Newsletter

Garten

Hecke schneiden im Herbst oder Frühjahr: Was ab Oktober erlaubt ist und wie du vorgehst

Ab dem 1. Oktober darfst du deine Hecke wieder stark zurückschneiden. Machen solltest du es trotzdem nicht. Zwei Gründe sprechen für Februar, und beide haben nichts mit Vorschriften zu tun, sondern mit Vögeln und Frost. Dazu die Schnittregeln für Liguster, Hainbuche, Thuja, Buchs, Eibe und Kirschlorbeer.

Susi & das Gartenteam Veröffentlicht Aktualisiert 14 Min. Lesezeit Einsteiger Dauer: Pflegeschnitt eine Stunde, Verjüngungsschnitt im Februar ein halber Tag

Wann das dran ist

Jetzt ideal

Hagebutte (Hundsrose)

Schwarzer Holunder

Saison: Herbst, Winter. Grün: ideal, Gelb: noch möglich, Rahmen: aktueller Monat. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Wildhecke mit Hagebutten und Schlehen; eine Heckenschere liegt unscharf im Vordergrund.
Hagebutten und Schlehen im Oktober: Was jetzt an der Hecke hängt, ist das Winterfutter für Drossel, Amsel und Rotkehlchen.

Am 1. Oktober endet die Schonzeit für Hecken, und in vielen Gärten hört man am ersten Wochenende danach die Heckenscheren anspringen. Rechtlich ist das in Ordnung. Für die Hecke, für die Vögel und für deinen Garten ist es der schlechteste Termin des Jahres. Der bessere Termin ist Ende Februar, aus zwei Gründen, die nichts mit Vorschriften zu tun haben.

Hecke schneiden: Herbst oder Frühjahr?

Den starken Rückschnitt machst du im Frühjahr, Ende Februar an einem frostfreien Tag. Im Herbst nimmst du nur Totes, Krankes und Eingewachsenes heraus, obwohl der starke Schnitt ab dem 1. Oktober erlaubt ist.

SchnittWas er machtErlaubtSinnvoll
PflegeschnittTote, kranke, eingewachsene Triebe einzeln rausganzjährigSeptember bis November
FormschnittZuwachs des Jahres nehmen, Form haltenganzjährig, ohne belegte NesterEnde Juni, bei Bedarf Ende August
Verjüngungsschnitt, Rückschnittins alte Holz, um ein Drittel bis auf den Stock1. Oktober bis 28. Februarletzte Februarwoche
RodenHecke komplett entfernen1. Oktober bis 28. FebruarEnde Februar, nach Rücksprache mit der Gemeinde

Die Rechtslage in einem Absatz

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet in Paragraf 39 vom 1. März bis zum 30. September, Hecken, Gebüsche und lebende Zäune abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu roden. Der Zweck ist der Vogelschutz: In dieser Zeit brüten Amsel, Grasmücke, Zaunkönig und Heckenbraunelle im Geäst, und wer schneidet, zerstört Nester. Erlaubt bleiben in der Schonzeit schonende Form- und Pflegeschnitte, die den Zuwachs des Jahres nehmen, aber nur, wenn kein Nest belegt ist. Vorher hineinschauen ist Pflicht, nicht Höflichkeit. Kommunen und Länder können strengere Regeln haben, zum Beispiel für Hecken an Feldwegen oder in Landschaftsschutzgebieten. Bußgelder reichen bis in den fünfstelligen Bereich.

Ab dem 1. Oktober ist der starke Schnitt wieder frei. Und jetzt kommt der Teil, der nicht im Gesetz steht.

Grund eins: Die Hecke ist im Winter ein Vorratsschrank

Sieh dir eine gemischte Hecke im Oktober an. An der Hundsrose hängen Hagebutten, an der Schlehe blaue Früchte, am Weißdorn rote, am Liguster schwarze, am Pfaffenhütchen orangefarbene, am Holunder die letzten Dolden. Das ist kein Schmuck, sondern die Winternahrung von Amsel, Drossel, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Dompfaff und Seidenschwanz. Die Hagebutten hängen bis Februar, die Schlehen bis in den Januar. In einem Winter mit Schnee entscheiden diese Beeren darüber, ob die Vögel im Garten durchkommen.

