken- als ein Beetpartner: Stangenbohnen können an ihm hochranken, Kürbis deckt den Boden am Fuß. Nicht neben Kartoffeln, Tomaten und Möhren, denen er Licht und Wasser nimmt. In der Fruchtfolge spielt er keine Rolle, weil er nicht wandert.
Küche und Verträglichkeit. Topinambur speichert Inulin statt Stärke, ein Ballaststoff, der den Blutzucker kaum hebt und deshalb bei Diabetes geschätzt wird. Dieselbe Eigenschaft macht ihn für Ungeübte blähend; kleine Portionen zu Beginn, mit Kümmel oder Fenchel gekocht, und der Darm gewöhnt sich daran. Die Schale ist essbar, gut gebürstet.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Topinambur im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Topinambur – Warenkunde und Inulin.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: StangenbohneKürbis
Schlechte Nachbarn: KartoffelTomateMöhre
Häufige Probleme
Breitet sich unkontrolliert aus
Jede Knolle im Boden treibt. Wurzelsperre dreißig Zentimeter tief, ein abgegrenztes Beet, im Kübel oder in der Mörtelwanne, und im Frühjahr alle Knollen restlos ernten.
Wühlmäuse fressen die Knollen
Drahtkorb im Pflanzloch oder Anbau in einer Wanne mit Gitterboden.
Pflanzen kippen bei Sturm
Drei Meter hoch. Im Juli auf ein Meter fünfzig kappen, das bringt auch mehr Knollen.
Kleine, verzweigte Knollen
Zu dichter Stand, schwerer Boden. Auf fünfzig Zentimeter Abstand halten, Kompost, lockern.
Blähungen beim Essen
Inulin statt Stärke. Mit kleinen Mengen anfangen, mit Kümmel oder Fenchel kochen.
In der Küche
Roh geraspelt im Salat mit nussigem Geschmack, gebraten in Scheiben, als Suppe, Püree, Ofengemüse mit Schale, als Chips. Hält im Kühlschrank nur eine Woche, besser frisch aus dem Beet.