Gemüse · bienenfreundlich
Sellerie (Knollen- und Stangensellerie)
Erst wieder ab Anfang Oktober
Apium graveolens
Ab Ende Februar unter Licht vorziehen, Mitte Mai flach pflanzen, viel gießen und Kompost geben: Knollensellerie braucht die ganze Saison, belohnt aber mit Lagerware bis März.
Das Jahr auf einen Blick
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Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Sellerie ist die Kultur, an der sich zeigt, ob ein Beet gut versorgt ist. Er will von Februar bis Oktober betreut werden, viel Wasser, viel Kompost und einen sonnigen Platz, und liefert dafür die Knolle, die jeder Suppe, jedem Eintopf und jeder Brühe den Grund gibt. Wer nur ein Gemüse für den Winterkeller anbaut, nimmt Kartoffeln; wer zwei nimmt, Sellerie dazu.
Aussaat. Ab Ende Februar bis Mitte März im Haus, in Schalen, bei 18 bis 22 Grad. Sellerie ist Lichtkeimer: Samen nur andrücken, feucht und hell halten, die Keimung dauert zwei bis drei Wochen. Nach dem zweiten Blattpaar in Töpfe pikieren, kühl, aber nie unter zwölf Grad, denn Kälte an jungen Pflanzen löst im Sommer das Schießen aus. Bis Mitte Mai sind es zehn bis zwölf Wochen Anzucht; deshalb kaufen viele die Jungpflanzen, und das ist bei Sellerie eine gute Entscheidung.
Pflanzen. Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, 40 mal 40 Zentimeter. Der wichtigste Handgriff: flach pflanzen. Die Knolle sitzt zur Hälfte über der Erde, das Herz bleibt frei, sonst bleiben die Knollen klein und grün. Kompost ins Beet, Mulch nach dem Anwachsen. Stangensellerie wird auf 30 mal 40 gesetzt und darf tiefer stehen.
Pflege. Wasser ist alles: Sellerie stammt von der Küste und aus Feuchtwiesen und stellt bei Trockenheit das Wachstum ein. Einmal wöchentlich zwanzig Liter je Quadratmeter, im Hochsommer öfter, dazu Mulch. Alle zwei bis drei Wochen Brennnesseljauche oder Komposttee bis August. Ab Juli werden bei Knollensellerie die äußeren Blätter abgestreift und die Knolle freigelegt, damit sie rund und glatt wird. Ein Kulturschutznetz schützt vor Möhren- und Selleriefliege. Stangensellerie wird ab September mit Pappe oder Erde umhüllt, das bleicht die Stangen zart.
Ernte. Stangensellerie ab August nach Bedarf, ganze Pflanzen. Knollensellerie ab Oktober, die Knolle wächst bis in den November und verträgt leichte Fröste; vor dem Dauerfrost werden alle geerntet, das Laub bis auf das Herz entfernt, die Wurzeln gekürzt, und die Knollen ungewaschen in Kisten mit feuchtem Sand im kühlen Keller eingeschlagen. So halten sie bis März. Das Laub wird getrocknet oder als Würzkraut eingefroren.
Sorten. Knollensellerie: Prinz robust und rund, Monarch groß und weiß, Ibis mittelfrüh. Stangensellerie: Tall Utah grün, Golden Self Blanching selbstbleichend, Giant Red mit rotem Stiel und kräftigem Aroma. Schnittsellerie ist die dritte Form, ein Würzkraut ohne Knolle, das sich wie Petersilie ernten lässt.
Mischkultur. Sellerie und Kohl sind das klassische Paar: Der Sellerie vertreibt den Kohlweißling, der Kohl die Selleriefliege. Auch neben Buschbohnen, Tomaten, Gurken, Lauch und Spinat. Nicht neben Kartoffeln, Salat, Möhren, Petersilie und Pastinaken; vier Jahre Pause für Doldenblütler auf derselben Fläche.
Sicherheit. Sellerie gehört zu den vierzehn kennzeichnungspflichtigen Allergenen und löst bei Birkenpollen- und Beifußallergikern Kreuzreaktionen aus, roh stärker als gekocht. Das Laub enthält Furocumarine, die bei Sonne die Haut reizen können; Handschuhe beim Putzen im Bestand.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Sellerie im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Sellerie – Warenkunde. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Allergene in Lebensmitteln.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: Weißkohl und RotkohlBuschbohneTomateGurkeLauch (Porree)SpinatErbse
Schlechte Nachbarn: KartoffelSalat (Kopf- und Pflücksalat)MöhrePetersiliePastinake
Häufige Probleme
Kleine Knollen
Zu spät gesät, zu tief gepflanzt, zu trocken, zu wenig Nährstoffe. Ab Februar vorziehen, Knolle beim Pflanzen halb über der Erde, wöchentlich gründlich gießen, Kompost und Jauche.
Schießt im ersten Jahr
Kältereiz an Jungpflanzen unter zwölf Grad. Nicht vor Mitte Mai auspflanzen, Vlies bereithalten.
Braune Flecken auf den Blättern (Septoria-Blattfleckenkrankheit)
Über das Saatgut und bei Nässe. Befallene Blätter entfernen, morgens gießen, gesundes Saatgut.
Hohle, braune Stellen in der Knolle
Bormangel auf kalkreichem, trockenem Boden. Kompost, gleichmäßige Feuchte, Algenkalk nur nach Bodentest.
Möhrenfliege und Selleriefliege
Gänge in Knolle und Blatt. Kulturschutznetz ab dem Pflanzen, Fruchtwechsel mit Doldenblütlern.
In der Küche
Knollensellerie als Suppe, Püree, Schnitzel, roh als Waldorfsalat, in der Gemüsebrühe; das Laub wie Petersilie. Stangensellerie roh mit Dip, geschmort, im Eintopf. Knollen halten im Sand bis März.