Selbstversorgung · Grundlagen
Ernte haltbar machen: Lagern, Fermentieren, Einkochen, Einfrieren, Trocknen
Ein Garten liefert im August zwanzig Kilo Tomaten in zwei Wochen und im Januar nichts. Haltbar machen heißt, den Sommer in den Winter zu bringen: mit fünf Verfahren, die zusammen jedes Gemüse und jedes Obst bis zur nächsten Ernte tragen. Diese Seite sagt, welches Verfahren wofür taugt, was es braucht und wo die Fehler liegen.
Der erste Herbst, in dem ein Garten mehr liefert, als man essen kann, endet oft im Dezember mit halb leeren Kisten: dreißig Kilo Tomaten, eine Schubkarre Kürbis, Bohnen, die niemand mehr sehen will, Äpfel von drei Bäumen, und die Hälfte davon verfault, vertrocknet, weggeworfen. Mit einem Plan, einem Einkochtopf, einer Truhe und einem Keller mit vier Ecken ist das Regal im März fast leer, so wie es sein soll. Diese Seite ist der Plan.
Fünf Verfahren, ein Prinzip
Alles Haltbarmachen beruht darauf, den Mikroorganismen, die Lebensmittel verderben, eines von vier Dingen zu nehmen: Wasser, Wärme, Sauerstoff oder einen erträglichen pH-Wert. Trocknen nimmt das Wasser. Kühlen und Einfrieren nehmen die Wärme. Einkochen tötet die Organismen durch Hitze und schließt den Sauerstoff aus. Fermentieren macht die Lake durch Milchsäure so sauer, dass nichts anderes überlebt. Lagern nutzt die Kälte des Kellers und die natürlichen Schutzschichten von Schale und Haut.
Jedes Verfahren passt zu bestimmten Lebensmitteln, und die Zuordnung ist der halbe Erfolg.
| Verfahren | Passt für | Passt nicht für | Haltbarkeit | Braucht |
|---|---|---|---|---|
| Lagern | Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Rote Bete, Sellerie, Kohl, Kürbis, Äpfel, Birnen, Nüsse | Alles Weiche, Blattgemüse, Beeren | Bis März oder April | Kühlen Raum, Kisten, Sand |
| Fermentieren | Weißkohl, Rotkohl, Rote Bete, Möhren, Gurken, Bohnen blanchiert, Rettich, Chinakohl, Knoblauch | Kartoffeln, Kürbis, weiches Obst | Monate im Kühlschrank | Gläser, Salz, Waage |
| Einkochen | Tomaten, Obst, Kompott, Chutney, Gelee, Sirup, Bohnen und Gemüse zweimal eingekocht | Kartoffeln, Salat, Kürbis pur | Ein bis zwei Jahre | Gläser, großer Topf oder Backofen |
| Einfrieren | Bohnen, Erbsen, Spinat, Mangold, Brokkoli, Beeren, Kräuterwürfel, Suppen, Pesto, Kürbiswürfel | Salat, Gurken, rohe Kartoffeln, rohe Zucchini | Acht bis zwölf Monate | Truhe, Beutel, Dosen |
| Trocknen | Kräuter, Apfelringe, Tomaten, Pilze, Bohnen, Chili, Hagebutten, Zwetschgen, Kürbischips | Wasserreiches Gemüse wie Gurke, Salat, Zucchini | Ein bis zwei Jahre | Dörrgerät oder Backofen, Luft |
Wer alle fünf kombiniert, hat für jede Ernte einen Weg und für jeden Wintertag etwas anderes im Schrank. Wer nur zwei kann, nimmt Lagern und Einfrieren und lernt im zweiten Jahr das Fermentieren.
Lagern: Der Keller mit vier Ecken
Die älteste und billigste Methode, und die mit der größten Menge. Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Wurzelgemüse, Kohl, Kürbis und Äpfel werden nicht verarbeitet, sondern in den richtigen Raum gelegt und dort wöchentlich angesehen. Die Regeln: Kartoffeln dunkel, kühl, leicht feucht; Zwiebeln und Knoblauch trocken und luftig, hängend; Möhren, Rote Bete und Sellerie in feuchtem Sand; Kürbis warm und trocken; Äpfel kalt, feucht und allein, weil ihr Ethylen alles andere altern lässt. Vier Ecken, vier Bedingungen, und nur makellose Ware. Die vollständige Tabelle mit Temperaturen und Haltbarkeit für fünfzehn Gemüsearten steht im Artikel über das Einlagern von Gemüse, die Regeln für Äpfel und für den Kürbis in den eigenen Beiträgen.
Wer keinen Keller hat, hat die Erdmiete, die Garage, das kühle Zimmer und den Kühlschrank, und für den Rest die anderen vier Verfahren.
Fermentieren: Zwei Zutaten, kein Gerät
Milchsäuregärung ist das älteste Konservierungsverfahren der Menschheit und das gesündeste: Rohes Gemüse, Salz, Luftabschluss, und die Milchsäurebakterien, die auf jedem Blatt sitzen, machen daraus in Wochen ein haltbares Lebensmittel mit lebenden Bakterien, mehr Vitaminen als das Ausgangsprodukt und einem Geschmack, den keine Dose hat.
Die Regel ist eine Zahl: zwei Prozent Salz vom Gemüsegewicht, abgewogen. Kohl wird mit dem Salz geknetet, bis er in seiner eigenen Lake liegt; festes Gemüse wie Rote Bete, Möhren und Gurken wird in Scheiben oder Stiften mit einer Lake aus zwei Prozent Salz in Wasser übergossen. Dann alles unter die Flüssigkeit, mit Blatt und Gewicht beschwert, Deckel locker, fünf bis sieben Tage warm, dann kühl. Was unter der Lake ist, ist sicher; was herausschaut, schimmelt. Das Grundrezept steht im Beitrag über das Sauerkraut, die Variante mit Lake im Rezept für die fermentierte Rote Bete.
Was sich fermentieren lässt: Weißkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Chinakohl als Kimchi, Rote Bete, Möhren, Rettich, Gurken als Salzgurken, grüne Bohnen nach dem Blanchieren, Knoblauch, Zwiebeln, Paprika, Blumenkohl, Kohlrabi. Nicht: Kartoffeln, Kürbis, weiches Obst, Salat. Und das Nebenprodukt der Apfelernte, der Apfelessig aus Schalen, ist ebenfalls eine Fermentation.
Einkochen: Hitze und Säure
Einkochen erhitzt das Lebensmittel im geschlossenen Glas so, dass Mikroorganismen sterben und beim Abkühlen ein Vakuum entsteht. Es ist das Verfahren für Tomaten als Passata, für Obst als Kompott und Mus, für Chutney, Gelee, Marmelade, Sirup, Saft und Eingelegtes in Essig. Die Ausrüstung: Gläser mit Deckeln und Gummis, ein großer Topf mit Gitter oder Tuch am Boden, in dem die Gläser bis drei Viertel im Wasser stehen, ein Thermometer.
Die Sicherheitsregel, die man kennen muss: Säurehaltige Lebensmittel mit einem pH-Wert unter 4,6, also Obst, Tomaten mit einem Löffel Zitronensäure oder Zitronensaft je Liter, Chutney mit Essig, Marmelade, werden einmal bei hundert Grad zwanzig bis dreißig Minuten eingekocht und sind sicher. Säurearmes Gemüse wie Bohnen, Erbsen, Möhren, Kürbis, Pilze und alles mit Fleisch kann Sporen von Clostridium botulinum enthalten, die hundert Grad überleben; dort wird entweder zweimal im Abstand von 24 bis 48 Stunden eingekocht, oder es wird nach einem geprüften Rezept so viel Essig oder Zitronensäure zugegeben, dass der pH-Wert sicher unter 4,3 liegt (die Mengen stehen im Rezept, „ein Schuss Essig” reicht nicht), oder das Gemüse wird eingefroren, was einfacher ist. Ganz sicher ohne Säure geht säurearmes Gemüse nur im Druckeinkochtopf bei 116 bis 121 Grad; der Backofen taugt dafür nicht, nur für Obst und Säurehaltiges. Ein Glas, dessen Deckel sich wölbt, das beim Öffnen zischt, trüb ist oder ungewohnt riecht, wird ungeöffnet entsorgt.
Was im Herbst eingekocht wird: Tomaten als Passata und Sugo, Apfelmus, Zwetschgenkompott, Birnen, Quitten, Holunder- und Hagebuttensirup, Kürbis süß-sauer in Essig, Zucchini-Relish, Gurken in Essig, Apfel-Chutney, Gelee aus Johannisbeeren und Quitten. Der Sirup aus Holunder und das Mark der Hagebutte gehören in dieselbe Reihe.
Einfrieren: Schnell, mit Blanchieren
Einfrieren ist das schnellste Verfahren und für alles Grüne das beste: Bohnen, Erbsen, Spinat, Mangold, Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl, Beeren, Kräuter, Kürbiswürfel, Suppen, Pesto, Passata in Portionen. Die Regel: Gemüse wird vor dem Einfrieren zwei bis drei Minuten blanchiert, in kochendem Wasser, dann in Eiswasser abgeschreckt und trocken getupft. Das stoppt die Enzyme, die sonst in der Truhe Farbe, Geschmack und Vitamine abbauen. Beeren, Kräuter und Tomaten werden roh gefroren, Kräuter in Öl oder Wasser als Würfel, Beeren einzeln auf dem Blech vorgefroren, damit sie nicht zum Block werden.
Was nicht in die Truhe gehört: Salat, Gurken, rohe Kartoffeln, rohe Zucchini, die zu Matsch werden, und alles, was nicht beschriftet ist. Die Truhe wird einmal im Jahr, im Sommer vor der neuen Ernte, geleert, abgetaut und neu geordnet. Ein Zwei-Personen-Haushalt kommt mit zweihundert Litern aus, wenn Lagern und Einkochen den Rest tragen.
Trocknen: Ohne Energie im Lager
Trocknen entzieht Wasser und ist das Verfahren, dessen Ergebnis am wenigsten Platz braucht und keine Energie im Lager verbraucht. Kräuter, Apfelringe, Zwetschgen, Tomaten, Pilze, Chili, Bohnen als Trockenbohnen, Hagebutten, Kürbischips, Zwiebelringe, Sellerieblätter für Brühe. Das Gerät ist ein Dörrgerät mit Temperaturregelung zwischen dreißig und siebzig Grad; der Backofen mit niedrigster Stufe und Holzlöffel in der Tür geht, verbraucht aber viel Strom, und die Luft reicht für Kräuter, Bohnen und Chili an einem warmen, luftigen Ort.
Die Temperaturen: Kräuter und alles mit ätherischen Ölen unter vierzig Grad, Obst fünfzig bis sechzig, Gemüse und Pilze fünfzig bis sechzig, Tomaten sechzig. Fertig ist, was ledrig und trocken ist und beim Biegen nicht mehr feucht wird; Kräuter rascheln, Apfelringe sind biegsam, Bohnen sind hart. Gelagert wird in dunklen, dichten Gläsern, kühl, ein bis zwei Jahre. Die Regeln für Kräuter stehen im Beitrag über das Haltbarmachen von Kräutern, und das Kräutersalz ist die Variante, die Trocknen und Salzen verbindet.
Der Herbst als Verarbeitungsplan
Die Ernte kommt in Wellen, und die Verarbeitung folgt ihnen. Ein realistischer Ablauf für einen Garten von hundert Quadratmetern:
| Zeit | Ernte | Verfahren | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Juni, Juli | Erdbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Erbsen, erste Bohnen, Kräuter | Einfrieren, Gelee, Kräuter trocknen | Zwei Abende pro Woche |
| August | Tomaten in Mengen, Bohnen, Zucchini, Gurken, Zwiebeln, Knoblauch, Zwetschgen, Kräuter | Passata einkochen, Bohnen einfrieren, Relish, Salzgurken, Zwiebeln trocknen und aufhängen, Kräuter trocknen | Zwei Wochenenden |
| September | Kürbis, Äpfel, Birnen, Holunder, letzte Tomaten, Kohl | Kürbis nachreifen, Äpfel sortieren und lagern, Apfelmus, Holundersirup, erstes Sauerkraut | Zwei Wochenenden |
| Oktober | Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Sellerie, Kohl, Hagebutten, Quitten, Nüsse | Einlagern in vier Zonen, Sauerkraut und Rote Bete fermentieren, Hagebuttenmark, Quittengelee, Apfelessig ansetzen | Zwei bis drei Wochenenden |
| November | Grünkohl, Lauch, Rosenkohl, letzte Wurzeln, Wurzelkräuter | Im Beet lassen, Wurzeln trocknen, Vorrat kontrollieren | Ein Wochenende |
Was in jedem Monat sonst ansteht, steht im Gartenjahr; die Mengen und Flächen dahinter in der Säule Selbstversorgung.
Ausrüstung: Was nötig ist
Für alle fünf Verfahren zusammen: ein kühler Raum oder Ersatz, Holzkisten und eine Kiste Sand; dreißig bis fünfzig Gläser mit Deckeln in verschiedenen Größen, Bügelgläser für Ferment und Einkochen, Schraubgläser für Trockenes; ein großer Topf mit Gitter oder ein Einkochautomat, ein Trichter, eine Waage; eine Truhe mit 150 bis 200 Litern, Beutel und Dosen, ein Stift zum Beschriften; ein Dörrgerät mit Temperaturregelung. Alles zusammen kostet im Aufbau drei- bis vierhundert Euro und hält Jahrzehnte. Was nicht nötig ist: Vakuumierer, Dampfentsafter für kleine Mengen, Gärtöpfe unter zehn Kilo, Einkochautomaten für unter zwanzig Gläser im Jahr.
Sicherheit in fünf Sätzen
Beim Lagern nur makellose Ware, wöchentlich kontrollieren, Faules sofort raus. Beim Fermentieren alles unter der Lake, zwei Prozent Salz, Deckel locker, pelziger Belag ist Schimmel und weißer Film ist Kahmhefe. Beim Einkochen säurearmes Gemüse zweimal oder mit Säure, gewölbte und zischende Gläser weg, Gummis jedes Jahr prüfen. Beim Einfrieren blanchieren, beschriften, nicht wieder einfrieren, was aufgetaut war. Beim Trocknen vollständig trocknen und Kräuter in Öl nur trocken und kurz, wegen Botulinum.
Sechs Grundrezepte in Kurzform
Die Rezepte, die im Herbst am häufigsten gebraucht werden, in der Kurzfassung. Die ausführlichen Anleitungen stehen in der Rubrik Ernährung und Rezepte.
Passata. Reife Tomaten waschen, grob schneiden, ohne Wasser dreißig Minuten köcheln, durch die Flotte Lotte drehen, Saft auf die Hälfte einkochen, je Liter ein Teelöffel Salz und ein Teelöffel Zitronensäure, heiß in Gläser, dreißig Minuten bei hundert Grad einkochen. Zehn Kilo Tomaten ergeben etwa vier Liter.
Salzgurken. Einlegegurken waschen, mit Dill, Knoblauch, Senfkörnern, einem Meerrettich- oder Kirschblatt in ein Glas, mit Lake aus drei Prozent Salz in abgekochtem Wasser bedecken, beschweren, Deckel locker, fünf Tage warm, dann kühl. Nach zwei Wochen fertig, im Kühlschrank zwei Monate.
Apfelmus. Äpfel schälen oder mit Schale vierteln, mit einem Schuss Wasser weich kochen, passieren oder stampfen, nach Geschmack Zucker und Zimt, heiß in Gläser, zwanzig Minuten einkochen. Fallobst mit herausgeschnittenen Stellen ist dafür gut genug.
Bohnen einfrieren. Grüne Bohnen putzen, drei Minuten in kochendem Wasser blanchieren, in Eiswasser abschrecken, abtropfen, trocken tupfen, in Portionen von 300 Gramm in Beutel, flach drücken, beschriften. Zehn Monate haltbar.
Apfelringe. Äpfel entkernen, in fünf Millimeter dicke Ringe schneiden, kurz in Wasser mit Zitronensaft tauchen, im Dörrgerät bei fünfzig bis sechzig Grad acht bis zwölf Stunden trocknen, bis sie ledrig und biegsam sind. Im Glas ein Jahr.
Chutney. Ein Kilo Gemüse oder Obst, Zucchini, Kürbis, Äpfel, Tomaten, grob gewürfelt, mit zwei Zwiebeln, 200 Gramm Zucker, 250 Milliliter Apfelessig, Salz, Ingwer, Senfkörnern und Chili eine Stunde einkochen, bis es dick ist, heiß in Gläser, umgedreht abkühlen. Ein Jahr haltbar, ab vier Wochen gut.
Mengen für einen Winter
Was ein Zwei-Personen-Haushalt, der gern kocht, von Oktober bis April etwa verbraucht, als Orientierung für die Planung:
| Vorrat | Menge | Reicht bis |
|---|---|---|
| Passata und Sugo | 20 Gläser à 500 ml | April |
| Sauerkraut und Fermente | 3 bis 4 Liter | März |
| Bohnen und Erbsen gefroren | 10 Beutel à 300 g | Februar |
| Beeren gefroren | 5 Kilo | Mai |
| Apfelmus, Kompott, Gelee | 15 Gläser | April |
| Chutney und Relish | 8 Gläser | Sommer |
| Kräuter getrocknet und gefroren | 12 Gläser, 4 Eiswürfelformen | Mai |
| Apfelringe, Trockenobst | 5 Gläser | März |
| Kartoffeln | 40 Kilo | April |
| Zwiebeln, Knoblauch | 8 Kilo, 40 Knollen | März |
| Möhren, Rote Bete, Sellerie | 15 Kilo | März |
| Kürbis | 10 Stück | Februar bis April |
| Äpfel | 40 Kilo | März |
Wer weniger kocht, halbiert die Liste. Wer im März auf volle Regale schaut, streicht im nächsten Herbst.
Häufige Fehler
Alles einkochen. Bohnen und Kürbis einmal eingekocht sind ein Risiko, eingefroren sind sie einfach. Verfahren nach Lebensmittel.
Zu viel vom Falschen. Dreißig Gläser Relish, kein Passata. Nach Verbrauch planen, im März nachsehen.
Nicht beschriftet. Nach vier Monaten sind alle Gläser gleich rot. Inhalt und Datum.
Kartoffeln neben Äpfeln. Beide verlieren. Vier Ecken.
Fermentiertes über der Lake. Schimmel. Gewicht.
Nicht blanchiert. Grau, fad, gummiartig aus der Truhe. Zwei Minuten kochendes Wasser.
Kräuter zu heiß getrocknet. Öle weg. Unter vierzig Grad.
Keine Kontrolle. Ein fauler Apfel, eine gewölbte Dose, ein Beutel mit Gefrierbrand kosten den Rest. Wöchentlich Keller, monatlich Regal.
Vorrat nicht gegessen. Was im März noch voll ist, war umsonst. Weniger anbauen oder mehr essen.
Regionale Unterschiede
In warmen, trockenen Regionen wie dem Oberrhein und dem Weinbauklima ist das Lufttrocknen von Kräutern, Bohnen und Chili einfach und die Kellerlagerung braucht Feuchte; in feuchten Lagen im Norden und in den Mittelgebirgen ist das Dörrgerät die sicherere Wahl und der Keller oft von selbst richtig. Milde Winter am Rhein machen Keller zu warm für Äpfel und Kartoffeln, dort helfen Erdmiete, Garage und mehr Verarbeitung; kalte Winter im Osten und in Höhenlagen liefern gute Keller, aber gefrierende Garagen. Die Verfahren bleiben gleich, die Ecke, in der jedes stattfindet, ist regional.
Fazit
Lagern, Fermentieren, Einkochen, Einfrieren, Trocknen: fünf Verfahren, die zusammen jedes Gemüse und jedes Obst vom August bis zur nächsten Ernte tragen. Jedes hat seine Lebensmittel, seine Regel und seinen Sicherheitshinweis, und alle zusammen brauchen einen Keller, Gläser, einen Topf, eine Truhe und ein Dörrgerät. Der beste Vorrat ist der, der im März leer ist.
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Welches Verfahren ist das einfachste für den Anfang?
Einfrieren und Lagern. Bohnen, Erbsen, Beeren und Kräuter werden portionsweise eingefroren, Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbis und Äpfel in den kühlen Raum gelegt. Beides braucht keine Übung. Als drittes das Sauerkraut, das mit zwei Zutaten und einer Waage gelingt. Einkochen kommt im zweiten Jahr, wenn die Tomaten mehr werden, Trocknen mit dem ersten Dörrgerät.
Ist Einkochen gefährlich wegen Botulismus?
Bei säurehaltigen Lebensmitteln wie Obst, Tomaten mit Zitronensäure, Chutney mit Essig und allem mit einem pH unter 4,6 nicht; dort reicht einmal Einkochen bei hundert Grad. Bei säurearmem Gemüse wie Bohnen, Erbsen, Möhren, