Kraut · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Koriander
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Coriandrum sativum
Ab April alle drei Wochen direkt säen, jung ernten, im Sommer halbschattig, weil er bei Hitze sofort blüht. Die Samen im August sind das zweite Gewürz derselben Pflanze.
Das Jahr auf einen Blick
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Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Koriander ist zwei Gewürze in einer Pflanze: die frischen Blätter für die asiatische und mexikanische Küche, die Samen für Currys und Brot. Und er ist das Kraut, das im Hochsommer schneller blüht, als man ernten kann. Wer das weiß, sät ihn im Frühjahr und Herbst für die Blätter, im Mai für die Samen und im Sommer nur in den Halbschatten.
Aussaat. Direkt ins Beet ab Anfang April bis September, alle drei Wochen eine kurze Reihe. Die Samen sind Doppelfrüchte mit harter Schale; leicht angequetscht und über Nacht eingeweicht keimen sie in zwei statt vier Wochen. Ein Zentimeter tief, Reihen 25 Zentimeter, später auf zehn Zentimeter vereinzeln. Für die Samenernte im Mai dichter säen und die Pflanzen blühen lassen. Nicht vorziehen und verpflanzen, die Pfahlwurzel verträgt es nicht.
Pflege. Feucht halten, mulchen, im Sommer halbschattig zwischen Tomaten oder Bohnen. Kein Dünger. Was blüht, bleibt für Schwebfliegen und Bienen stehen und liefert die Samen. Nicht dorthin säen, wo Möhren, Petersilie oder Dill standen.
Ernte. Blätter ab vier bis sechs Wochen, junge Triebe von außen, bevor die Pflanze die feinen Blüten-Blätter bildet; danach ist das Aroma weg. Samen, wenn die Dolden braun sind und die Samen beim Anfassen klappern, im August; Dolden abschneiden, kopfüber in einer Papiertüte nachtrocknen, ausschütteln. Grüne Samen im Juli sind eine Delikatesse für Chutneys.
Sorten. Für Blätter langsam schießende Sorten wie Calypso, Cruiser und Leisure; für Samen die Gewürzsorten wie Marokkanischer oder Indischer Koriander mit kleinen, aromatischen Früchten. Vietnamesischer Koriander (Persicaria odorata) ist eine andere Pflanze, mehrjährig und nur für den Kübel.
Mischkultur. Koriander steht gut neben Kohl, Spinat, Salat, Tomaten, Gurken und Buschbohnen; seine Blüten locken Nützlinge gegen Blattläuse und Kohlweißlinge. Nicht neben Fenchel, Petersilie, Dill und Möhren, den anderen Doldenblütlern; vier Jahre Pause auf derselben Fläche.
Hausapotheke. Die Samen werden seit der Antike bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Appetitlosigkeit als Tee oder Gewürz genutzt, und die europäische Arzneimittelagentur führt Korianderfrüchte als traditionelles pflanzliches Mittel. Wer Koriander als seifig empfindet, hat eine genetische Variante des Geruchssinns; die Samen schmecken für diese Menschen trotzdem gut.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Koriander im Hausgarten. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Coriandri fructus.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: Weißkohl und RotkohlSpinatSalat (Kopf- und Pflücksalat)TomateGurkeBuschbohne
Schlechte Nachbarn: KnollenfenchelPetersilieDillMöhre
Häufige Probleme
Schießt nach drei Wochen
Hitze, Trockenheit, lange Tage. Ab Juni halbschattig säen, alle drei Wochen nachlegen, Blattsorten wie Calypso nehmen, jung ernten.
Keimt langsam
Die Samen sind Doppelfrüchte mit harter Schale. Vor der Saat leicht anquetschen und über Nacht einweichen.
Verpflanzt und gestorben
Pfahlwurzel. Nur direkt säen oder Töpfe mit Ballen setzen.
Blattläuse in den Dolden
Wie bei Dill: Sie locken Nützlinge an, meist erledigt es sich.
Schmeckt nach Seife
Genetisch bedingt bei einem Teil der Menschen, keine Frage der Sorte. Samen schmecken dann trotzdem.
In der Küche
Blätter frisch in Currys, Salsa, Guacamole, Pho, Thai-Salat; Samen geröstet und gemahlen in Currys, Brot, Gewürzgurken, Chutney. Blätter gehackt in Öl einfrieren, nicht trocknen.
Traditionell in der Hausapotheke
Koriandersamen werden traditionell wie Fenchel bei Verdauungsbeschwerden als Tee genutzt; die europäische Arzneimittelagentur führt Korianderfrüchte als traditionelles pflanzliches Mittel. In Küchenmengen unbedenklich.