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Permakultur

Richtig mulchen: Die Fünf-Zentimeter-Regel und welches Material in welches Beet gehört

Mulchen ist eine der besten Maßnahmen für den Boden und gleichzeitig ein häufiger Weg, sich Schnecken zu züchten. Der Unterschied sind ein paar Zentimeter. Fünf Effekte, drei Fehler und eine Tabelle, die sagt, was wohin gehört.

Susi & das Gartenteam Veröffentlicht 7 Min. Lesezeit Einsteiger Dauer: Eine halbe Stunde je zehn Quadratmeter

Wann das dran ist

Erst wieder ab Anfang November

Tomate

Gurke

Zucchini

Saison: Herbst, Frühling, Sommer. Grün: ideal, Gelb: noch möglich, Rahmen: aktueller Monat. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Halb gemulchtes Beet zeigt die klare Kante der Mulchschicht neben einem Zollstock.
Fünf Zentimeter am Zollstock: dünn genug für Luft, dick genug gegen Austrocknung und Beikraut.

Ein typisches Bild im Mai: Frischer Rasenschnitt liegt fünfzehn Zentimeter hoch zwischen dem Salat, weil mehr mehr hilft. In dieser klammen, kühlen, dunklen Schicht vermehren sich genau die Nacktschnecken, die im Juni abgesammelt werden müssen. Im Beet daneben liegen fünf Zentimeter angetrocknetes Gras, und die Schnecken bleiben ein Randthema. Der Unterschied sind zehn Zentimeter.

Was Mulch für den Boden tut

Mulch ist eine Decke aus organischem Material auf dem Boden. Sie imitiert, was im Wald und auf der Wiese von selbst passiert: Der Boden ist nie nackt. Daraus ergeben sich fünf Effekte, alle gleichzeitig.

Feuchtigkeit. Unter Mulch verdunstet der Boden bis zu siebzig Prozent weniger Wasser. In einem trockenen Juli ist das der Unterschied zwischen täglichem und wöchentlichem Gießen.

Struktur. Regen trifft auf Mulch statt auf Erde. Der Boden verschlämmt nicht, verkrustet nicht, bleibt krümelig und nimmt Wasser auf, statt es ablaufen zu lassen.

Beikraut. Unter fünf Zentimetern Mulch keimen Samen kaum, weil das Licht fehlt. Was doch durchkommt, lässt sich aus dem lockeren, feuchten Boden mit zwei Fingern ziehen.

Temperatur. Mulch dämpft die Schwankungen: im Sommer kühler, im Winter wärmer, nachts weniger Auskühlung. Die Wurzeln und das Bodenleben arbeiten gleichmäßiger.

Humus. Der Mulch selbst wird zu Humus. Regenwürmer holen ihn von unten in den Boden, und nach einem Jahr ist aus einer Handbreit Laub ein Zentimeter dunkle Erde geworden. Wie das Bodenleben davon lebt, steht im Artikel über das Bodenleben.

Die Fünf-Zentimeter-Regel

Die Wirkung des Mulchs hängt an der Schichtdicke, und die richtige Dicke ist kleiner, als die meisten glauben.

Fünf Zentimeter ist der Wert für die meisten Materialien. Das reicht, um Licht vom Boden fernzuhalten, Verdunstung zu bremsen und Beikraut zu unterdrücken, und es ist dünn genug, dass Luft und Wärme durchkommen.

Drei Zentimeter für feines, dichtes Material wie Rasenschnitt oder Kaffeesatz, das sonst verklebt.

Bis acht Zentimeter für grobes, luftiges Material wie Stroh, Laub oder Häckselgut, das von selbst zusammensackt.

Was passiert bei mehr: Unter fünfzehn Zentimetern bleibt es dauerhaft klamm, kühl und dunkel. Der Boden erwärmt sich im Frühjahr wochenlang nicht, Aussaaten keimen nicht, und die Schicht ist die perfekte Kinderstube für Nacktschnecken, die dort tagsüber sitzen und nachts zum Salat kriechen. Dazu fault feines Material in dicker Lage, statt zu verrotten, und stinkt.