Wer im Oktober die Hecke auf Form schneidet, nimmt genau die Triebspitzen weg, an denen die Früchte hängen. Ein Radikalschnitt entfernt alles. Der Garten sieht dann ordentlich aus und ist im Januar still.

Dazu kommt die Deckung. Eine dichte, unbeschnittene Hecke ist im Winter der Schlafplatz für Sperlinge, Meisen und Zaunkönige, die dort windgeschützt und vor dem Sperber sicher sitzen. Eine im Oktober kahl geschnittene Hecke bietet weder das eine noch das andere. Was eine Hecke sonst noch für Tiere leistet, steht im Beitrag Naturgarten anlegen.

Grund zwei: Frost trocknet Schnittstellen zurück

Jede Schnittstelle ist eine offene Wunde. Solange die Pflanze wächst, verschließt sie die Wunde binnen Wochen mit Kallusgewebe. Im Oktober wächst sie nicht mehr; die Wunde bleibt bis April offen. Kommt in dieser Zeit starker Frost, gefriert das Gewebe an der Schnittstelle, trocknet aus und stirbt einige Zentimeter weit zurück. Im Frühjahr siehst du braune, tote Triebspitzen, und der Austrieb kommt weiter unten, ungleichmäßig und schwach.

Bei Frost nach einem Herbstschnitt kann eine Formhecke aus Liguster oder Hainbuche auf der Oberseite komplett zurückfrieren. Sie erholt sich, aber sie verliert ein Jahr. Bei empfindlicheren Gehölzen wie Kirschlorbeer, Lavendel oder Hibiskus kann ein früher Rückschnitt vor einem harten Winter das Ende sein.

Im Februar ist der schlimmste Frost meist durch. Die Pflanze treibt sechs bis acht Wochen nach dem Schnitt aus, die Wunde bleibt also Wochen offen statt Monate. Deshalb ist der Verjüngungsschnitt Ende Februar der beste Termin, den das Jahr hergibt, und er ist gerade noch legal.

Was du jetzt im Herbst machen darfst und solltest

Der Herbst ist kein Schnittverbot, er ist nur der falsche Zeitpunkt für den großen Schnitt. Drei Dinge sind jetzt sinnvoll.

Totholz und Krankes entfernen. Abgestorbene Äste, Triebe mit Pilzbefall, Feuerbrand an Weißdorn oder Monilia an Steinobsthecken kommen raus, so tief wie nötig, und in die Biotonne. Das ist Hygiene, und je früher, desto besser.

Eingewachsene Triebe herausnehmen. Was in den Weg wächst, in den Zaun des Nachbarn oder in die Dachrinne, wird einzeln abgeschnitten. Das sind einzelne Schnitte, keine Fläche.

Die Hecke von unten säubern. Wilde Brombeeren, Efeu am Stamm, Ackerwinde: Was die Hecke erstickt, wird im Herbst herausgezogen. Das Laub darunter bleibt liegen, es ist der Mulch der Hecke und das Winterquartier für Igel und Käfer. Wie du Laub sonst noch nutzt, steht im Artikel Laub im Garten richtig nutzen.

Was du auf keinen Fall machst: die Hecke im Oktober auf den Stock setzen, weil im Frühjahr keine Zeit ist. Diese eine Stunde Bequemlichkeit kostet die Hecke ein Jahr und die Vögel den Winter.

Formhecke, Wildhecke, Naturhecke: Drei Schnittregeln

Nicht jede Hecke wird gleich geschnitten.

