Im Dezember ist der Garten das, was er den ganzen Sommer nicht sein durfte: still. Der Boden ist gefroren oder nass, die Beete liegen unter Laub, und das Einzige, was noch wächst, sind Grünkohl, Feldsalat und die Sprossen auf der Fensterbank. Das ist kein Mangel, das ist der Rhythmus. Wer den Winter zum Planen nutzt, hat im März einen Vorsprung, den kein Fleiß im Mai aufholt.
Der Vorrat entscheidet sich jetzt
Ein Lager hält nicht von allein bis März. Einmal pro Woche wird durchgesehen: Äpfel mit braunen Stellen kommen raus und werden zu Mus, Kartoffeln mit Keimen werden entkeimt und zuerst verbraucht, Zwiebeln mit weicher Stelle landen in der Pfanne. Ein fauler Apfel steckt in einer Woche die halbe Kiste an, deshalb liegen sie nebeneinander und nicht gestapelt. Die Sandkiste mit Möhren und Roter Bete wird alle zwei Wochen geprüft: Ist der Sand trocken, wird er leicht angefeuchtet. Bei zwei bis sechs Grad und dunkel halten Äpfel bis März, Kartoffeln bis April.
Saatgut sichten
Bevor im Januar die Kataloge kommen, wird gezählt, was da ist. Alte Tüten bekommen eine Keimprobe: zehn Körner auf feuchtes Küchenpapier in einer Schale, Deckel drauf, warm stellen, nach zehn Tagen zählen. Sieben oder mehr Keimlinge heißt gut, unter fünf heißt neu kaufen. Möhren, Zwiebeln und Petersilie verlieren schnell an Keimkraft, Tomaten, Bohnen und Kürbis halten fünf Jahre und länger.
Der Beetplan
Jetzt, mit dem Zettel aus dem Oktober, auf dem steht, was wo gestanden hat, entsteht der Plan für nächstes Jahr. Vier Bereiche, vier Jahre: Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer, Hülsenfrüchte mit Gründüngung, und jedes Jahr rückt alles einen Platz im Uhrzeigersinn weiter. Wer das einmal aufgezeichnet hat, spart sich im Mai die Frage, wohin die Tomaten dürfen. Der Mischkultur-Planer hilft bei den Nachbarn, der Aussaatkalender bei den Terminen.
Zimmerpflanzen im Winter
Der Dezember ist der Monat, in dem die meisten Zimmerpflanzen sterben, und fast nie an Kälte. Sie sterben an Staunässe, weil im Winter kaum verdunstet und trotzdem wie im Sommer gegossen wird, und an trockener Heizungsluft, die Spinnmilben einlädt. Regel: erst gießen, wenn die Erde zwei Zentimeter tief trocken ist. Weihnachtssterne wollen achtzehn bis zweiundzwanzig Grad, keine Zugluft, kein kalter Transport. Die Amaryllis kommt in einen engen Topf, ein Drittel der Zwiebel bleibt über der Erde, und gegossen wird erst, wenn der Trieb zeigt, dass sie lebt.
Regionale Hinweise
Der Dezember ist in vielen Regionen oft nass statt kalt, und das ist für den Garten der schwierigere Fall: Nasser Lehm darf nicht betreten werden, jeder Schritt verdichtet ihn für Monate. Bretter auf den Wegen helfen, wenn man zum Grünkohl muss; alles andere bleibt liegen. Im Alpenraum liegt jetzt meist Schnee, der beste Winterschutz, den ein Beet haben kann. Im Norden gilt: Feldsalat und Spinat ernten, solange der Boden offen ist.