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Heilkräuter & Wildpflanzen

Kräuter haltbar machen: Drei Wege, ein Fehler, und welche Kräuter beim Trocknen alles verlieren

Viele Küchenkräuter verlieren beim Trocknen fast ihr ganzes Aroma, und genau die werden am häufigsten getrocknet. Basilikum getrocknet ist ein Andenken an Basilikum. Wer weiß, welches Kraut welche Methode braucht, hat im Januar Sommer im Glas: getrocknet, gefroren oder im Salz.

Susi & das Gartenteam Veröffentlicht 8 Min. Lesezeit Einsteiger Dauer: Eine Stunde Ernte und Vorbereitung, ein bis zwei Wochen Trocknung

Wann das dran ist

Erst wieder ab Anfang Juni

Thymian

Rosmarin

Salbei

Saison: Sommer, Herbst. Grün: ideal, Gelb: noch möglich, Rahmen: aktueller Monat. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Getrocknete Kräuterbündel hängen neben Kräutereiswürfeln in Öl und einem Glas Kräutersalz.
Drei Wege nebeneinander: Bündel zum Trocknen, Kräuterwürfel in Öl, Kräutersalz im Glas.

Im September steht die Küche voll: Bündel von Thymian und Salbei hängen an der Leine im Dachraum, auf dem Tisch stehen Eiswürfelformen mit Petersilie, und auf dem Backblech trocknet grünes Salz. Das ist der letzte Kräuterschnitt vor dem Winter, und die Aufteilung auf drei Verfahren ist kein Zufall. Sie folgt einer Regel, die viele erst lernen, nachdem sie alles getrocknet und im Januar Basilikumstaub in die Tomatensoße gerührt haben, der nach Heu schmeckt.

Die Unterscheidung, die alles entscheidet

Kräuter lassen sich in zwei Gruppen teilen, und die Gruppe bestimmt das Verfahren.

Harte Kräuter haben kleine, feste, oft ledrige Blätter und ihr Aroma sitzt in ätherischen Ölen, die beim Trocknen weitgehend erhalten bleiben und sich sogar konzentrieren: Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano, Majoran, Bohnenkraut, Lorbeer, Lavendel, Ysop, Currykraut. Sie werden getrocknet, und sie werden getrocknet oft besser.

Weiche Kräuter haben große, zarte, wasserreiche Blätter, und ihr Aroma steckt in flüchtigen Stoffen, die mit dem Wasser verschwinden: Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Koriander, Estragon, Zitronenmelisse, Borretsch, Liebstöckel. Getrocknet bleibt davon Farbe und Heu. Sie werden eingefroren oder in Salz und Öl konserviert.

Dazwischen liegen Minze, Zitronenmelisse und Brennnessel, die für Tee gut trocknen, für die Küche aber besser eingefroren werden.

Welches Kraut welche Methode braucht

KrautTrocknenEinfrierenSalz oder ÖlBemerkung
Thymian, Oregano, Majoran, BohnenkrautSehr gut, wird intensiverMöglichSalz gutVor der Blüte ernten, abrebeln nach dem Trocknen
RosmarinGutGut, ganze ZweigeÖl sehr gutNadeln getrocknet erst beim Kochen zerstoßen
SalbeiGutMittel, wird weichSalz gut, in Butter sehr gutGanze Blätter trocknen, nicht zerbröseln
LorbeerSehr gutUnnötigneinFrisch ist er bitter, getrocknet rund
LavendelSehr gutneinZucker gutKnospen kurz vor dem Öffnen
PetersilieSchlechtSehr gut, gehackt in WasserSalz sehr gutGlatte Petersilie hat mehr Aroma
SchnittlauchSehr schlechtSehr gut, in Ringen ohne WasserSalz gutPortionsweise lose einfrieren
Dill, Kerbel, KorianderSchlechtGut, in WasserSalz gutDillsamen dagegen trocknen
BasilikumSehr schlechtNur in Öl oder als PestoÖl sehr gut, Salz gutIn Wasser wird es schwarz
Estragon, LiebstöckelSchlechtGutSalz gutLiebstöckel sparsam, sehr kräftig
Minze, ZitronenmelisseGut für TeeGut für KücheZucker gutVor der Blüte, schnell trocknen
Brennnessel, SpitzwegerichGut für TeeGut für KücheneinDünn ausgelegt, sonst braun

Erster Weg: Trocknen

Für harte Kräuter und alle Teekräuter. Die Regeln sind einfach, und die häufigsten Fehler sind Licht und Wärme.