HeckentypBeispieleSchnittZeitpunkt
FormheckeHainbuche, Rotbuche, Liguster, Eibe, FeldahornZweimal jährlich auf Form, leicht trapezförmig, unten breiter als obenEnde Februar und Ende Juni
BlütenheckeForsythie, Deutzie, Weigelie, BauernjasminNach der Blüte ein Drittel der ältesten Triebe bodennah rausDirekt nach der Blüte, kein Formschnitt
Wild- oder NaturheckeHundsrose, Schlehe, Weißdorn, Holunder, Hasel, KornelkirscheAlle drei bis fünf Jahre einzelne alte Äste bodennah raus, sonst wachsen lassenEnde Februar, abschnittsweise
NadelheckeThuja, ZypresseNur in den grünen Zuwachs schneiden, nie ins Braune, treibt aus altem Holz nicht ausJuni und September, leichter Schnitt

Der wichtigste Trick bei Formhecken ist das Trapez: unten breiter als oben. Nur so bekommen die unteren Zweige Licht, und die Hecke verkahlt nicht von unten. Eine senkrecht geschnittene Hecke wird nach zehn Jahren unten durchsichtig.

Formschnitt oder Verjüngungsschnitt: der Unterschied

Beim Formschnitt schneidest du nur in das grüne, diesjährige Holz. Die Hecke bleibt so hoch und so breit, wie sie ist, und wird dichter, weil jeder gekappte Trieb sich unterhalb der Schnittstelle verzweigt. Das ist der Schnitt mit der Heckenschere, zweimal im Jahr, zehn Minuten je fünf Meter.

Beim Verjüngungsschnitt gehst du ins alte, verholzte Holz, um eine zu hohe, zu breite oder unten kahle Hecke zurückzuholen. Dafür brauchst du Astschere und Säge, und die Hecke braucht zwei bis drei Jahre, bis sie wieder dicht ist. Laubhecken vertragen das fast alle, Nadelhecken mit Ausnahme der Eibe nicht. Deshalb steht bei jeder Art unten, wie tief sie geschnitten werden darf.

Die häufigsten Heckenarten einzeln

Die Zeitangaben gelten für mittlere Lagen in Süddeutschland. In milden Lagen bist du eine bis zwei Wochen früher dran, in Höhenlagen später.

Liguster

Liguster wächst schnell, bis zu fünfzig Zentimeter im Jahr, und verzeiht fast jeden Fehler. Formschnitt Ende Juni und ein zweites Mal Ende August. Verjüngung Ende Februar, auch radikal bis auf dreißig Zentimeter; er treibt zuverlässig aus dem alten Holz wieder aus. Die Hecke verliert in strengen Wintern einen Teil der Blätter und treibt im April neu. Die schwarzen Beeren sind für Menschen giftig, für Drosseln Winterfutter. Wer sie den Vögeln lassen will, lässt einen Abschnitt im Sommer ungeschnitten und schneidet ihn erst Ende Februar, wenn die Beeren gefressen sind.

Hainbuche

Hainbuche ist die robusteste Formhecke für schwere, feuchte Böden. Formschnitt einmal Ende Juni, bei starkem Wuchs ein zweites Mal Ende August. Verjüngung Ende Februar bis ins alte Holz, sie treibt auch aus dicken Ästen wieder aus. Geschnittene Hainbuchen behalten ihr trockenes, braunes Laub oft bis zum Austrieb, das ist gewollt: So bleibt die Hecke auch im Winter blickdicht und ein Schlafplatz für Spatzen.

Thuja

Thuja, der Lebensbaum, wird zweimal leicht geschnitten: im Juni und Ende August bis Mitte September, damit die Schnittstellen vor dem Frost noch vergrünen. Geschnitten wird nur im grünen Bereich. Wer ins braune, nadellose Holz schneidet, bekommt ein Loch, das nie wieder zuwächst. Einen Verjüngungsschnitt gibt es bei Thuja deshalb nicht; eine zu große Thujahecke wird ersetzt, am besten durch eine heimische Laubhecke. Beim Schnitt Handschuhe und lange Ärmel tragen, der Pflanzensaft reizt die Haut, und alle Teile sind giftig.

