Kraut · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Ringelblume
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Calendula officinalis
Ab April direkt an den Beetrand säen, dann kommt sie jedes Jahr von selbst: Ringelblumen blühen von Juni bis zum Frost, locken Nützlinge und liefern die Blüten für die Salbe.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Die Ringelblume ist die Pflanze, die man einmal sät und dann nur noch zulässt. Sie blüht orange von Juni bis zum ersten Frost, sät sich in jede Lücke, hält mit ihrem Wurzelduft Nematoden vom Gemüsebeet fern, füttert Schwebfliegen und Wildbienen und liefert nebenbei die Blüten für die Salbe, die in jeder Gartenhausapotheke steht. Das alles ohne Dünger, ohne Gießen, ohne Pflege.
Aussaat. Direkt ins Beet ab Anfang April bis Juni, ein bis zwei Zentimeter tief, 25 Zentimeter Abstand oder breitwürfig an den Beetrand. Keimung in zwei Wochen ab acht Grad. Eine Saat im September überwintert als Rosette und blüht ab Mai, drei Wochen vor der Frühjahrssaat. Vorkultur ab März im Haus lohnt nur für die ersten Blüten im Kübel. Nach dem ersten Jahr kommt die Ringelblume von selbst; die Sämlinge im April lassen sich dorthin versetzen, wo man sie haben will.
Pflege. Keine. Verblühtes pflücken, dann blüht sie weiter bis Oktober; wer die Samen für nächstes Jahr will, lässt im August einige Köpfe ausreifen. Bei Mehltau im August die alten Pflanzen entfernen, eine Nachsaat im Juni sorgt für frische Pflanzen bis zum Frost. Nicht düngen, auf fettem Boden wächst Laub statt Blüten.
Ernte. Die Blüten an einem trockenen Vormittag, wenn sie voll geöffnet sind, den ganzen Kopf abzupfen oder nur die Blütenblätter. Für Tee und Salbe ganze Köpfe auf einem Tuch dünn und dunkel trocknen, sie brauchen eine Woche und werden dabei kleiner; in dunklen Gläsern halten sie ein Jahr. Für die Küche frische Blütenblätter über den Salat, in die Butter, in den Reis als Safranersatz.
Sorten. Für Bienen und Hausapotheke ungefüllte, orange Sorten wie Orangekönig, Erfurter Orangefarbige oder die einfache Art. Gefüllte Gartensorten wie Pacific Beauty, Fiesta Gitana oder die hellen Sorten wie Snow Princess sind hübsch, aber für Insekten und Salbe weniger wert. Die Mischung Touch of Red bringt rote Blütenränder.
Mischkultur. Ringelblumen am Rand von Tomaten, Kohl, Kartoffeln, Bohnen, Salat, Gurken und Erdbeeren: Sie halten Nematoden im Boden zurück, locken Schwebfliegen an, deren Larven Blattläuse fressen, und stören niemanden. Sie haben keine schlechten Nachbarn, nur den Hang, Platz zu nehmen; im Gemüsebeet werden sie deshalb am Rand gehalten.
Hausapotheke. Die Ringelblumensalbe ist das klassische Hausmittel bei rauen Händen nach dem Gartentag, Schürfungen, kleinen Rissen und Kinderknien: hundert Milliliter Olivenöl mit zwei Händen voll frischen oder einer Hand voll getrockneten Blüten eine Stunde im Wasserbad bei sechzig Grad ziehen lassen, abseihen, mit zehn Gramm Bienenwachs schmelzen, in Tiegel füllen. Die europäische Arzneimittelagentur führt Ringelblumenblüten äußerlich bei leichten Hautentzündungen und zur Wundheilung als traditionelles Mittel. Wer auf Korbblütler wie Kamille oder Arnika allergisch reagiert, verträgt auch die Ringelblume nicht.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Ringelblume im Hausgarten. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Calendulae flos.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: TomateWeißkohl und RotkohlKartoffelBuschbohneSalat (Kopf- und Pflücksalat)GurkeErdbeere
Schlechte Nachbarn: keine bekannten
Häufige Probleme
Echter Mehltau im Spätsommer
Weißer Belag bei trockener Wärme. Befallene Pflanzen raus, Nachsaat im Juni für frische Pflanzen bis zum Frost.
Blattläuse
Im Mai an den Trieben. Sie locken Marienkäfer an, meist erledigt es sich; abbrausen.
Blüht nicht mehr
Verblühtes nicht entfernt, Samen gebildet. Regelmäßig pflücken, dann blüht sie bis zum Frost.
Sämlinge überall
Normal. Im Frühjahr versetzen oder jäten, sie lassen sich leicht verpflanzen.
Gefüllte Sorten ohne Nutzen
Für Bienen und Salbe nur ungefüllte, orange Sorten mit offener Mitte.
In der Küche
Blütenblätter als essbare Farbe im Salat, in Butter, Reis und Quark, als Safranersatz; junge Blätter im Salat. Blüten trocknen für Tee und Salbe.
Traditionell in der Hausapotheke
Ringelblumensalbe und -öl werden traditionell bei kleinen Wunden, rauer Haut, Schürfungen und Rissen genutzt; die europäische Arzneimittelagentur führt Ringelblumenblüten äußerlich bei leichten Hautentzündungen. Nicht bei Korbblütler-Allergie.