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Spitzwegerich mit gerippten Blättern und charakteristischem Blütenstand.

Wildpflanze · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich

Spitzwegerich

Jetzt erntenEinsteigerwinterhartmehrjährig

Plantago lanceolata

Wildpflanze auf jeder Wiese, mehrjährig, anspruchslos. Junge Blätter von April bis Oktober ernten, traditionell als Hustensirup und als erste Hilfe bei Insektenstichen verwendet.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Spitzwegerich ist die Heilpflanze, die niemand anbauen muss, weil sie schon da ist: in jeder Wiese, an jedem Weg, im Rasen zwischen Gänseblümchen und Löwenzahn. Wer ihn kennt, geht anders über eine Wiese. Er ist die erste Hilfe bei einem Insektenstich, der Klassiker im Hustensirup und ein Wildgemüse mit Champignonaroma.

Erkennen. Eine bodennahe Rosette aus schmalen, lanzettlichen Blättern mit fünf bis sieben deutlich parallel laufenden Nerven, die man auf der Unterseite gut fühlt. Zieht man ein Blatt vorsichtig aus der Rosette, ziehen sich weißliche Fäden mit heraus, die Blattnerven. Von Mai bis September stehen blattlose Stiele mit einer walzenförmigen, braunen Ähre, aus der die weißen Staubblätter ringförmig herausstehen. Der Breitwegerich mit eiförmigen Blättern ist der große Bruder, ebenfalls essbar.

Im Garten. Er braucht keinen Anbau, sondern Duldung. Ein Stück Rasen, das nur zweimal im Jahr gemäht wird, oder ein Streifen Wildblumenwiese liefert Spitzwegerich von März bis November. Wer keinen hat, sät im April Saatgut aus dem Fachhandel breitwürfig in eine offene Wiesenfläche und drückt es an. Er ist Futterpflanze für die Raupen mehrerer Scheckenfalter und wird von Bienen kaum, von Käfern und Wildbienen aber gern besucht.

Ernte. Junge, saubere Blätter von April bis Oktober, abseits von Straßen und Hundewegen, an einem trockenen Tag. Für Sirup und Tee die Blätter vor der Blüte, dann ist der Gehalt an Schleimstoffen am höchsten. Sofort verarbeiten oder dünn ausgelegt im Schatten trocknen; beim Trocknen färben sich die Blätter braun, wenn es zu langsam geht, deshalb luftig und dünn. Getrocknet in dunklen Gläsern ein Jahr haltbar.

In der Küche. Die jungen Blätter, fein geschnitten, kommen in Salat, Kräuterquark, grüne Soße und Wildkräutersuppe, die Knospen in Butter gebraten schmecken nussig. Ältere Blätter werden faserig, die Fäden zieht man beim Zerreißen heraus.

In der Hausapotheke. Bei einem Mücken- oder Bienenstich ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben, bis Saft austritt, und auf den Stich drücken; das kühlt und lindert den Juckreiz. Als Tee oder Sirup wird Spitzwegerich traditionell bei Reizhusten und Heiserkeit verwendet, die Schleimstoffe legen sich schützend über die Schleimhaut. Der Sirup aus Blättern, Zucker oder Honig und Wasser ist eines der einfachsten Rezepte der Hausapotheke. Wer länger als zwei Wochen hustet, Fieber oder Atemnot hat, braucht ärztlichen Rat.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: WiesenblumenKleeSchafgarbe

Schlechte Nachbarn: keine bekannten

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Wird als Unkraut im Rasen bekämpft

Das eigentliche Problem. Ein paar Rosetten stehen lassen: Sie ernähren Raupen und liefern das ganze Jahr Blätter für die Hausapotheke.

Verwechslung mit Breitwegerich

Ungefährlich, Breitwegerich ist ebenfalls essbar und wird ähnlich verwendet, ist aber weniger aromatisch. Spitzwegerich hat lanzettliche Blätter mit fünf bis sieben parallelen Nerven.

Mehltau im Spätsommer

Weißer Belag auf älteren Blättern. Nur junge, saubere Blätter ernten, Rosetten zurückschneiden, dann treiben sie frisch.

In der Küche

Junge Blätter fein geschnitten in Salat, Kräuterquark und Wildkräutersuppe, sie schmecken leicht nach Champignon. Blütenknospen roh oder kurz in Butter geschwenkt. Samen als Beigabe zu Brot.

Traditionell in der Hausapotheke

Spitzwegerich wird traditionell bei Husten und gereizten Schleimhäuten als Tee und Sirup sowie äußerlich bei Insektenstichen und kleinen Wunden verwendet: ein Blatt zerreiben, den Saft auf den Stich drücken. Die Schleimstoffe und Iridoidglykoside sind gut beschrieben. Kein Ersatz für ärztliche Behandlung; bei Husten über zwei Wochen oder Fieber ärztlichen Rat einholen.

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