Gemüse · bienenfreundlich
Rosenkohl
Erst wieder ab Anfang Novemberwinterhart
Brassica oleracea var. gemmifera
Im April vorziehen, bis Mitte Juni pflanzen, den Sommer über stehen lassen und ab November von unten nach oben ernten. Braucht die längste Saison aller Kohle und einen festen Boden.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Rosenkohl ist der geduldigste Kohl. Er steht von Juni bis Februar im Beet, tut monatelang scheinbar nichts und liefert dann, wenn der Garten sonst leer ist, an jedem Stängel dreißig bis fünfzig feste Röschen. Wer im Juli noch pflanzt, bekommt lockere Röschen oder keine; die Saison ist lang, und sie beginnt im April.
Aussaat. Von Anfang April bis Mitte Mai im Haus, im Saatbeet oder direkt ins Beet, ein Zentimeter tief, bei 15 bis 20 Grad. Nach dem zweiten Blatt pikieren oder auf fünf Zentimeter vereinzeln. Die Jungpflanzen sind nach fünf bis sechs Wochen mit vier bis fünf Blättern fertig. Jungpflanzen aus dem Handel gibt es ab Mai; wichtig ist nur, dass sie bis Mitte Juni im Beet stehen.
Pflanzen. Bis Mitte Juni, nicht später, 60 mal 60 Zentimeter, tief bis zu den ersten Blättern. Und dann der Handgriff, den alle Bücher nennen und die wenigsten machen: den Boden um die Pflanze festtreten. Rosenkohl bildet feste Röschen nur auf festem Boden; ein lockeres, frisch gelockertes Beet gibt lockere Röschen. Kompost vorher, Kragen um den Stängel, Netz darüber.
Pflege. Wöchentlich gießen in der Wachstumszeit, mulchen, bis Ende Juli alle drei Wochen Brennnesseljauche, danach nichts mehr. Späte Stickstoffgaben machen die Röschen locker. Im August anhäufeln und hohe Sorten anbinden. Das Entspitzen, also das Abschneiden der Triebspitze Anfang September, lässt die Röschen gleichmäßiger reifen, kostet aber die oberen; für die Ernte über den ganzen Winter lässt man die Spitze dran. Unteres, vergilbtes Laub wird abgebrochen.
Ernte. Ab November, wenn die Röschen fest und walnussgroß sind, von unten nach oben, indem man sie seitlich abbricht. Die Pflanze reift weiter nach oben und liefert bis Februar. Bei Frost warten, bis die Röschen aufgetaut sind. Auch hier gilt: Nicht der Frost macht sie mild, sondern anhaltende Kälte und Reife; ab November schmecken sie besser als im Oktober. Im Frühjahr treibt die Spitze Blütentriebe, die wie Brokkoli schmecken.
Sorten. Hilds Ideal als alte, samenfeste Standardsorte, Groninger frostfest und spät, Rubine mit roten Röschen, dazu Hybriden wie Brilliant oder Nautic, die gleichmäßiger reifen und die Blattlaus besser wegstecken.
Mischkultur. Sellerie gegen Raupen, Buschbohnen und Erbsen, die in der Anfangszeit den Boden nutzen, Salat und Spinat als Bodendecker, Rote Bete und Tomaten in der Nähe. Nicht neben anderen Kohlarten, Erdbeeren, Zwiebeln und Knoblauch. Vier Jahre Pause für Kreuzblütler auf der Fläche.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Rosenkohl im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Rosenkohl – Warenkunde.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: Sellerie (Knollen- und Stangensellerie)BuschbohneErbseSalat (Kopf- und Pflücksalat)SpinatRote BeteTomate
Schlechte Nachbarn: Weißkohl und RotkohlKohlrabiBrokkoliErdbeereZwiebelKnoblauch
Häufige Probleme
Lockere, offene Röschen
Zu spät gepflanzt, zu lockerer Boden, zu viel Stickstoff im Spätsommer. Bis Mitte Juni pflanzen, Boden festtreten, ab August nicht mehr düngen.
Kohlweißling, Kohleule, Kohlfliege
Kulturschutznetz von Mai bis Oktober, Pappkragen am Stängel.
Mehlige Kohlblattlaus in den Röschen
Bei Hitze im August. Abbrausen, Netz, befallene Röschen abbrechen; nach dem Frost ist es vorbei.
Pflanzen kippen um
Zu flach, zu locker gepflanzt. Tief setzen, anhäufeln, Stab bei hohen Sorten.
Kohlhernie
Vier Jahre Pause, pH über 7 nach Bodentest, kein Gelbsenf als Vorkultur.
In der Küche
Gedämpft mit Butter und Muskat, im Ofen geröstet mit Speck oder Nüssen, halbiert in der Pfanne, roh gehobelt als Salat, als Suppe. Blanchiert einfrieren.