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Dunkelrote Kirschen hängen paarweise am Zweig.

Obst · bienenfreundlich

Kirsche (Süß- und Sauerkirsche)

Erst wieder ab Anfang OktoberEinsteigerwinterhartmehrjährig

Prunus avium (Süßkirsche), Prunus cerasus (Sauerkirsche)

Süßkirschen auf schwacher Unterlage bleiben klein genug für ein Netz, Sauerkirschen tragen im Halbschatten. Beide werden nur im Sommer nach der Ernte geschnitten.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Die Kirsche ist das erste Baumobst des Jahres und das, um das man mit Staren und Kirschfruchtfliegen konkurriert. Wer eine Süßkirsche auf schwacher Unterlage pflanzt, hat einen Baum, über den ein Netz passt, und Kirschen ab Juni; wer eine Sauerkirsche an die Nordseite setzt, hat im Juli Früchte für Kuchen und Grütze, ohne dass jemand darum kämpft. Beide brauchen nur eine Regel: Schnitt im Sommer.

Pflanzen. Wurzelnackt im Oktober und November oder im März. Süßkirschen auf der Unterlage Gisela 5 bleiben drei bis vier Meter hoch und tragen ab dem dritten Jahr; auf Vogelkirsche werden sie zwölf Meter hoch und zu einem Baum für die Wiese, unter dem Kinder spielen. Sauerkirschen bleiben von Natur aus klein. Pflanzloch mit Kompost, Pfahl, Mulch. Süßkirschen brauchen meist einen Befruchter; Sorten wie Lapins, Sunburst und Stella sind selbstfruchtbar, Sauerkirschen ebenfalls.

Pflege. Schnitt direkt nach der Ernte im Juli oder August, nie im Winter, denn Kirschen heilen Wunden nur bei Wärme und reagieren auf Winterschnitt mit Gummifluss. Süßkirschen werden locker ausgelichtet, Sauerkirschen tragen am einjährigen Holz und werden jedes Jahr kräftig zurückgeschnitten, sonst verkahlen sie zu Peitschen. Kompost im März, Mulch, in Trockenphasen während der Fruchtreife gießen. Ein engmaschiges Netz ab Mitte Mai über kleine Bäume hält Kirschfruchtfliege, Kirschessigfliege und Vögel fern, das ist die wichtigste Maßnahme.

Ernte. Süßkirschen von Anfang Juni bis Mitte Juli, je nach Kirschwoche der Sorte, mit Stiel, an trockenen Tagen, vollreif, weil sie nicht nachreifen. Sauerkirschen im Juli, wenn sie dunkelrot und weich sind, ohne Stiel gepflückt bleiben sie weniger lang haltbar, mit Stiel eine Woche. Beide halten frisch nur Tage; Sauerkirschen entsteint eingefroren sind der Kuchenvorrat bis zum nächsten Sommer.

Sorten. Süßkirschen für den Garten: Burlat früh, Regina spät und platzfest, Kordia aromatisch, Lapins selbstfruchtbar, Sunburst selbstfruchtbar und groß. Sauerkirschen: Morina und Achat monilia-tolerant, Schattenmorelle als Klassiker für den Halbschatten, Karneol süßer. Für die Wiese die alten Hochstammsorten wie Hedelfinger und Schneiders Späte Knorpelkirsche.

Mischkultur. Unter der Kirsche Knoblauch, Schnittlauch, Kapuzinerkresse, Ringelblumen und im Halbschatten Salat. Nicht neben Kartoffeln. Ein Nistkasten im Baum hilft gegen Raupen, gegen Stare hilft nur das Netz oder das Teilen.

Sicherheit. Kirschkerne enthalten Amygdalin, aus dem im Körper Blausäure wird; ein verschluckter Kern ist harmlos, zerkaute Kerne in Menge nicht. Beim Entsteinen für Marmelade darauf achten, dass keine zerbrochenen Kerne mitkochen.

Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Süß- und Sauerkirschen im Hausgarten. Julius Kühn-Institut (JKI): Kirschessigfliege – Hinweise für den Hausgarten.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: KnoblauchSchnittlauchKapuzinerkresseRingelblumeSalat (Kopf- und Pflücksalat)

Schlechte Nachbarn: Kartoffel

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Kirschfruchtfliege (Made in der Kirsche)

Legt ab Ende Mai in gelbe Früchte. Frühe Sorten, Gelbtafeln, Netz über kleine Bäume ab Mitte Mai, Fallobst auflesen, Hühner unter dem Baum.

Kirschessigfliege (weiche, faulende Früchte)

Seit 2014 verbreitet. Engmaschiges Netz, früh und vollständig ernten, überreife Früchte entfernen.

Vögel holen die Ernte

Stare in einer Stunde. Netz über Buschbäume, Hochstämme teilt man.

Monilia-Spitzendürre an Sauerkirschen

Welke Triebe nach der Blüte. Bis ins gesunde Holz zurückschneiden, tolerante Sorten wie Morina.

Platzende Früchte bei Regen

Reifezeit mit Regen. Platzfeste Sorten, Regendach über Spindeln.

In der Küche

Frisch, als Kuchen, Kompott, Marmelade, Saft, Likör, im Rumtopf; Sauerkirschen entsteint einfrieren und für Grütze und Kuchen. Kerne nicht zerbrechen.

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