Buchs

Buchs wird im Mai oder Juni nach dem ersten Austrieb geschnitten und bei Bedarf ein zweites Mal bis Ende August. Später nicht mehr: Der Neuaustrieb nach einem Septemberschnitt reift nicht aus und friert zurück. Geschnitten wird an einem bedeckten Tag, sonst verbrennen die freigelegten inneren Blätter. Buchs treibt aus altem Holz wieder aus, aber langsam, ein Rückschnitt ins Kahle braucht zwei Jahre. Vor jedem Schnitt schaust du nach dem Buchsbaumzünsler: grüne, schwarz gezeichnete Raupen und Gespinste im Inneren, von April bis Oktober. Befallenes Schnittgut kommt in einen verschlossenen Sack in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Die Heckenschere wischst du nach dem Schnitt mit Spiritus ab, damit sich das Triebsterben, eine Pilzkrankheit, nicht von Pflanze zu Pflanze verbreitet.

Eibe

Die Eibe ist die einzige Nadelhecke, die aus altem Holz wieder austreibt. Formschnitt einmal im Jahr zwischen Ende Juni und Ende August. Eine verkahlte oder zu breite Eibenhecke lässt sich Ende Februar verjüngen, aber in Etappen: im ersten Jahr eine Seite bis ins alte Holz und die Oberseite, im zweiten Jahr die andere Seite. So bleibt immer genug Grün, um die Pflanze zu versorgen. Eiben wachsen langsam, fünfzehn bis zwanzig Zentimeter im Jahr; ein Verjüngungsschnitt braucht drei Jahre, bis er zugewachsen ist. Nadeln und Samen sind stark giftig, nur der rote Samenmantel nicht. Handschuhe tragen, Schnittgut nicht an Pferde oder andere Weidetiere verfüttern.

Kirschlorbeer

Kirschlorbeer wird nach der Blüte im Mai oder Juni geschnitten, bei Bedarf ein zweites Mal Ende August. Wegen der großen Blätter nimmst du die Handheckenschere oder die Astschere, nicht die elektrische Heckenschere: Zerschnittene Blätter bekommen braune, eingetrocknete Ränder, die monatelang zu sehen sind. Kirschlorbeer verträgt einen starken Rückschnitt Ende Februar und treibt aus altem Holz wieder aus. Blätter und Samen sind giftig, beim Zerkleinern entsteht Blausäure; Schnittgut deshalb nicht im geschlossenen Raum häckseln und nicht verbrennen. Für Vögel und Insekten bietet Kirschlorbeer wenig. Wer ohnehin verjüngen muss, kann einzelne Pflanzen durch Liguster, Hainbuche oder Eibe ersetzen.

HeckenartFormschnittVerjüngung Ende FebruarTreibt aus altem Holz
LigusterEnde Juni und Ende Augustbis 30 cmja
HainbucheEnde Juni, bei Bedarf Ende Augustbis ins alte Holzja
ThujaJuni und bis Mitte Septembernicht möglichnein
BuchsMai/Juni und bis Ende Augustvorsichtig, langsamja, langsam
EibeEnde Juni bis Ende Augustin zwei Jahren je eine Seiteja
KirschlorbeerMai/Juni, bei Bedarf Ende Augustjaja

Bei der Wildhecke schneidet man nie alles auf einmal. Ein Drittel der Länge oder ein Drittel der ältesten Äste pro Jahr, dann bleibt immer ein Teil als Deckung und Futter stehen. Der Schnitt einer Wildhecke fällt im Februar an, genau dann, wenn man auch Material für eine Benjeshecke braucht. Die Äste wandern also von der einen Hecke in die andere und werden dort zum Lebensraum.

Welche Hecke Vögel füttert

Wenn du eine Hecke pflanzst oder eine Thujawand ersetzt, entscheidet die Artenwahl über den Wert für die Tiere. Eine Faustzahl aus der Vogelkunde: Ein heimischer Weißdorn ernährt über dreißig Vogelarten und mehr als 150 Insektenarten. Eine Thuja ernährt keine.

