Blumenzwiebeln richtig pflanzen: Dreifach-Regel, Lasagne-Trick und Sorten, die verwildern
Wenn deine Tulpen nach einem Jahr nicht wiederkommen, liegt es meist an einer Zahl: der Pflanztiefe. Dazu der Trick, mit dem eine einzige Fläche von Februar bis Mai blüht, und die Frage, welche Zwiebeln verwildern, statt zu verschwinden.
Wann das dran ist
Jetzt idealKnoblauch
Saison: Herbst. Grün: ideal, Gelb: noch möglich, Rahmen: aktueller Monat. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Es gibt in fast jedem Garten eine Stelle, an der vor drei Jahren Tulpen blühten. Im zweiten Jahr kamen ein paar Blätter, im dritten nichts. Der übliche Verdacht heißt Wühlmaus oder schlechte Ware. Meist ist es weder das eine noch das andere, sondern eine Zahl, die beim Pflanzen nicht stimmte. Wer jede Zwiebel mit dem Zwiebelpflanzer statt nach Gefühl setzt, sieht die Tulpen wiederkommen. Dieselben Sorten, derselbe Boden.
Die Dreifach-Regel
Die Pflanztiefe für Blumenzwiebeln lautet: dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Gemessen wird von der Zwiebelspitze bis zur Erdoberfläche, nicht vom Boden des Lochs.
| Zwiebel | Zwiebelhöhe | Pflanztiefe | Abstand |
|---|---|---|---|
| Tulpe | 4 bis 6 cm | 12 bis 18 cm | 10 bis 15 cm |
| Narzisse | 4 bis 6 cm | 12 bis 18 cm | 10 bis 15 cm |
| Hyazinthe | 5 bis 6 cm | 15 bis 18 cm | 15 cm |
| Zierlauch (Allium) | 3 bis 8 cm | 10 bis 25 cm | 15 bis 30 cm |
| Krokus | 2 bis 3 cm | 6 bis 9 cm | 5 bis 8 cm |
| Traubenhyazinthe | 2 cm | 6 bis 8 cm | 5 cm |
| Schneeglöckchen | 2 cm | 6 bis 8 cm | 5 cm |
| Winterling, Anemone (Knollen) | 1 bis 2 cm | 5 cm | 5 cm |
| Kaiserkrone | 8 bis 10 cm | 25 bis 30 cm | 30 cm |
Warum die Tiefe so viel ausmacht: Eine zu flach gesetzte Zwiebel friert durch, trocknet im Frühjahr aus und wird von der Wühlmaus gefunden. Vor allem aber reagiert sie auf Wärme falsch. Tulpenzwiebeln, die zu nah an der Oberfläche liegen, spüren im Frühsommer die Bodenwärme und teilen sich in viele kleine Brutzwiebeln, von denen keine blühfähig ist. Das sind die Blätter ohne Blüte im zweiten Jahr. Tief gesetzt bleibt die Zwiebel kühl, bleibt ganz und blüht wieder.
Zu tief ist selten das Problem. Eine Tulpe, die zwanzig statt fünfzehn Zentimeter tief liegt, kommt eine Woche später. Eine, die acht Zentimeter tief liegt, kommt im dritten Jahr nicht mehr.
Der Zeitpunkt
Blumenzwiebeln, die im Frühjahr blühen, werden im Herbst gepflanzt. Sie brauchen, wie der Knoblauch, einen Kältereiz von mehreren Wochen unter zehn Grad, sonst blühen sie nicht oder auf kurzem Stiel. Das Fenster reicht von September bis zum ersten Dauerfrost.
Innerhalb dieses Fensters gibt es eine Reihenfolge. Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse und Narzissen kommen ab September in die Erde, sie wurzeln gern lange ein. Tulpen wartet man bis Oktober oder November ab: In warmem Boden über zwölf Grad breitet sich die Tulpenfäule aus, ein Pilz, der die Zwiebel verschimmeln lässt. Ein kühler Novembertag ist für Tulpen der beste Pflanztermin, den es gibt. In mittleren Lagen ist die Zeit um Allerheiligen ein guter Termin.
Wer die Zwiebeln im Dezember im Keller findet, pflanzt sie trotzdem. Eine spät gesetzte Zwiebel blüht kürzer und später, aber sie blüht. Eine, die bis März im Keller liegt, ist verloren.
So pflanzst du richtig
- Platz wählen. Sonnig bis halbschattig, durchlässig. Unter Laubbäumen ist es im Frühjahr hell genug, weil das Laub noch fehlt; das ist der natürliche Standort vieler Frühblüher.
