Gemüse
Chinakohl und Pak Choi
Ernten: noch möglich bis ende novemberEinsteiger
Brassica rapa subsp. pekinensis / subsp. chinensis
Herbstgemüse für die kurzen Tage: Chinakohl ab Mitte Juli, Pak Choi ab August säen, in acht bis zehn Wochen erntereif. Im Frühjahr schießen beide, im Herbst gelingen sie.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Chinakohl und Pak Choi sind die Kohle für die zweite Saison. Wer sie im Frühjahr sät, bekommt Blüten; wer sie im Juli und August auf die Beete setzt, die nach Kartoffeln, Erbsen und Zwiebeln frei werden, erntet im Oktober zarte Köpfe für Salat, Wok und Kimchi. Beide sind schnell, beide brauchen Wasser, und beide sind mit einem Netz fast pflegeleicht.
Aussaat. Chinakohl ab Mitte Juli bis Anfang August, Pak Choi von Anfang August bis Anfang September, direkt ins Beet, ein Zentimeter tief, Reihen 40 Zentimeter, später auf 30 bis 40 Zentimeter vereinzeln; Pak Choi enger, 25 mal 30. Vorkultur in Töpfen ab Anfang Juli geht ebenfalls, Jungpflanzen kommen nach drei Wochen ins Beet. Früher gesät schießen beide, weil lange Tage und kühle Nächte im Frühjahr die Blüte auslösen. Das ist der eine Fehler, an dem die meisten Versuche scheitern.
Pflege. Der Boden darf im August nie austrocknen: täglich prüfen, mulchen, gründlich gießen. Kompost vor der Saat reicht, eine Gabe Brennnesseljauche nach dem Vereinzeln beschleunigt. Ein Kulturschutznetz von der Saat bis zur Ernte hält Erdflöhe, Kohlweißling und Kohlfliege fern, und ohne Netz gibt es im Spätsommer kaum ein Blatt ohne Loch. Abends Schnecken absammeln.
Ernte. Chinakohl acht bis zehn Wochen nach der Saat, wenn der Kopf fest ist, von September bis November. Ganz abschneiden, äußere Blätter entfernen. Vor stärkerem Frost ernten; leichte Fröste unter Vlies sind kein Problem. Im kühlen Keller, in Zeitungspapier gewickelt oder in feuchtem Sand, hält er vier bis sechs Wochen. Pak Choi wird nach sechs bis acht Wochen als ganze Pflanze oder blattweise geerntet und hält im Kühlschrank eine Woche.
Sorten. Chinakohl: Granaat als samenfester Klassiker, Michihili lang und schmal, Kilakin mit Kohlhernie-Resistenz. Pak Choi: Joi Choi groß und robust, Mei Qing Choi zart und schnell, Tatsoi als flache Rosette, die bis in den Dezember steht und leichte Fröste verträgt.
Mischkultur. Gute Nachbarn sind Salat, Spinat, Buschbohnen, Erbsen, Sellerie und Lauch. Nicht neben anderen Kohlarten, Radieschen, Rettich und nicht nach Gelbsenf. Vier Jahre Pause für Kreuzblütler auf derselben Fläche; Chinakohl ist besonders anfällig für Kohlhernie.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Chinakohl und Pak Choi im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Chinakohl – Warenkunde.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: Salat (Kopf- und Pflücksalat)SpinatBuschbohneErbseSellerie (Knollen- und Stangensellerie)Lauch (Porree)
Schlechte Nachbarn: Weißkohl und RotkohlKohlrabiRadieschenRettichSenf
Häufige Probleme
Schießt, bildet keinen Kopf
Zu früh gesät: Bei langen Tagen und Kälte blüht Chinakohl. Erst ab Mitte Juli säen, Pak Choi ab August.
Erdflöhe (Löcher in den Keimblättern)
Trockener Boden im Hochsommer. Feucht halten, Kulturschutznetz ab der Saat.
Kohlweißling und Kohleule
Netz bis zur Ernte, Raupen absammeln.
Schnecken
Die zarten Blätter sind Lieblingsfutter im feuchten Herbst. Absammeln, Kupferband, Pflanzen kräftig setzen.
Fäulnis von innen bei Frost
Chinakohl verträgt nur leichte Fröste. Vor stärkerem Frost ernten oder mit Vlies decken.
In der Küche
Chinakohl als Salat mit Sesam, als Kimchi fermentiert, im Wok, in der Suppe. Pak Choi kurz im Wok mit Knoblauch und Ingwer, gedämpft, gegrillt halbiert. Chinakohl hält im Keller vier bis sechs Wochen.