Eine bewährte Zusammenstellung für eine frei wachsende Hecke von zehn Metern aus heimischen Arten, jeweils ein bis zwei Pflanzen: Hundsrose, Schlehe, Weißdorn, Kornelkirsche, Hasel, Schwarzer Holunder, Pfaffenhütchen, Roter Hartriegel, Feldahorn, Gewöhnlicher Liguster. Pflanzabstand ein Meter, gepflanzt von Oktober bis März als wurzelnackte Ware, die ein Bruchteil von Containerpflanzen kostet. Nach drei Jahren ist die Hecke zwei Meter hoch und dicht, nach fünf Jahren hängt sie im Herbst voll.

Wer weniger Platz hat, nimmt eine Formhecke aus Hainbuche mit einzelnen frei wachsenden Sträuchern dazwischen, oder er lässt am Ende der Formhecke drei Meter Wildhecke stehen. Schon das verändert, wer im Garten überwintert.

Werkzeug und Schnittführung

Welches Werkzeug du brauchst, hängt von der Dicke der Triebe ab, nicht von der Länge der Hecke.

TriebdickeWerkzeugEinsatz
grüner ZuwachsHandheckenschere oder Akku-HeckenschereFormschnitt; bei Kirschlorbeer nur Handschere
bis 2 cmGartenschere mit Bypass-Klingeeinzelne eingewachsene oder kranke Triebe
2 bis 4 cmAstschere mit ÜbersetzungPflegeschnitt, Verjüngung
über 4 cmJapansägedicke Äste beim Verjüngungsschnitt

Schnittführung beim Formschnitt. Erst die Seiten, dann die Oberseite. An den Seiten schneidest du von unten nach oben, die Klingen parallel zur Fläche, leicht schräg nach innen, damit das Trapez entsteht. Für eine gerade Oberkante spannst du eine Schnur zwischen zwei Pfosten.

Schnittführung bei dicken Ästen. Äste nimmst du am Astring ab, dem kleinen Wulst, wo der Ast aus dem Stamm kommt. Kein Stummel stehen lassen, nicht in den Stamm schneiden. Äste über drei Zentimeter werden in zwei Schritten gesägt: erst ein Stück weiter außen, dann den Rest am Astring, damit die Rinde nicht einreißt.

Scharf und sauber. Stumpfe Klingen quetschen die Triebe, die Enden fransen aus und werden braun. Nach dem Schnitt die Klingen abwischen, bei Buchs und kranken Pflanzen mit Spiritus.

Ruhezeiten. Motorisierte und Akku-Heckenscheren dürfen in Wohngebieten werktags von 7 bis 20 Uhr laufen, an Sonn- und Feiertagen gar nicht. Gemeinden können strenger sein, etwa mit einer Mittagsruhe.

Verjüngungsschnitt Ende Februar: Schritt für Schritt

Eine verkahlte, zu hohe oder zu breite Laubhecke wird Ende Februar in einem Durchgang verjüngt. So geht man vor:

  1. Termin wählen. Ein frostfreier, bedeckter Tag in der letzten Februarwoche. Bei Dauerfrost unter minus fünf Grad warten, bei Regen ebenfalls, nasses Holz reißt.
  2. Hineinschauen. Auch im Februar können Zaunkönige oder Meisen die Hecke als Schlafplatz nutzen; alte Nester dürfen raus, belegte gibt es jetzt noch nicht.
  3. Höhe festlegen. Eine Schnur zwischen zwei Pfosten auf die Zielhöhe spannen. Hainbuche, Liguster und Feldahorn vertragen einen Rückschnitt bis auf fünfzig Zentimeter, wenn es sein muss. Schonender ist es, in zwei Jahren jeweils die Hälfte zu nehmen.
  4. Seiten zuerst. Die Flanken werden trapezförmig geschnitten, unten breiter, und zwar tiefer als der spätere Formschnitt, damit die Hecke Platz zum Nachtreiben hat. Dicke Äste mit der Astschere oder Japansäge glatt am Astring abnehmen, nicht mit der Heckenschere zerfasern.
  5. Oberseite zuletzt. Auf Schnurhöhe, mit der Heckenschere oder bei dickem Holz mit der Säge.
  6. Boden freimachen. Unter der Hecke kommt eine Schaufel Kompost pro Meter, darauf das alte Laub zurück. Nach einem starken Schnitt braucht die Hecke im ersten Jahr bei Trockenheit Wasser.
  7. Schnittgut verwerten. Dicke Äste zur Benjeshecke oder als Totholzhaufen, dünnes Reisig gehäckselt unter die Hecke.