- Loch graben oder mit dem Zwiebelpflanzer stechen, auf die dreifache Zwiebelhöhe. Bei Gruppen lieber eine Mulde für zehn bis zwanzig Zwiebeln als zwanzig Einzellöcher. Einzeln gesetzte Tulpen in Reihe sehen aus wie Soldaten; Gruppen von sieben bis fünfzehn wirken wie gewachsen.
- Splitt einfüllen, wenn der Boden schwer ist. Eine Handvoll groben Splitt oder Kies unter jede Zwiebel; Sand allein macht ein Lehmloch nur zur Badewanne. Blumenzwiebeln sterben nicht am Frost, sondern an nassen Füßen. Auf Lehm gehört unter jede Tulpe eine Handvoll Splitt, oder die Zwiebeln kommen auf einen leicht erhöhten Platz.
- Zwiebel setzen, Spitze nach oben, leicht andrücken. Bei Krokussen und Anemonen, deren Oben und Unten man nicht erkennt, auf die Seite legen.
- Zudecken, andrücken, bei Trockenheit angießen. Dann eine Handbreit Laub darauf; das hält den Boden gleichmäßig kühl und markiert die Stelle.
- Markieren. Ein Stäbchen oder eine Notiz im Beetplan. Der häufigste Frühlingsschaden ist der Spatenstich in eine schlafende Tulpengruppe.
Dünger braucht keine Zwiebel im Herbst. Sie bringt alles mit. Im Frühjahr, wenn die Spitzen kommen, hilft eine dünne Gabe Kompost, damit die Zwiebel nach der Blüte Reserven für das nächste Jahr bilden kann.
Der Lasagne-Trick
Die Pflanzung in Schichten ist die Antwort auf eine Frage, die jeder Balkon und jedes kleine Beet stellt: Wie bekomme ich auf einem Quadratmeter drei Monate Blüte? Man nutzt die verschiedenen Pflanztiefen und Blühzeiten aus und setzt drei Etagen übereinander.
Unten, auf 20 bis 25 Zentimeter, kommen die großen, spät blühenden Zwiebeln: Tulpen, oder Zierlauch für den Mai. Erde darüber, bis das Loch noch etwa 15 Zentimeter tief ist.
Mitte, auf 12 bis 15 Zentimeter, die Narzissen oder Hyazinthen. Wieder Erde darüber.
Oben, auf 6 bis 8 Zentimeter, die kleinen, frühen: Krokusse, Traubenhyazinthen, Schneeglöckchen, Winterlinge. Zuletzt die Erde glatt ziehen.
Die Zwiebeln der verschiedenen Schichten werden nicht genau übereinander, sondern versetzt gesetzt, damit jeder Trieb einen freien Weg nach oben hat. Was dann passiert: Im Februar blühen die Krokusse. Wenn sie fertig sind, schieben sich die Narzissen durch ihr Laub. Wenn die verblüht sind, kommen die Tulpen. Drei Monate Blüte auf derselben Fläche, ohne dass du irgendetwas nachpflanzst.
Im Kübel funktioniert die Lasagne genauso, mit einer Drainageschicht aus Blähton unten und einem Gefäß von mindestens dreißig Zentimeter Tiefe. Der Kübel steht über Winter an einer geschützten Wand, im Regen, nicht unter dem Dach; austrocknen ist die größte Gefahr. Wie andere Kübel überwintern, steht im Artikel über das Überwintern von Kübelpflanzen.
Sorten, die bleiben, und Sorten, die verschwinden
Nicht jede Tulpe ist für die Dauer gemacht. Viele Prachtsorten aus dem Supermarktnetz sind auf eine einzige große Blüte gezüchtet und danach erschöpft. Wer jedes Jahr mehr will statt weniger, wählt nach Dauerhaftigkeit.
Verwildern zuverlässig und werden jedes Jahr mehr: Wildkrokusse (Crocus tommasinianus, Crocus chrysanthus), Winterlinge, Schneeglöckchen, Blausterne, Wildnarzissen (Narcissus pseudonarcissus, Dichternarzisse), Traubenhyazinthen, Wildtulpen (Tulipa sylvestris, Tulipa turkestanica, Tulipa tarda, Tulipa bakeri), Schachbrettblume in feuchten Wiesen, Zierlauch.