Welches Material wohin gehört

Nicht jeder Mulch passt zu jedem Beet. Die Frage ist, was das Material beim Verrotten mit dem Stickstoff macht und wie schnell es verschwindet.

MaterialDickePasst fürPasst nicht fürBesonderheit
Rasenschnitt, angetrocknet3 cm, mehrmals nachlegenGemüsebeet, Tomaten, Kohl, Kürbis, BeerensträucherFrisch und dick auf Salat, AussaatenDüngt mit Stickstoff, verschwindet in Wochen
Laub5 bis 8 cmWinterdecke auf leeren Beeten, Stauden, unter GehölzenRasen, Aussaaten im FrühjahrBraunmaterial, füttert Pilze und Würmer, im Frühjahr lichten
Stroh5 bis 8 cmErdbeeren, Tomaten, Kürbis, Kartoffeln, Wege zwischen BeetenFrisch gesäte BeeteHält Früchte sauber, bindet etwas Stickstoff, hält lange
Gründüngungsschnitt, Brennnessel, Beinwell5 cmGemüsebeet, StarkzehrernichtsBeste Düngewirkung, schnell verrottet
Häckselgut aus Strauchschnitt5 cmWege, Beerensträucher, Obstbäume, StaudenGemüsebeet, außer mit Kompost darunterBindet Stickstoff, hält ein Jahr, fördert Pilze
Rindenmulch5 bis 8 cmWege, Gehölze, Rhododendron, SchattenbeeteGemüsebeet, Stauden mit NährstoffbedarfBindet viel Stickstoff, wirkt versauernd, hemmt Keimung
Kompost, halbreif2 bis 3 cmAlles, besonders GemüsenichtsDüngt und mulcht zugleich, das Beste, was es gibt
Pappe, unbedrucktEine Lage, mit Mulch darüberNeue Beete auf Rasen, WegeAussaatenErstickt Grasnarbe, verrottet in einem Jahr
Schafwolle, Wollpellets2 bis 3 cmTomaten, Kürbis, KübelAussaatenSpeichert Wasser, düngt langsam, hält Schnecken etwas ab

Die Frage nach dem Stickstoff ist der Grund, warum Rindenmulch nicht ins Gemüsebeet gehört. Holz und Rinde bestehen fast nur aus Kohlenstoff. Die Bakterien, die es abbauen, brauchen dafür Stickstoff und holen ihn sich aus dem Boden. Das nennt man Stickstoffsperre: Der Salat neben dem Rindenmulch wird gelb, obwohl das Beet gedüngt ist. Unter Sträuchern und auf Wegen ist das gleichgültig, zwischen Gemüse ist es ein Ertragsverlust. Wer Häckselgut im Gemüsebeet will, legt vorher zwei Zentimeter Kompost oder fünfzig bis hundert Gramm Hornspäne je Quadratmeter darunter.

Drei Fehler, die häufig passieren

Erstens: frischer Rasenschnitt, dick aufgetragen. Frisches Gras enthält achtzig Prozent Wasser. In einer dicken Lage verklebt es innerhalb eines Tages zu einer luftdichten Matte, darunter fault es, stinkt nach Ammoniak und wird zur Schleimschicht. Richtig: den Schnitt einen Tag auf dem Rasen oder einer Plane antrocknen lassen, dann drei Zentimeter dünn verteilen, und in zwei Wochen nachlegen. So verrottet er, statt zu faulen, und düngt dabei.

Zweitens: Mulch bis an den Stamm. Bei Bäumen, Sträuchern, Tomaten und Kohl bleibt eine Handbreit um den Stängel frei. Mulch direkt am Stamm hält die Rinde feucht, dort setzen Fäulnis und Pilze an, und Wühlmäuse finden unter dem Mulch am Stamm eine gedeckte Tafel. Der Mulchring beginnt zehn Zentimeter vom Stamm entfernt.

Drittens: Rindenmulch zwischen Salat. Sieht ordentlich aus, bindet Stickstoff, versauert den Boden und hemmt die Keimung. Rindenmulch gehört auf Wege und unter Gehölze. Zwischen Gemüse gehören Rasenschnitt, Stroh, Kompost und Gründüngungsschnitt.

Wann gemulcht wird

Herbst. Nach der Ernte kommt Laub, Gründüngungsschnitt oder Stroh auf die leeren Beete, als Winterdecke gegen Verschlämmung und Auswaschung. Um Wintergemüse und gesteckten Knoblauch ebenfalls, eine Handbreit. Der Mulch wird aufgelegt, nicht eingearbeitet; das ist die Arbeit der Regenwürmer über den Winter. Wie das Laub sonst genutzt wird, steht im Artikel über Laub im Garten.

Frühjahr. Ab März wird die Winterdecke von den Beeten gezogen, die bepflanzt oder besät werden, damit sich der Boden erwärmt. Was übrig ist, kommt zwischen die Reihen oder auf den Kompost. Aussaaten bleiben bis zur Keimung ohne Mulch.

Ab Mitte Mai. Wenn der Boden warm ist und die Pflanzen stehen, beginnt das Sommermulchen: Rasenschnitt, Stroh, Gründüngungsschnitt, in dünnen Lagen, immer wieder nachgelegt. Der Boden bleibt bis zur Ernte bedeckt. Bei Tomaten, Gurken und Zucchini ist das der Handgriff, der Gießen halbiert und Pilzkrankheiten bremst, weil kein Regen mehr Erde auf die Blätter spritzt.

Mulch und Wasser

Wer mulcht, gießt anders. Weniger oft, dafür gründlich: Der Mulch hält, was unten ankommt, aber er schluckt auch die ersten Millimeter eines kurzen Regens. Deshalb bei Trockenheit lieber einmal in der Woche zwanzig Liter je Quadratmeter als täglich zwei. Am besten unter den Mulch gießen, mit Gießrinne, Tropfschlauch oder einem eingegrabenen Tontopf, dann kommt das Wasser dort an, wo die Wurzeln sind, und der Mulch bleibt oben trocken, was die Schnecken nicht mögen.

Nach längerer Trockenheit ist der Boden unter dem Mulch oft noch feucht, während das Beet nebenan staubt. Einmal mit dem Finger nachfühlen, bevor man gießt, spart Wasser und Nerven.

Häufige Fehler

Zu dick. Fünfzehn Zentimeter feuchter Mulch sind ein Schneckenhotel und halten den Boden kalt. Fünf Zentimeter.

Im April dick gemulcht. Der Boden bleibt kalt, Aussaaten keimen nicht. Erst ab Mitte Mai.

Mulch eingearbeitet. Stickstoffsperre im Boden statt Decke obenauf. Auflegen, die Würmer holen ihn.

Wiesenschnitt mit Samen. Sät das Beet zu. Rasenschnitt oder Gründüngungsschnitt vor der Samenreife.

Regionale Unterschiede

In trockenen Regionen wie Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder den Trockengebieten im Süden ist Mulch die wichtigste Maßnahme gegen Sommertrockenheit, und man legt eher acht als fünf Zentimeter grobes Material. In feuchten, kühlen Lagen im Norden, Westen und in den Mittelgebirgen mulcht man dünner, drei bis fünf Zentimeter, und wartet im Frühjahr länger, bis der Boden warm ist, weil sonst Schnecken und kalte Böden das Wachstum bremsen. Auf schwerem Lehm hilft grobes Material, auf Sand feines, das schnell zu Humus wird. Was im Monat sonst ansteht, steht im Gartenjahr für den Mai, und die Grundlagen zum Boden in der Übersicht Gesunder Gartenboden.

Fazit

Fünf Zentimeter, feines Material dünner, grobes dicker, nicht fünfzehn: Mit dieser Regel ist Mulch die beste Maßnahme im Garten, ohne sie ein Schneckenzuchtprogramm. Rindenmulch bleibt auf den Wegen, Rasenschnitt trocknet erst an, und im Herbst wird aufgelegt, nicht eingearbeitet.

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Häufige Fragen

Wann soll ich mulchen, im Herbst oder im Frühjahr?

Beides, mit unterschiedlichem Material. Im Herbst kommt Laub oder Gründüngungsschnitt auf die leeren Beete, als Winterdecke. Im Frühjahr wird die Decke gelichtet, damit sich der Boden erwärmt, und erst ab Mitte Mai, wenn der Boden warm ist und die Pflanzen stehen, wird neu gemulcht, mit Rasenschnitt, Stroh oder Häckselgut. Wer im April dick mulcht, hält den Boden kalt und die Aussaaten keimen schlecht.

Zieht Mulch Schnecken an?

Zu dicker, zu feuchter Mulch ja. Unter fünfzehn Zentimeter feuchtem Rasenschnitt ist die perfekte Kinderstube. Bei fünf Zentimetern, grobem Material und einem Ring ohne Mulch um empfindliche Jungpflanzen hält sich das in Grenzen, und Laufkäfer, die unter Mulch leben, fressen Schneckeneier. Bei starkem Schneckendruck im Mai lieber Häckselgut oder Stroh als Rasenschnitt.

Kann ich mit Rasenschnitt mulchen, der Unkrautsamen enthält?

Rasenschnitt vom gemähten Rasen enthält selten reife Samen, weil regelmäßig gemäht wird. Wiesenschnitt mit Samenständen dagegen sät das Beet zu. Wer unsicher ist, kompostiert den Schnitt erst oder legt ihn unter Gehölze. Beikraut, das durch fünf Zentimeter Mulch kommt, lässt sich leicht ziehen, weil der Boden darunter locker und feucht ist.

Womit mulche ich Erdbeeren und Tomaten?

Erdbeeren traditionell mit Stroh, das die Früchte sauber und trocken hält; das Wort Strawberry kommt daher. Tomaten mit angetrocknetem Rasenschnitt oder Stroh, eine Handbreit vom Stängel entfernt, ab Mitte Mai. Beides hält den Boden gleichmäßig feucht und verhindert, dass Regen Erde und Pilzsporen auf die Blätter spritzt.

Muss ich unter Mulch zusätzlich düngen?

Bei Rasenschnitt, Gründüngungsschnitt und Kompost nein, sie düngen mit. Bei Stroh, Häckselgut und Rindenmulch bindet der Abbau Stickstoff, dort hilft vor dem Mulchen eine Gabe Kompost oder Hornspäne, im Gemüsebeet auch Brennnesseljauche im Juni. Langfristig baut Mulch Humus auf und macht Düngen weitgehend überflüssig.

Quellen und weiterführende Hinweise

  1. Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift „Mulchen im Gemüsegarten“ (PDF)
  2. Umweltbundesamt: Bodenschutz im Alltag
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Susi vom Gartenteam mit geflochtenem blondem Zopf, lächelnd vor den Gartenbeeten im Abendlicht.

Geschrieben von

Susi & das Gartenteam

Ich bin Susi, die Stimme unseres Gartenteams. Wir gärtnern ohne Chemie, filmen, was wir tun, und schreiben es hier so auf, dass es sich im eigenen Garten nachmachen lässt, auch das, was bei uns schiefgegangen ist. Auf YouTube, TikTok und Instagram zeigen wir die Handgriffe im Video, hier stehen sie ausführlich zum Nachlesen.

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