Gemüse · bienenfreundlich
Dicke Bohne (Ackerbohne)
Erst wieder ab Mitte FebruarEinsteigerwinterhart
Vicia faba
Die früheste Saat des Jahres: ab dem 20. Februar bis Ende März direkt ins Beet, sobald der Boden zerfällt. Verträgt Frost, blüht im Mai und liefert im Juni die ersten Hülsen.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Die Dicke Bohne ist die Bohne, die nicht wartet. Während Busch- und Stangenbohnen erst ab Mitte Mai in den Boden dürfen, geht die Ackerbohne schon ab dem 20. Februar hinein, verträgt Frost, blüht im Mai schwarz-weiß und liefert Anfang Juni die ersten Hülsen, lange vor jeder anderen Bohne. Sie ist die älteste Kulturbohne Europas, und sie mag schweren Lehm. Die Übersicht zu allen drei Bohnen steht im Steckbrief Bohne.
Aussaat. Direkt ins Beet vom 20. Februar bis Ende März, sobald der Boden zerfällt statt klebt; das Datum ist weniger wichtig als der Boden. Fünf Zentimeter tief, Abstand in der Reihe fünfzehn Zentimeter, Reihen vierzig, gern als Doppelreihe, die sich gegenseitig stützt. Später als Ende März gesät kommen die Läuse vor den Hülsen. In milden Lagen wird im November gesät und überwintert, das bringt die Ernte um zwei Wochen nach vorn. Vorkultur in Töpfen im Februar hilft bei Mäusen und auf nassem Boden.
Pflege. Anhäufeln, wenn die Pflanzen zwanzig Zentimeter hoch sind, Reihen mit Schnur zwischen Stäben stützen, weil sie einen Meter hoch werden und im Wind kippen. Kein Stickstoffdünger. Mulchen, im Mai bei Trockenheit gießen. Und der eine Handgriff, der über die Ernte entscheidet: Nach dem Ansetzen der ersten Hülsen die Triebspitzen abknipsen. Dort sitzt die Schwarze Bohnenlaus, und ohne Spitzen findet sie keinen Platz; die Pflanze steckt die Kraft in die Hülsen. Die Spitzen sind gekocht ein Gemüse.
Ernte. Ab Anfang Juni, wenn die Hülsen prall sind und die Kerne innen daumennagelgroß, bis Mitte Juli. Junge Hülsen mit fünf Zentimetern lassen sich ganz kochen. Ältere Kerne bekommen eine dicke Haut, die nach dem Blanchieren abgedrückt wird. Was im Juli noch hängt, reift zu Trockenbohnen aus. Nach der Ernte werden die Pflanzen abgeschnitten, die Wurzeln mit den Knöllchen bleiben im Boden, und das Beet ist ab Mitte Juli frei für Grünkohl oder Feldsalat.
Sorten. Hangdown Grünkernig als Standard, Dreifach Weiße mit hellen Kernen, Witkiem Manita früh und mittelhoch, Aquadulce für die Herbstsaat in milden Lagen, Karmesin mit roten Kernen. Die rotblühende Crimson Flowered ist eine alte englische Sorte für den Naturgarten.
Mischkultur. Dicke Bohnen stehen gut neben Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi, Salat, Spinat und Radieschen, Bohnenkraut und Dill gegen die Läuse. Nicht neben Zwiebeln, Knoblauch, Erbsen, Buschbohnen und Fenchel. Als frühe Hülsenfrucht bereitet sie das Beet für Starkzehrer im Sommer vor.
Sicherheit. Rohe Kerne enthalten wie alle Bohnen Phasin und werden gekocht. Menschen mit Favismus, einem erblichen Enzymmangel, der im Mittelmeerraum verbreitet ist, dürfen Dicke Bohnen nicht essen und auch nicht am blühenden Feld arbeiten.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Dicke Bohnen im Hausgarten. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Rohe Gartenbohnen sind giftig; Favismus.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: KartoffelKohlrabiWeißkohl und RotkohlSalat (Kopf- und Pflücksalat)SpinatRadieschenBohnenkrautDill
Schlechte Nachbarn: ZwiebelKnoblauchErbseBuschbohneKnollenfenchel
Häufige Probleme
Schwarze Bohnenlaus in den Triebspitzen
Der Klassiker ab Mai. Triebspitzen nach der Blüte abknipsen, das nimmt den Läusen den Platz und fördert die Hülsen. Bohnenkraut und Dill als Nachbarn.
Saat fault
Zu nass gesät im Dauerregen. Warten, bis der Boden zerfällt statt klebt; Dicke Bohnen vertragen Kälte, aber keine Staunässe.
Braune Flecken auf Blättern (Schokoladenflecken)
Pilz bei feuchtem Wetter. Weiter Stand, Fruchtwechsel, gesundes Saatgut.
Pflanzen kippen um
Wind im Mai. Reihen zu beiden Seiten mit Schnur und Stäben stützen, anhäufeln.
Mäuse holen die Saat
Im Februar sind sie hungrig. Etwas tiefer säen, Vlies auflegen, Vorkultur in Töpfen in kalten Lagen.
In der Küche
Nur gekocht: junge Kerne blanchiert und aus der Haut gedrückt, mit Speck und Bohnenkraut, als Püree, im Salat mit Minze, als Falafel-Basis; junge Hülsen ganz gekocht. Getrocknete Kerne als Wintervorrat.