Halten viele Jahre: Darwin-Hybrid-Tulpen (zum Beispiel Apeldoorn, Golden Apeldoorn), Viridiflora-Tulpen, Fosteriana-Tulpen, die meisten Narzissen, Hyazinthen mit abnehmender Blütengröße.
Ein bis zwei Jahre: Gefüllte Tulpen, Papageientulpen, gefranste Tulpen, viele Triumph-Tulpen. Schön, aber Wegwerfware; wer sie will, plant sie wie Sommerblumen jedes Jahr neu.
Die Wildarten haben einen zweiten Vorteil: Sie kommen mit wenig zurecht und blühen in der Wiese, unter Sträuchern, am Gehölzrand, dort, wo im Sommer Schatten liegt und niemand gießt. Ein paar Hundert Wildkrokusse im Rasen sind nach fünf Jahren ein paar Tausend. Was ein Garten mit solchen Flächen sonst noch für Tiere leistet, steht im Beitrag Naturgarten anlegen.
Nach der Blüte: Das Laub bleibt
Der zweithäufigste Fehler nach der flachen Pflanzung ist das Abschneiden des Laubs nach der Blüte. Die Zwiebel bildet ihre Reserven für das nächste Jahr ausschließlich in den sechs Wochen nach der Blüte, und zwar über die Blätter. Wer das Laub abschneidet, weil es unordentlich aussieht, oder den Rasen mit den Krokussen mäht, schneidet die nächste Blüte ab.
Die Regel: Blüte abknipsen, damit keine Samen gebildet werden, Laub stehen lassen, bis es gelb ist und sich leicht abziehen lässt, meist Ende Mai bis Mitte Juni. Dazwischen pflanzt man Stauden oder Sommerblumen davor, die das welkende Laub verdecken. Im Rasen bleibt die Zwiebelinsel bis Juni ungemäht; das sieht mit einer Sense oder einem geraden Kantenschnitt gewollt aus.
Tulpen, die nach der Blüte partout stören, kann man mit Ballen ausgraben, in eine Kiste mit Erde stellen und im Schuppen einziehen lassen. Im Herbst kommen die Zwiebeln wieder in den Boden.
Ein Pflanzplan für zehn Quadratmeter
Wer zum ersten Mal in größerem Stil pflanzt, unterschätzt die Mengen. Eine Tulpe allein ist keine Tulpe. Für eine Fläche von zehn Quadratmetern, etwa ein Beetstreifen von fünf mal zwei Metern am Gehölzrand, rechnet man etwa so:
| Etage | Art | Stück | Pflanztiefe | Blüte | Ungefährer Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Oben | Wildkrokus (Crocus tommasinianus) | 200 | 7 cm | Februar bis März | 25 bis 35 Euro |
| Oben | Winterling und Schneeglöckchen | 100 | 5 bis 7 cm | Februar | 20 bis 30 Euro |
| Mitte | Wildnarzisse oder Dichternarzisse | 60 | 15 cm | März bis April | 20 bis 30 Euro |
| Mitte | Traubenhyazinthe | 100 | 7 cm | April | 10 bis 15 Euro |
| Unten | Darwin-Hybrid-Tulpen oder Wildtulpen | 60 | 15 bis 18 cm | April bis Mai | 15 bis 25 Euro |
| Unten | Zierlauch (Allium aflatunense) | 15 | 15 cm | Mai bis Juni | 15 bis 20 Euro |
Rund 550 Zwiebeln für 105 bis 155 Euro, gepflanzt an einem Nachmittag im Oktober und einem im November. Das klingt nach viel, verteilt sich aber auf eine Blühzeit von Februar bis Juni und vermehrt sich bei den Wildarten von Jahr zu Jahr. Gepflanzt wird in unregelmäßigen Gruppen, nicht in Reihen: die Zwiebeln einer Sorte aus der Hand fallen lassen und dort setzen, wo sie liegen. Das ergibt das Bild einer Wiese, die von selbst so gewachsen ist.
Der Streifen bekommt im Herbst eine Handbreit Laub als Decke, im Frühjahr etwas Kompost und wird ab Juni von Stauden oder einer späten Mahd übernommen. Was im Oktober sonst noch zu tun ist, steht im Gartenjahr für den Oktober.
Häufige Fehler
Zu flach gepflanzt. Der Klassiker und der Grund für Blätter ohne Blüte im zweiten Jahr. Dreifache Zwiebelhöhe, mit dem Pflanzer gemessen.
Tulpen im September in warmen Boden. Tulpenfäule. Ab Oktober, besser November.
