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Winter · Monat 12 von 12

Dezember im Garten: Ruhe, Vorrat und der Blick auf nächstes Jahr

Im Dezember ruht der Boden, und der Gärtner sollte es auch. Was jetzt ansteht, passiert im Keller, am Küchentisch und in den Zimmerpflanzen: Vorrat kontrollieren, Saatgut sichten, Beetplan schreiben und dem Weihnachtsstern das Leben retten.

Ein Notizbuch mit Beetskizze und eine Holzkiste mit Saatgut liegen am Fenster, draußen Schnee.

Der Dezember in drei Schritten

Grün: jetzt ideal. Gelb: noch möglich. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Säen im Dezember

Vorkultur (drinnen)Direktsaat (Freiland)Gewächshaus / Frühbeet
  • Nichts, was ins Beet soll: Es fehlt das Licht. Auch Chili und Paprika warten bis Mitte Januar
  • Kresse, Microgreens und Sprossen auf der Fensterbank
  • Kaltkeimer in Schalen im Freien: Bärlauch, Schlüsselblume, Pfingstrose, Eisenhut (stark giftig, Handschuhe)
Nichts

Pflanzen

  • Obstbäume und Hecken wurzelnackt, solange der Boden nicht gefroren ist
  • Amaryllis-Zwiebel in Topf setzen, hell und warm, wenig gießen bis zum Austrieb

Ernten

  • Grünkohl, Rosenkohl, Palmkohl, Wirsing (frostfrei ernten)
  • Feldsalat, Winterportulak, Asia-Salate unter Vlies
  • Lauch, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Topinambur aus dem Beet
  • Chicorée und Sprossen aus dem Keller
  • Aus dem LagerÄpfel, Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbis, Sandkiste

Schneiden und pflegen

  • Nichts bei Frost. Holz splittert, Wunden trocknen aus
  • Bei frostfreiem WetterTotholz und kranke Äste an Obstbäumen
  • Weihnachtsgrün aus der eigenen HeckeEibe, Kiefer, Stechpalme, Efeu

Bauen

  • Nisthilfen bohren; Nistkästen jetzt nicht mehr öffnen, darin schlafen Meisen (gereinigt wird im September)
  • Werkzeug pflegen, Gartenschere zerlegen und schärfen
  • Anzuchtregal und Pflanzenlampe fürs Frühjahr vorbereiten
  • Beetplan zeichnenvier Bereiche, im Uhrzeigersinn weiter

Küche des Monats

  • Grünkohl mit Kartoffeln, das Wintergericht
  • Rosenkohl geröstet
  • Kürbis, Sauerkraut, Rote-Bete-Ferment aus dem Vorrat
  • Hagebuttentee und Oxymel aus dem Herbstansatz
  • Apfelmus aus Lageräpfeln mit Druckstellen

Der Dezember im Video

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Garten im Januar – Was jetzt wirklich wichtig ist | Ruhe, Planung und Permakultur

Im Dezember ist der Garten das, was er den ganzen Sommer nicht sein durfte: still. Der Boden ist gefroren oder nass, die Beete liegen unter Laub, und das Einzige, was noch wächst, sind Grünkohl, Feldsalat und die Sprossen auf der Fensterbank. Das ist kein Mangel, das ist der Rhythmus. Wer den Winter zum Planen nutzt, hat im März einen Vorsprung, den kein Fleiß im Mai aufholt.

Der Vorrat entscheidet sich jetzt

Ein Lager hält nicht von allein bis März. Einmal pro Woche wird durchgesehen: Äpfel mit braunen Stellen kommen raus und werden zu Mus, Kartoffeln mit Keimen werden entkeimt und zuerst verbraucht, Zwiebeln mit weicher Stelle landen in der Pfanne. Ein fauler Apfel steckt in einer Woche die halbe Kiste an, deshalb liegen sie nebeneinander und nicht gestapelt. Die Sandkiste mit Möhren und Roter Bete wird alle zwei Wochen geprüft: Ist der Sand trocken, wird er leicht angefeuchtet. Bei zwei bis sechs Grad und dunkel halten Äpfel bis März, Kartoffeln bis April.

Saatgut sichten

Bevor im Januar die Kataloge kommen, wird gezählt, was da ist. Alte Tüten bekommen eine Keimprobe: zehn Körner auf feuchtes Küchenpapier in einer Schale, Deckel drauf, warm stellen, nach zehn Tagen zählen. Sieben oder mehr Keimlinge heißt gut, unter fünf heißt neu kaufen. Möhren, Zwiebeln und Petersilie verlieren schnell an Keimkraft, Tomaten, Bohnen und Kürbis halten fünf Jahre und länger.

Der Beetplan

Jetzt, mit dem Zettel aus dem Oktober, auf dem steht, was wo gestanden hat, entsteht der Plan für nächstes Jahr. Vier Bereiche, vier Jahre: Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer, Hülsenfrüchte mit Gründüngung, und jedes Jahr rückt alles einen Platz im Uhrzeigersinn weiter. Wer das einmal aufgezeichnet hat, spart sich im Mai die Frage, wohin die Tomaten dürfen. Der Mischkultur-Planer hilft bei den Nachbarn, der Aussaatkalender bei den Terminen.

Zimmerpflanzen im Winter

Der Dezember ist der Monat, in dem die meisten Zimmerpflanzen sterben, und fast nie an Kälte. Sie sterben an Staunässe, weil im Winter kaum verdunstet und trotzdem wie im Sommer gegossen wird, und an trockener Heizungsluft, die Spinnmilben einlädt. Regel: erst gießen, wenn die Erde zwei Zentimeter tief trocken ist. Weihnachtssterne wollen achtzehn bis zweiundzwanzig Grad, keine Zugluft, kein kalter Transport. Die Amaryllis kommt in einen engen Topf, ein Drittel der Zwiebel bleibt über der Erde, und gegossen wird erst, wenn der Trieb zeigt, dass sie lebt.

Regionale Hinweise

Der Dezember ist in vielen Regionen oft nass statt kalt, und das ist für den Garten der schwierigere Fall: Nasser Lehm darf nicht betreten werden, jeder Schritt verdichtet ihn für Monate. Bretter auf den Wegen helfen, wenn man zum Grünkohl muss; alles andere bleibt liegen. Im Alpenraum liegt jetzt meist Schnee, der beste Winterschutz, den ein Beet haben kann. Im Norden gilt: Feldsalat und Spinat ernten, solange der Boden offen ist.

Was im Dezember dran ist: die Artikel

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