Im Juni folgt der erste leichte Formschnitt am neuen Austrieb, danach ist die Hecke wieder im normalen Rhythmus. Nach zwei Sommern sieht man dem Bestand die Verjüngung nicht mehr an, nach drei ist er dichter als zuvor.

Häufige Fehler

Am 1. Oktober radikal schneiden. Legal, aber der schlechteste Termin: Beeren weg, Deckung weg, Frostschäden an den Wunden.

Senkrechte Wände. Formhecken ohne Trapez verkahlen von unten. Unten zehn bis zwanzig Zentimeter breiter als oben.

In der Brutzeit ohne Kontrolle schneiden. Auch der erlaubte Formschnitt setzt voraus, dass kein Nest belegt ist. Hineinschauen dauert eine Minute.

Nadelhecken ins alte Holz schneiden. Thuja und Zypresse treiben dort nicht wieder aus. Die braune Stelle bleibt für immer.

Buchs im September schneiden. Der Neuaustrieb reift nicht mehr aus und friert zurück. Letzter Schnitt Ende August.

Kirschlorbeer mit der Motorschere. Zerschnittene Blätter, braune Ränder bis zum nächsten Sommer. Handschere.

Alles auf einmal. Bei Wildhecken jedes Jahr nur ein Drittel, sonst ist ein Jahr lang nichts da.

Laub unter der Hecke wegräumen. Es ist der Mulch, der Dünger und das Winterquartier der Hecke.

Regionale Unterschiede

Die Schonzeit gilt bundesweit vom 1. März bis 30. September; einige Bundesländer und viele Kommunen haben in Baumschutzsatzungen strengere Regeln, zum Beispiel für Hecken über einer bestimmten Höhe oder in der freien Landschaft. Im Zweifel fragt man beim Umweltamt der Gemeinde nach. Klimatisch gilt: In milden Lagen am Rhein oder an der Nordsee kann der Verjüngungsschnitt schon Anfang Februar erfolgen, in mittleren Lagen und in Höhenlagen lieber in der letzten Februarwoche, wenn die strengen Fröste durch sind.

Fazit

Erlaubt ist der Heckenschnitt ab Oktober, sinnvoll ist er Ende Februar. Dazwischen liegen die Beeren für die Vögel und der Frost für die Wunden. Wer im Herbst nur Krankes und Totes entfernt und den Rest bis Februar hängen lässt, hat eine gesündere Hecke und einen lebendigeren Winter.

Das Thema als Video

Vorschaubild zum Video: Die perfekte lebende Mauer für deinen Garten

Beim Abspielen wird eine Verbindung zu YouTube (youtube-nocookie.com) aufgebaut. Vorher lädt diese Seite nichts von Google.

Oder direkt auf YouTube ansehen
Auf YouTube abonnierenDie perfekte lebende Mauer für deinen Garten

Häufige Fragen

Darf ich meine Hecke im Sommer schneiden?