  1. Ernten an einem trockenen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und bevor die Sonne die Öle verdunsten lässt. Kurz vor der Blüte ist der Gehalt am höchsten. Nicht waschen, nur ausschütteln und verlesen; wer waschen muss, tupft trocken und lässt eine Stunde liegen.
  2. Bündeln, klein, fünf bis acht Stiele, mit Schnur oder Gummi, der beim Schrumpfen mitgeht. Große Bündel schimmeln innen.
  3. Aufhängen, kopfüber, an einem luftigen, dunklen, warmen Ort unter dreißig Grad: Dachboden, Speisekammer, Schuppen, Flur. Nicht in der Sonne, nicht in der Küche über dem Herd, nicht im feuchten Keller. Licht zerstört Öle und Farbe, Feuchtigkeit bringt Schimmel.
  4. Warten, eine bis zwei Wochen, bis die Blätter rascheln und die Stiele brechen statt sich zu biegen. Im Dörrgerät bei dreißig bis vierzig Grad geht es in sechs bis zwölf Stunden.
  5. Abrebeln, die Blätter von den Stielen streifen, ganz lassen, nicht zerreiben. Zerrieben wird beim Kochen.
  6. Lagern in dunklen, dicht schließenden Gläsern, beschriftet mit Kraut und Jahr, kühl und dunkel. Ein Jahr.

Einzelne Blätter und kurze Triebe, die sich nicht bündeln lassen, kommen dünn ausgelegt auf einen Kräutertrockner, ein Gitter oder ein Tuch und werden täglich gewendet. Wie die Wurzeln von Heilpflanzen getrocknet werden, steht im Artikel über die Wurzelernte im Herbst.

Zweiter Weg: Einfrieren

Für alle weichen Kräuter und für Rosmarin und Thymian, wenn man sie lieber frisch als getrocknet mag.

Die einfachste Form ist der Kräuterwürfel: Kräuter waschen, trocken tupfen, fein hacken, in Eiswürfelformen füllen, mit Wasser oder besser mit Olivenöl auffüllen, einfrieren, dann die Würfel in einen Beutel oder ein Glas umfüllen. Ein Würfel kommt direkt in die Pfanne oder den Topf, ohne Auftauen und ohne Matsch. Öl konserviert das Aroma besser als Wasser und schmilzt in der Pfanne als Fett, das man ohnehin braucht.

Schnittlauch wird in Ringe geschnitten und lose auf einem Blech vorgefroren, dann in ein Glas gefüllt; so bleibt er streufähig. Basilikum wird zu Pesto oder in Öl gefroren, nie in Wasser, sonst wird es schwarz. Petersilie, Dill und Kerbel gehen in Wasser und in Öl. Ganze Rosmarin- und Thymianzweige lassen sich im Beutel einfrieren und wie frisch verwenden; die Nadeln fallen gefroren vom Stiel, wenn man ihn abstreift.

Dritter Weg: Kräutersalz und Kräuteröl

Die Variante, die kaum jemand macht, und die beste für Petersilie, Sellerieblatt, Liebstöckel, Thymian, Rosmarin und Salbei zusammen. Frische Kräuter mit grobem Salz im Verhältnis eins zu drei im Mixer kurz durchschlagen, bis eine grüne, feuchte Masse entsteht, auf einem Blech ausbreiten, ein bis zwei Tage an der Luft oder im Dörrgerät trocknen lassen, in Gläser füllen. Das Salz konserviert die Kräuter, die Kräuter färben und würzen das Salz, und es hält Jahre. Es schmeckt nach Sommer, passt auf alles vom Ei bis zur Ofenkartoffel und ist das beste selbst gemachte Geschenk, das es gibt. Das genaue Rezept steht auf der Seite Kräutersalz.

Kräuteröl geht nur mit getrockneten, harten Kräutern: Rosmarin, Thymian, Salbei, Chili, getrocknete Knoblauchflocken in gutes Olivenöl. Der Ansatz steht von der ersten Minute an im Kühlschrank, nicht auf der Fensterbank, zieht dort ein bis zwei Wochen, wird abgeseiht, bleibt im Kühlschrank und wird innerhalb von ein bis zwei Wochen verbraucht. Der Grund ist ernst: In Öl fehlt Sauerstoff, und frische Kräuter oder frischer Knoblauch bringen Feuchtigkeit mit. Darin kann Clostridium botulinum wachsen, ohne dass man es sieht, riecht oder schmeckt. Deshalb nie frische Kräuter oder frischen Knoblauch in Öl bei Raumtemperatur lagern, auch nicht „nur ein paar Tage”. Kräuterbutter mit Salbei oder Petersilie eingefroren ist die sichere Alternative; Kräuterwürfel in Öl gehören ins Gefrierfach, nicht ins Regal.

Der eine Fehler: Nass geerntet

Kräuter nach dem Regen oder am frühen Morgen im Tau zu ernten ist der häufigste Grund, warum Trocknungen scheitern. Nasse Kräuter schimmeln im Bündel, bevor sie trocknen, werden braun und verlieren ihr Aroma. Deshalb: immer an einem trockenen Tag, am Vormittag, wenn der Tau weg ist und die Sonne noch nicht auf den Blättern steht, und nach Regen zwei Tage warten. Wer trotzdem waschen muss, weil Erde an den Blättern ist, trocknet gründlich ab und lässt die Kräuter vor dem Bündeln eine Stunde auf einem Tuch liegen.

Was dieser Vorrat im Winter kann, steht in der Übersicht Heilkräuter aus dem eigenen Garten, und die Kräuter selbst in den Steckbriefen der Pflanzen.

Häufige Fehler

Basilikum getrocknet. Ein Andenken an Basilikum. In Öl einfrieren oder Pesto.

