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Winterroggen (Gründüngung)
Säen: noch möglich bis ende oktoberEinsteigerwinterhart
Secale cereale
Die Gründüngung für den späten Herbst: von September bis Mitte Oktober fünfzehn bis zwanzig Gramm je Quadratmeter säen, den Winter über grün, im April abschneiden und als Mulch liegen lassen.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Winterroggen ist die Gründüngung für Beete, die im Oktober frei werden, wenn Phacelia und Senf nicht mehr auflaufen. Er keimt bei fünf Grad, bleibt den ganzen Winter grün, wurzelt einen Meter tief in den Lehm und ist im März das erste Grün im Garten. Im April wird er abgeschnitten und liegt als Mulch; darunter ist der Boden krümelig wie nach einem Jahr Kompost.
Aussaat. Von Anfang September bis Mitte Oktober, in milden Lagen bis Ende Oktober, fünfzehn bis zwanzig Gramm je Quadratmeter, eine gute Handvoll, breitwürfig gestreut, zwei bis drei Zentimeter tief eingeharkt, angedrückt. Das ist zehnmal mehr als bei Phacelia, und der Unterschied ist wichtig. Keimung in ein bis zwei Wochen. Gemischt mit Winterwicke oder Inkarnatklee kommt Stickstoff dazu, den Roggen allein nicht sammelt: zwei Drittel Roggen, ein Drittel Wicke.
Pflege. Keine. Roggen braucht im Winter nichts. Im März wächst er schnell, und der richtige Moment zum Abschneiden ist April, bei zwanzig bis dreißig Zentimeter Höhe, vor dem Schossen; danach verholzen die Halme und verrotten langsam. Mit Sense oder Rasenmäher auf höchster Stufe abschlagen, die Wurzeln mit der Grabegabel anheben, aber nicht wenden, das Schnittgut als Mulch liegen lassen oder auf den Kompost. Ein zweiter Schnitt nach zwei Wochen erledigt den Nachtrieb.
Nach dem Roggen. Roggenwurzeln geben Stoffe ab, die feine Saaten wie Möhren, Salat oder Zwiebeln in den ersten Wochen hemmen. Deshalb drei Wochen warten, bevor gesät wird; Pflanzungen von Kartoffeln, Kohl, Kürbis, Tomaten und Jungpflanzen gehen direkt nach dem Mähen. Das passt: Roggen steht vor den Starkzehrern, die im Mai gepflanzt werden.
Wirkung. Ein Meter tiefe Wurzeln lockern verdichteten Lehm besser als jede Grabegabel, halten Nährstoffe über den Winter fest, schützen den Boden vor Verschlämmung und Erosion und hinterlassen im Frühjahr eine Krümelstruktur. Der Bestand unterdrückt Beikraut vollständig. Regenwürmer arbeiten darunter den ganzen Winter.
Sorten. Für den Garten reicht Winterroggen aus dem Landhandel oder als Gründüngung in Tüten; Grünschnittroggen-Sorten wie Protector oder Dukato wachsen schneller und werden später hart. Winterweizen und Wintergerste sind Alternativen, Roggen ist der robusteste.
In der Fruchtfolge. Nach Kartoffeln, Kohl, Kürbis, Bohnen und Mais, vor Starkzehrern, die im Mai gepflanzt werden. Roggen ist als Gras mit keinem Gemüse verwandt und bringt keine Krankheiten in die Fruchtfolge. Zusammen mit Winterwicke ist er die Mischung, die den Boden lockert und düngt.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Gründüngung im Hausgarten – Winterroggen. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Gründüngungspflanzen und Saatstärken.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: WinterwickeInkarnatkleeKartoffelWeißkohl und RotkohlKürbis
Schlechte Nachbarn: keine bekannten
Häufige Probleme
Zu spät gesät, kümmerlicher Bestand
Nach Mitte Oktober reicht die Wärme nicht. In milden Lagen bis Ende Oktober, sonst Beet mit Laub decken.
Verholzt und verrottet nicht
Zu spät abgeschnitten, nach dem Schossen. Im April bei zwanzig bis dreißig Zentimeter Höhe mähen, vor der Ährenbildung.
Treibt nach dem Mähen wieder aus
Normal. Zweimal schneiden oder mit der Grabegabel anheben und die Wurzeln lösen, dann Mulch drüber.
Hemmt die Nachsaat
Roggenwurzeln geben Stoffe ab, die feine Saaten hemmen. Nach dem Mähen drei Wochen warten, bevor Möhren oder Salat gesät werden; Pflanzungen gehen sofort.
Mäuse im Winter
Dichter Bestand bietet Deckung. Rand kurz halten, Katze.
In der Küche
Keine Verwendung als Gründüngung; als Getreide wird Roggen zu Brot, das ist aber eine andere Kultur mit Ernte im Juli.