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Winter · Monat 2 von 12

Februar im Garten: Der Schnittmonat und der erste Boden

Der Februar ist die letzte Ruhe vor dem Start und der wichtigste Monat für die Schere. Hecken, Obstbäume und Beerensträucher werden jetzt geschnitten, bevor die Vögel brüten und der Saft steigt. Und an milden Tagen beginnt im Freiland die erste Aussaat.

Anzuchtschalen mit jungen Tomaten- und Kohlpflanzen stehen am Fenster, draußen liegt Schnee.

Der Februar in drei Schritten

Grün: jetzt ideal. Gelb: noch möglich. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Säen im Februar

Vorkultur (drinnen)Direktsaat (Freiland)Gewächshaus / Frühbeet
  • Kohlrabi, Kopfsalat, Pflücksalat
  • Lauch und Zwiebeln aus Saat
  • Knollensellerie (braucht lange, Lichtkeimer)
  • Chili, Paprika, Aubergine (letzte Chance, unter Licht)
  • Frühkohl: Blumenkohl, Brokkoli, Spitzkohl ab Ende Februar
  • Petersilie und Schnittlauch in Töpfen
  • Dicke Bohne (Ackerbohne) ab dem 20. Februar bis Ende März, wenn der Boden zerfällt
  • Spinat ab Ende Februar unter Vlies
  • Möhren und Pastinaken nur im Frühbeet oder unter Vlies; Freiland ab acht Grad Bodentemperatur im März
  • Winterportulak, Asia-Salate unter Vlies
  • Radieschen, Pflücksalat, Spinat, Rucola im ungeheizten Gewächshaus oder Frühbeet
  • Feldsalat als Nachsaat

Pflanzen

  • Frühjahrsknoblauch und Steckzwiebeln ab Ende Februar
  • Wurzelnackte Obstbäume, Beerensträucher, Hecken, Rosenletzte gute Pflanzzeit vor dem Austrieb
  • Rhabarber teilen und setzen
  • Schnittlauch aus Töpfen ins Beet

Ernten

Schneiden und pflegen

  • Heckenstarker Rückschnitt bis 28. Februar, danach nur Pflegeschnitt
  • Apfel, Birne, QuitteWinterschnitt abschließen
  • Johannisbeere, Stachelbeere, Herbsthimbeere (bodennah), Brombeere (abgetragene Ranken)
  • Weinrebe und Kiwi bis Mitte Februar, vor dem Saftanstieg
  • Ziergräser und Stauden noch stehen lassenRückschnitt Mitte bis Ende März, in den Stängeln überwintern Wildbienen
  • Sommerblühende Sträucher (Sommerflieder, Bartblume, Rispenhortensie) stark zurückschneiden

Bauen

  • Frühbeetkasten aufstellen und mit Mist oder Kompost als Wärmequelle befüllen
  • Anzuchtregal in Betrieb, Töpfe und Schalen reinigen
  • Nistkästen bis Ende Februar aufhängen, Nisthilfen montieren
  • Kompost umsetzen, wenn er nicht gefroren ist
  • Wege und Beetkanten richten, solange nichts wächst

Küche des Monats

  • Grünkohl und Rosenkohl, letzte Ernte
  • Sauerkraut, Rote Bete, Kürbis aus dem Vorrat
  • Erste WildkräuterBärlauch, Vogelmiere, junge Brennnessel in milden Lagen
  • Sprossen und Microgreens
  • Chicorée und Radicchio getrieben

Der Februar im Video

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Garten im Januar – Was jetzt wirklich wichtig ist | Ruhe, Planung und Permakultur

Der Februar ist der Monat, in dem sich entscheidet, ob die Schere dieses Jahr noch zum Einsatz kommt. Ab dem 1. März sind starke Rückschnitte an Hecken bundesweit verboten, bis Ende September. Wer also die Hecke zurücknehmen will, hat jetzt vier Wochen. Und der Februar ist dafür ohnehin der bessere Monat als der Oktober: Der schlimmste Frost ist durch, die Pflanze treibt bald aus und schließt die Wunden in Wochen statt Monaten, und die Beeren sind von den Vögeln aufgebraucht.

Schnitt, in dieser Reihenfolge

Zuerst die Hecken, weil der Termin hart ist. Dann die Obstbäume, Apfel, Birne, Quitte, an frostfreien Tagen; Steinobst bleibt bis zum Sommer unangetastet. Dann die Beerensträucher: Johannisbeeren und Stachelbeeren werden ausgelichtet, die drei bis vier ältesten Triebe kommen bodennah raus. Herbsthimbeeren werden komplett bodennah abgeschnitten, Sommerhimbeeren behalten die jungen Ruten. Weinrebe und Kiwi bis Mitte Februar, bevor der Saft steigt und die Wunden bluten. Ende des Monats folgen Ziergräser und die stehen gelassenen Stauden, handhoch, damit die Insekten in den hohlen Stängeln noch schlüpfen können; die Stängel kommen lose in eine Ecke, nicht in die Tonne.

Der erste Boden

An milden Tagen Ende Februar beginnt im Freiland die Saison, aber nur, wenn der Boden offen, abgetrocknet und nicht mehr klebrig ist. Die Probe: Eine Handvoll Erde zusammendrücken und fallen lassen. Zerfällt der Klumpen, kann gesät werden. Bleibt er ein Klumpen, ist es zu nass, und jeder Schritt verdichtet den Boden für Monate.

Dicke Bohnen vertragen Frost und kommen ab dem 20. Februar bis Ende März ins Beet, fünf Zentimeter tief, sobald der Boden zerfällt. Spinat, Möhren und Pastinaken folgen Ende des Monats unter Vlies, das bringt zwei bis drei Grad und hält die Saat feucht. Frühjahrsknoblauch und Steckzwiebeln gehen jetzt in den Boden, wer den Herbst verpasst hat, bekommt so noch eine kleinere Ernte.

Vorkultur mit Maß

Drinnen beginnt die Anzucht von allem, was lange braucht und Kälte verträgt: Kohlrabi, Salat, Lauch, Zwiebeln, Sellerie, Frühkohl. Kühl und hell, zwölf bis achtzehn Grad, nicht auf der Heizung. Tomaten warten bis Mitte März, sie werden sonst lang und blass. Wer keine Pflanzenlampe hat, sät lieber zwei Wochen später und stellt die Schalen an das hellste Fenster.

Das Frühbeet

Ein Frühbeetkasten, mit Pferdemist oder frischem Kompost als Wärmequelle unter einer Schicht Erde, ist im Februar mehr wert als jedes Gewächshaus: Radieschen, Pflücksalat, Spinat und Rucola keimen darin Wochen vor dem Freiland. Tagsüber lüften, nachts schließen, bei Frost mit Decken abdecken.

Regionale Hinweise

In mittleren Lagen ist der Februar oft der Monat, in dem man zum ersten Mal wieder mit dreckigen Händen aus dem Garten kommt. Die Hecke ist meist in der ersten Woche dran, die Apfelbäume in der zweiten, die Dicken Bohnen kommen um den 20. herum in den Boden, wenn der Boden es zulässt, und das tut schwerer Lehm nicht jedes Jahr. Im Rheinland sät man Ende Februar schon Möhren, im Norden und im Alpenraum wartet man damit bis Mitte März.

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