Ein schonender Formschnitt, der nur den Zuwachs des Jahres nimmt, ist auch zwischen März und September erlaubt. Vorher musst du aber prüfen, ob ein Nest belegt ist, und im Zweifel warten. Verboten sind in dieser Zeit der Rückschnitt auf den Stock, das Roden und das Abschneiden dicker Äste. Das gilt nach Paragraf 39 Bundesnaturschutzgesetz bundesweit; Kommunen können strenger sein.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen radikalen Rückschnitt?

Ende Februar, an einem frostfreien, bedeckten Tag. Der stärkste Frost ist meist vorbei, die Vögel haben noch nicht gebrütet, die Beeren sind gefressen, und die Pflanze treibt wenige Wochen später aus, sodass die Wunden kurz offen bleiben. Bis zum 28. Februar ist der Schnitt gesetzlich erlaubt.

Welche Hecke ist gut für Vögel?

Eine gemischte, frei wachsende Hecke aus heimischen Sträuchern: Hundsrose, Schlehe, Weißdorn, Holunder, Kornelkirsche, Hasel, Pfaffenhütchen, Liguster, Feldahorn. Sie liefert Blüten im Frühjahr, Beeren im Herbst und dichtes, dorniges Geäst zum Brüten. Thuja, Kirschlorbeer und Bambus bieten Vögeln fast nichts.

Was mache ich mit dem Schnittgut?

Dickere Äste werden zur Benjeshecke geschichtet oder als Totholzhaufen in die Ecke gelegt, dünnes Reisig kommt gehäckselt als Mulch unter die Hecke oder auf die Wege. Kranke Triebe mit Feuerbrand oder Monilia gehen in die Biotonne oder werden, wo erlaubt, verbrannt.

Was ist der Unterschied zwischen Formschnitt und Verjüngungsschnitt?

Der Formschnitt nimmt nur den Zuwachs des Jahres und hält die Hecke in Höhe und Breite. Er ist zweimal im Jahr fällig und auch in der Schonzeit erlaubt, solange kein Nest belegt ist. Der Verjüngungsschnitt geht ins alte Holz, setzt die Hecke um ein Drittel bis die Hälfte zurück oder auf den Stock und ist nur vom 1. Oktober bis 28. Februar erlaubt. Sinnvoll ist er Ende Februar.

Kann ich eine alte, verkahlte Hecke noch retten?

Die meisten heimischen Laubgehölze treiben auch aus altem Holz wieder aus. Hainbuche, Liguster, Hasel, Weißdorn, Holunder und Feldahorn kannst du Ende Februar auf dreißig bis fünfzig Zentimeter zurücksetzen, sie sind nach zwei bis drei Jahren wieder dicht. Nadelgehölze wie Thuja, Zypresse und Eibe treiben aus altem Holz nicht mehr aus; Eibe ist die Ausnahme.

Quellen und weiterführende Hinweise

  1. Bundesnaturschutzgesetz, Paragraf 39 Absatz 5: Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen
  2. NABU Niedersachsen: Heckenschnitt: Zeiten und Rücksicht auf brütende Vögel
  3. Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV): Bäume, Sträucher, Hecken: Gehölze für den Naturgarten
  4. Bayerische Gartenakademie (LWG): Winterschnitt von Gehölzen hat noch Zeit
  5. Royal Horticultural Society: Hedges: planting, trimming and renovation
  6. Royal Horticultural Society: Box tree caterpillar
  7. Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV), Paragraf 7: Betrieb in Wohngebieten
Weitergeben WhatsApp Pinterest
Susi vom Gartenteam mit geflochtenem blondem Zopf, lächelnd vor den Gartenbeeten im Abendlicht.

Geschrieben von

Susi & das Gartenteam

Ich bin Susi, die Stimme unseres Gartenteams. Wir gärtnern ohne Chemie, filmen, was wir tun, und schreiben es hier so auf, dass es sich im eigenen Garten nachmachen lässt, auch das, was bei uns schiefgegangen ist. Auf YouTube, TikTok und Instagram zeigen wir die Handgriffe im Video, hier stehen sie ausführlich zum Nachlesen.

Unsere Geschichte YouTube TikTok Instagram

Passt dazu