Kraut · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Dill
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Anethum graveolens
Von April bis Juli alle drei Wochen direkt säen, nicht verpflanzen, nach sechs Wochen Blätter, nach zwölf die Dolden für Gurken. Sät sich im Naturgarten von selbst aus.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Dill ist das Kraut, das nicht gepflanzt, sondern gesät werden will, und das im Naturgarten irgendwann von selbst kommt, weil eine Dolde stehen blieb. Er gehört zu Gurken, in den Garten wie ins Glas, und seine gelben Dolden im Juli sind eine Landebahn für Schwebfliegen und Schlupfwespen, die im Beet Blattläuse fressen.
Aussaat. Direkt ins Beet ab Anfang April, wenn der Boden zehn Grad hat, bis Ende Juli alle drei Wochen eine kurze Reihe; Dill schießt schnell, und laufend nachgesät gibt es immer junges Kraut. Lichtkeimer: die Samen nur andrücken oder einen halben Zentimeter dünn bedecken, Reihen 25 Zentimeter, später auf zehn bis fünfzehn Zentimeter vereinzeln. Keimung in zwei Wochen. Nie vorziehen und verpflanzen, die Pfahlwurzel verträgt das nicht; Töpfe nur als Ganzes mit Ballen.
Pflege. Feucht halten, mulchen, sonst nichts. Kein Dünger, Dill sammelt sonst Nitrat und schmeckt fad. Im Hochsommer kommt die Saat in den Halbschatten zwischen Gurken oder Kohl, wo der Boden feucht bleibt. Hohe Pflanzen mit Dolden brauchen an windigen Stellen einen Stab. Und nie dorthin säen, wo im Vorjahr Dill, Möhren oder Petersilie standen; die Dillwelke bleibt im Boden.
Ernte. Blätter ab sechs Wochen, junge Triebe von außen, am besten morgens; das Aroma ist am stärksten kurz vor der Blüte. Dolden für Gurken und Essig, wenn sie voll aufgeblüht sind und die ersten Samen ansetzen, meist im Juli und August. Samen, wenn die Dolden braun werden, in einer Papiertüte nachtrocknen. Ein paar Dolden bleiben stehen und säen sich aus.
Sorten. Gewöhnlicher Dill und Tetra als blattreiche, spät schießende Sorte für die Blätter, Mammut und Vierling mit großen Dolden für Gurken, Dukat mit besonders feinem Aroma. Für die Fensterbank kompakte Sorten wie Fernleaf.
Mischkultur. Dill und Gurke gehören zusammen, Dill fördert die Keimung von Gurken und Möhren und hält Kohlweißlinge von Kohl fern. Auch zu Salat, Zwiebeln, Roter Bete, Buschbohnen und Erbsen. Nicht neben Fenchel, mit dem er sich kreuzt, nicht neben Petersilie und Sellerie, und nicht in eine Reihe mit Möhren-Saat, die er beim Wachsen überholt.
Hausapotheke. Dillsamen werden wie Fenchel und Kümmel traditionell bei Blähungen und Völlegefühl als Tee genutzt, ein Teelöffel zerdrückte Samen auf eine Tasse. Das alte Dillwasser für Säuglinge wird heute durch Fencheltee ersetzt. Als Küchenkraut ist Dill in jeder Menge unbedenklich.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Dill im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Dill – Warenkunde.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: GurkeWeißkohl und RotkohlSalat (Kopf- und Pflücksalat)ZwiebelMöhreRote BeteBuschbohneErbse
Schlechte Nachbarn: KnollenfenchelPetersilieMoehre saatSellerie (Knollen- und Stangensellerie)
Häufige Probleme
Keimt schlecht
Zu tief, zu trocken, zu kalt. Nur andrücken, Lichtkeimer, ab April bei zehn Grad, feucht halten.
Verpflanzte Pflanzen sterben
Dill hat eine Pfahlwurzel und verträgt kein Umsetzen. Nur direkt säen.
Schießt sofort
Hitze und Trockenheit. Alle drei Wochen nachsäen, im Sommer halbschattig, jung ernten.
Blattläuse in den Dolden
Die Dolden ziehen Läuse, aber auch Marienkäfer und Schwebfliegen an. Meist erledigt es sich.
Wird gelb und fällt um (Dillwelke)
Bodenpilz, wo Dill oder Möhren standen. Vier Jahre Pause für Doldenblütler.
In der Küche
Frisch zu Gurkensalat, Fisch, Kartoffeln, Quark, in der Grünen Sauce; Dolden in Gewürzgurken und Dillessig; Samen als Gewürz. Gehackt einfrieren, getrocknet nur Samen.
Traditionell in der Hausapotheke
Dillsamen werden traditionell wie Fenchel als Tee bei Blähungen genutzt, auch als Dillwasser für Säuglinge in dünner Zubereitung. In Küchenmengen unbedenklich.