Nass geerntet. Schimmel im Bündel. Trockener Vormittag.

In der Sonne getrocknet. Öle und Farbe weg. Dunkel und luftig.

Zu große Bündel. Innen feucht, außen trocken. Fünf bis acht Stiele.

Zerrieben gelagert. Verliert in Wochen das Aroma. Ganze Blätter, zerreiben beim Kochen.

Frische Kräuter oder Knoblauch in Öl bei Raumtemperatur. Botulismus-Gefahr, unsichtbar und geruchlos. Nur getrocknete Kräuter, Ansatz und Lagerung im Kühlschrank, in ein bis zwei Wochen verbrauchen.

Backofen bei sechzig Grad. Kocht die Öle heraus. Unter vierzig Grad, Dörrgerät oder Luft.

Nach Mitte September ins alte Holz geschnitten. Halbstrauch treibt aus und erfriert. Leicht ernten, Rest im Frühjahr.

Regionale Unterschiede

In trockenen, warmen Regionen wie dem Rheinland, Brandenburg oder den trockenen Lagen Süddeutschlands trocknen Kräuter an der Luft in einer Woche; in feuchten Lagen im Norden, Westen und in den Mittelgebirgen dauert es länger und das Dörrgerät ist die sicherere Wahl. Der letzte Herbstschnitt fällt in milden Lagen auf Ende September, in Höhenlagen auf Anfang September, damit die Halbsträucher rechtzeitig zur Ruhe kommen. Was im September sonst ansteht, steht im Gartenjahr für den September.

Fazit

Harte Kräuter trocknen, weiche einfrieren, aus beiden Kräutersalz, und alles an einem trockenen Vormittag geerntet: Mit dieser Regel schmeckt der Vorrat im Januar nach dem Sommer, in dem er gewachsen ist.

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Häufige Fragen

Wann ist der beste Erntezeitpunkt für Kräuter?

Kurz vor oder zu Beginn der Blüte, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist, an einem trockenen Vormittag nach dem Abtrocknen des Taus und vor der Mittagshitze. Im Herbst wird der letzte Schnitt vor dem ersten Frost gemacht, bei Rosmarin, Thymian und Salbei so, dass die Pflanze nicht ins alte Holz geschnitten wird und ein Drittel stehen bleibt.

Kann ich Kräuter im Backofen oder Dörrgerät trocknen?

Im Dörrgerät bei dreißig bis vierzig Grad ja, das ist die schnellste und sicherste Methode, sechs bis zwölf Stunden. Im Backofen nur mit der niedrigsten Stufe und einem Holzlöffel in der Tür, damit die Feuchtigkeit entweicht; die meisten Backöfen sind mit fünfzig Grad zu heiß und kochen die Öle heraus. Mikrowelle taugt nicht. Lufttrocknen ist die schonendste Art.

Wie lange halten getrocknete Kräuter?

In dunklen, dicht schließenden Gläsern an einem kühlen Ort etwa ein Jahr, also bis zur nächsten Ernte. Ganze Blätter halten länger als zerriebene, weil weniger Oberfläche an die Luft kommt; zerrieben wird erst beim Kochen. Wer nach einem Jahr noch Reste hat, gibt sie ins Badewasser oder auf den Kompost.

Welche Kräuter kann ich im Winter frisch ernten?

Rosmarin, Thymian, Salbei, Lorbeer und Winterheckenzwiebel bleiben immergrün und liefern im Freiland bis in den Frost, im Topf am hellen, kühlen Fenster den ganzen Winter. Petersilie und Schnittlauch treiben unter Vlies oder im Frühbeet bis Dezember und wieder ab Februar. Basilikum, Dill, Kerbel und Koriander sind ab Oktober nur noch aus dem Vorrat zu haben.

Sind eingefrorene Kräuter so gut wie frische?

Für alles, was gekocht wird, ja: Sie bringen fast das volle Aroma in Suppe, Soße und Pfanne, ohne aufzutauen. Für Salate, Dips und Garnitur sind sie nach dem Auftauen weich und dunkel, dort helfen Kräutersalz oder Kräuteröl besser. Basilikum friert man am besten als fertiges Pesto oder in Öl ein, weil es in Wasser schwarz wird.

Quellen und weiterführende Hinweise

  1. Bayerische Gartenakademie (LWG): Kräuter für den Winter konservieren
  2. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): How-to Kräuter – ernten, trocknen, einfrieren
  3. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Gewürze und Kräuter sicher genießen
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Susi vom Gartenteam mit geflochtenem blondem Zopf, lächelnd vor den Gartenbeeten im Abendlicht.

Geschrieben von

Susi & das Gartenteam

Ich bin Susi, die Stimme unseres Gartenteams. Wir gärtnern ohne Chemie, filmen, was wir tun, und schreiben es hier so auf, dass es sich im eigenen Garten nachmachen lässt, auch das, was bei uns schiefgegangen ist. Auf YouTube, TikTok und Instagram zeigen wir die Handgriffe im Video, hier stehen sie ausführlich zum Nachlesen.

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