Der Februar ist der Monat, in dem sich entscheidet, ob die Schere dieses Jahr noch zum Einsatz kommt. Ab dem 1. März sind starke Rückschnitte an Hecken bundesweit verboten, bis Ende September. Wer also die Hecke zurücknehmen will, hat jetzt vier Wochen. Und der Februar ist dafür ohnehin der bessere Monat als der Oktober: Der schlimmste Frost ist durch, die Pflanze treibt bald aus und schließt die Wunden in Wochen statt Monaten, und die Beeren sind von den Vögeln aufgebraucht.
Schnitt, in dieser Reihenfolge
Zuerst die Hecken, weil der Termin hart ist. Dann die Obstbäume, Apfel, Birne, Quitte, an frostfreien Tagen; Steinobst bleibt bis zum Sommer unangetastet. Dann die Beerensträucher: Johannisbeeren und Stachelbeeren werden ausgelichtet, die drei bis vier ältesten Triebe kommen bodennah raus. Herbsthimbeeren werden komplett bodennah abgeschnitten, Sommerhimbeeren behalten die jungen Ruten. Weinrebe und Kiwi bis Mitte Februar, bevor der Saft steigt und die Wunden bluten. Ende des Monats folgen Ziergräser und die stehen gelassenen Stauden, handhoch, damit die Insekten in den hohlen Stängeln noch schlüpfen können; die Stängel kommen lose in eine Ecke, nicht in die Tonne.
Der erste Boden
An milden Tagen Ende Februar beginnt im Freiland die Saison, aber nur, wenn der Boden offen, abgetrocknet und nicht mehr klebrig ist. Die Probe: Eine Handvoll Erde zusammendrücken und fallen lassen. Zerfällt der Klumpen, kann gesät werden. Bleibt er ein Klumpen, ist es zu nass, und jeder Schritt verdichtet den Boden für Monate.
Dicke Bohnen vertragen Frost und kommen ab dem 20. Februar bis Ende März ins Beet, fünf Zentimeter tief, sobald der Boden zerfällt. Spinat, Möhren und Pastinaken folgen Ende des Monats unter Vlies, das bringt zwei bis drei Grad und hält die Saat feucht. Frühjahrsknoblauch und Steckzwiebeln gehen jetzt in den Boden, wer den Herbst verpasst hat, bekommt so noch eine kleinere Ernte.
Vorkultur mit Maß
Drinnen beginnt die Anzucht von allem, was lange braucht und Kälte verträgt: Kohlrabi, Salat, Lauch, Zwiebeln, Sellerie, Frühkohl. Kühl und hell, zwölf bis achtzehn Grad, nicht auf der Heizung. Tomaten warten bis Mitte März, sie werden sonst lang und blass. Wer keine Pflanzenlampe hat, sät lieber zwei Wochen später und stellt die Schalen an das hellste Fenster.
Das Frühbeet
Ein Frühbeetkasten, mit Pferdemist oder frischem Kompost als Wärmequelle unter einer Schicht Erde, ist im Februar mehr wert als jedes Gewächshaus: Radieschen, Pflücksalat, Spinat und Rucola keimen darin Wochen vor dem Freiland. Tagsüber lüften, nachts schließen, bei Frost mit Decken abdecken.
Regionale Hinweise
In mittleren Lagen ist der Februar oft der Monat, in dem man zum ersten Mal wieder mit dreckigen Händen aus dem Garten kommt. Die Hecke ist meist in der ersten Woche dran, die Apfelbäume in der zweiten, die Dicken Bohnen kommen um den 20. herum in den Boden, wenn der Boden es zulässt, und das tut schwerer Lehm nicht jedes Jahr. Im Rheinland sät man Ende Februar schon Möhren, im Norden und im Alpenraum wartet man damit bis Mitte März.