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Bärlauchbestand im Halbschatten mit weißen Blütendolden über breiten Blättern.

Wildpflanze · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich

Bärlauch

Jetzt säenEinsteigerwinterhartmehrjährig

Allium ursinum

Im Herbst Zwiebeln unter Laubgehölze setzen, dann kommt er jedes Jahr im März. Nur ernten, was nach Knoblauch riecht: Maiglöckchen und Herbstzeitlose sehen ähnlich aus und sind tödlich.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Bärlauch ist der erste Knoblauch des Jahres und die Pflanze, bei der das Erkennen über Leben und Tod entscheidet: Jedes Frühjahr sterben in Deutschland Menschen, weil sie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose für Bärlauch hielten. Im eigenen Garten unter der Hecke, wo er einmal gepflanzt jedes Jahr wiederkommt, ist er dagegen so sicher wie Schnittlauch, wenn dort nichts Ähnliches wächst.

Pflanzen. Im September oder Oktober Zwiebeln, im März oder April Topfpflanzen aus der Gärtnerei, unter Laubbäume, Obstbäume oder in die Hecke, an einen Platz, der im Frühjahr hell und im Sommer schattig und feucht ist, fünfzehn Zentimeter Abstand. Kalkhaltiger Lehm mit Laubdecke ist ideal, trockener Sand nicht. Aussaat mit frischen Samen im Juli direkt unter die Bäume; sie sind Kaltkeimer und laufen erst im zweiten Frühjahr auf. In zwei bis drei Jahren wird aus zehn Pflanzen ein Teppich.

Pflege. Keine. Laub liegen lassen, das ist Nahrung und Winterschutz. Nicht im Sommer stören, wenn die Zwiebeln ruhen. Wo Bärlauch nicht hin soll, werden die Samenstände im Mai abgeschnitten. Wichtig: Nie Maiglöckchen, Herbstzeitlose oder Aronstab in dieselbe Ecke pflanzen; im Garten bleibt der Bärlauchplatz frei von Ähnlichem.

Erkennen. Jedes Bärlauchblatt kommt einzeln an einem eigenen, dünnen Stiel aus dem Boden, die Unterseite ist matt, und beim Zerreiben riecht es nach Knoblauch; die Nase wäscht man zwischendurch, weil sie nach dem dritten Blatt alles nach Knoblauch riecht. Das Maiglöckchen treibt zwei bis drei Blätter an einem gemeinsamen Stängel, die Unterseite glänzt, kein Geruch. Die Herbstzeitlose treibt fleischige Blätter ohne Stiel direkt aus einer Rosette, ebenfalls ohne Geruch, und ist noch giftiger. Der Aronstab hat pfeilförmige Blätter. Im Zweifel bleibt das Blatt stehen.

Ernte. Von März bis zur Blüte im April oder Mai, blattweise, je Pflanze nur ein bis zwei Blätter, damit die Zwiebel Kraft behält; nach der Blüte werden die Blätter fad. Die Knospen im April werden wie Kapern in Essig eingelegt, die Blüten sind essbar. Nur aus dem eigenen Garten oder aus Beständen, die man sicher kennt; im Wald gilt die Handstraußregel, und gesammelte Blätter werden wegen des Fuchsbandwurms gründlich gewaschen oder erhitzt.

Küche. Bärlauchpesto mit Sonnenblumenkernen und Hartkäse ist das Rezept des Frühjahrs; dazu Bärlauchbutter, Bärlauchsuppe, Spätzle, Quark, Salat. Bärlauch wird nicht gekocht, nur zum Schluss unter das Warme gerührt. Pesto und Butter halten eingefroren bis zur nächsten Saison, Trocknen lohnt nicht.

Hausapotheke. Bärlauch enthält ähnliche Schwefelverbindungen wie Knoblauch und wird traditionell als Frühjahrskur für Verdauung und Kreislauf genutzt; anders als Knoblauch ist er wissenschaftlich wenig untersucht. In Küchenmengen ist er unbedenklich, und wer Knoblauch schlecht verträgt, verträgt auch Bärlauch schlecht.

Quellen. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Bärlauch – Verwechslung mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Bärlauch sicher sammeln.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: ErdbeereObstbaeumeStauden schatten

Schlechte Nachbarn: BuschbohneErbse

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Verwechslung mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose

Beide tödlich giftig, beide ohne Knoblauchgeruch. Bärlauch: jedes Blatt einzeln am eigenen Stiel aus dem Boden, matte Unterseite, Knoblauchgeruch beim Zerreiben. Maiglöckchen: zwei Blätter am Stängel, glänzende Unterseite. Herbstzeitlose: Blätter ohne Stiel aus einer Rosette, fleischig.

Kommt nach der Pflanzung nicht

Zu trocken oder zu sonnig. Schatten, Feuchte, Laubdecke, zwei Jahre Geduld.

Verschwindet im Juni

Normal: Bärlauch zieht nach der Blüte ein und ruht bis März.

Breitet sich über den Garten aus

Im Schatten erwünscht. Samenstände vor der Reife abschneiden, wo er nicht hin soll.

Fuchsbandwurm-Sorge

Im eigenen Garten gering; gesammelte Blätter gründlich waschen oder erhitzen.

In der Küche

Frisch als Pesto, Bärlauchbutter, in Suppe, Quark, Salat, auf Pizza, in Spätzle; Knospen eingelegt wie Kapern. Nicht kochen, nur kurz erwärmen. Pesto und Butter einfrieren, Trocknen nimmt das Aroma.

Traditionell in der Hausapotheke

Bärlauch wird traditionell wie Knoblauch als Frühjahrskur für Verdauung und Kreislauf genutzt; wissenschaftlich weniger untersucht als Knoblauch. In Küchenmengen unbedenklich.

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