Kein Splitt auf schwerem Boden. Die Zwiebel fault im Winter. Eine Handvoll Splitt pro Zwiebel oder erhöht pflanzen.
Laub zu früh geschnitten. Ohne Blätter keine Reserven, ohne Reserven keine Blüte.
Gefüllte Sorten für Bienen. Kein Pollen, kein Nutzen. Einfache Blüten wählen.
Einzelreihen entlang des Wegs. Sieht steif aus und wirkt nach dem ersten Ausfall lückig. In Gruppen pflanzen.
Vergessen, wo sie liegen. Beetplan führen oder mit Stäbchen markieren, sonst trifft sie der Spaten im April.
Regionale Unterschiede
In milden Lagen am Rhein, im Rheinland und an der Nordsee blühen Krokusse ab Ende Januar, dort kann bis Mitte Dezember gepflanzt werden. In mittleren Lagen und in den Mittelgebirgen kommt der erste Krokus Mitte bis Ende Februar, das Pflanzfenster endet meist Ende November. In Höhenlagen über 700 Metern gefriert der Boden früher; dort sollten alle Zwiebeln bis Ende Oktober im Boden sein, und Tulpen werden etwas tiefer gesetzt, zwanzig Zentimeter, damit der Frost sie nicht erreicht.
Fazit
Dreifache Zwiebelhöhe entscheidet, ob die Tulpen wiederkommen. Splitt auf schwerem Boden entscheidet, ob sie den Winter überstehen, und das stehen gelassene Laub, ob sie im nächsten Jahr blühen. Wer dazu Wildsorten in Gruppen und Schichten pflanzt, hat von Februar bis Mai jedes Jahr mehr, nicht weniger.
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Oder direkt auf YouTube ansehenHäufige Fragen
Bis wann kann ich Blumenzwiebeln pflanzen?
Solange der Boden nicht gefroren ist. Das ideale Fenster reicht von September bis Mitte November, weil die Zwiebeln dann noch einwurzeln und ihren Kältereiz bekommen. Tulpen setzt man am besten ab Oktober, damit die Tulpenfäule bei warmem Boden keine Chance hat. Im Dezember gepflanzte Zwiebeln blühen etwas später und kürzer, kommen aber.
Warum kommen meine Tulpen nach dem ersten Jahr nicht wieder?
Meist drei Gründe: zu flach gepflanzt, sodass die Zwiebel sich in viele kleine Brutzwiebeln aufteilt; das Laub nach der Blüte zu früh abgeschnitten, sodass die Zwiebel keine Reserven bilden konnte; oder gezüchtete Sorten wie Papageien- und Gefüllte Tulpen, die von Natur aus nur ein, zwei Jahre halten. Darwin-Hybriden, Wildtulpen und Viridiflora-Tulpen sind dauerhafter.
Wie herum kommt die Zwiebel in die Erde?
Spitze nach oben, der flache Wurzelboden nach unten. Bei Krokussen, Winterlingen und Anemonen ist das schwer zu erkennen. Wer unsicher ist, legt sie auf die Seite; der Trieb findet von allein nach oben.
Wie schütze ich Zwiebeln vor Wühlmäusen?
Tulpen und Krokusse sind Leibspeisen der Wühlmaus, Narzissen, Schneeglöckchen, Winterlinge und Zierlauch werden gemieden. Gefährdete Zwiebeln pflanzt man in Drahtkörbe aus engmaschigem Gitter oder mischt sie mit Narzissen, deren Geruch abschreckt.
Kann ich Blumenzwiebeln in den Rasen pflanzen?
Ja, Krokusse, Wildnarzissen, Schneeglöckchen und Winterlinge eignen sich gut. Mit einem Zwiebelpflanzer Löcher stechen, Zwiebel rein, Grassoden zurück. Wichtig: Der Rasen darf an dieser Stelle erst gemäht werden, wenn das Zwiebellaub gelb geworden ist, meist Ende Mai. Wer das nicht will, pflanzt unter Bäume oder in den Wiesensaum.
Quellen und weiterführende Hinweise
Geschrieben von
Susi & das Gartenteam
Ich bin Susi, die Stimme unseres Gartenteams. Wir gärtnern ohne Chemie, filmen, was wir tun, und schreiben es hier so auf, dass es sich im eigenen Garten nachmachen lässt, auch das, was bei uns schiefgegangen ist. Auf YouTube, TikTok und Instagram zeigen wir die Handgriffe im Video, hier stehen sie ausführlich zum Nachlesen.
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