Wildpflanze · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Schwarzer Holunder
Jetzt erntenEinsteigerwinterhartmehrjährig
Sambucus nigra
Großer Wildstrauch für Hecke und Gartenrand, anspruchslos. Blüten im Juni für Sirup, Beeren im September nur gekocht. Traditionell bei Erkältung verwendet, Vögel lieben ihn.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Der Holunder war früher an jedem Hof der Schutzbaum, den man nicht fällte, und aus gutem Grund: Er liefert zweimal im Jahr, im Juni die Blüten und im September die Beeren, ernährt sechzig Vogelarten, braucht keine Pflege und wächst dort, wo sonst nichts hinpasst, am Kompost, am Zaun, an der Schattenseite des Schuppens.
Pflanzen. Im Herbst oder Frühjahr als wurzelnackter Strauch oder als Steckholz, das im Winter aus einem Nachbargarten geschnitten wird und fast immer wurzelt. Mindestens drei Meter Abstand zu Wegen und Gebäuden, er wird groß. Ein Platz am Komposthaufen ist ideal: Der Holunder ist ein Stickstoffzeiger und wächst dort, wo der Boden fett und feucht ist. Für die Ernte lohnen Sorten mit großen Dolden wie Haschberg oder Haidegg.
Pflege. Keine, außer dem Schnitt. Holunder blüht am einjährigen Holz; die kräftigsten Blüten sitzen an langen, jungen Trieben. Im Winter ein Drittel der ältesten Äste bodennah entfernen, dann bleibt der Strauch jung und trägt gut. Die Holunderblattlaus im Mai sieht dramatisch aus und ist bedeutungslos, sie ist das erste Futter für die Marienkäferlarven des Jahres.
Blütenernte. Anfang bis Mitte Juni, an einem trockenen, sonnigen Vormittag, wenn die Dolden voll aufgeblüht sind und beim Schütteln gelben Pollen abgeben. Nicht waschen, das nimmt das Aroma, nur ausschütteln. Dolden mit kurzem Stiel abschneiden, ein Drittel am Strauch lassen, sonst gibt es im Herbst keine Beeren. Für Sirup werden sie am selben Tag angesetzt, für Tee im Schatten getrocknet und dann abgerebelt.
Beerenernte. September, wenn alle Beeren einer Dolde schwarz sind und die Dolde nach unten hängt. Mit der Gabel von den Stielen streifen, dabei Handschuhe und alte Kleidung, der Saft färbt. Beeren immer kochen: Roh enthalten sie Sambunigrin, das zu Übelkeit führt; zwanzig Minuten Kochen zerstören es vollständig. Der Saft ist reich an Anthocyanen und Vitamin C.
Für die Tiere. Holunder ist eine der wichtigsten Vogelnährpflanzen des Gartens; Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen und Stare räumen die Beeren ab, die man hängen lässt. Die Blüten werden von Käfern und Fliegen, weniger von Bienen besucht. In der Benjeshecke ist er der erste Strauch, der von selbst kommt.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: BrennnesselGierschWildheckeBenjeshecke
Schlechte Nachbarn: keine bekannten
Häufige Probleme
Schwarze Holunderblattlaus im Mai
Dicke Kolonien an den Triebspitzen. Für den Strauch harmlos, für Marienkäfer ein Festmahl. Betroffene Spitzen für die Ernte meiden, sonst nichts tun.
Wird zu groß
Holunder verträgt jeden Schnitt. Im Winter alte Äste am Boden entfernen, jährlich ein Drittel verjüngen. Blüht am einjährigen Holz, deshalb nicht alles auf einmal.
Beeren roh gegessen, Übelkeit
Rohe Beeren, Blätter und Rinde enthalten Sambunigrin und führen zu Erbrechen. Beeren immer mindestens zwanzig Minuten kochen, dann sind sie unbedenklich.
Verwechslung mit Zwerg-Holunder
Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus) ist eine krautige Pflanze mit rosa Staubbeuteln und aufrechten Fruchtständen, giftig. Schwarzer Holunder ist ein Strauch mit gelben Staubbeuteln und hängenden Beeren.
In der Küche
Blüten als Sirup, Gelee, in Teig ausgebacken, in Essig, im Sekt. Beeren gekocht als Saft, Sirup, Gelee, Fliederbeersuppe, Likör. Nie roh.
Rezepte mit Schwarzer Holunder: Holundersirup: Das Rezept für Blütensirup im Juni und Beerensirup im September
Traditionell in der Hausapotheke
Holunderblütentee wird traditionell bei Erkältung als schweißtreibendes Mittel getrunken, heißer Holunderbeerensaft ebenso. Blüten im Juni an einem trockenen Vormittag ernten und schnell trocknen. Kein Ersatz für ärztliche Behandlung; bei Fieber über drei Tage ärztlichen Rat einholen.
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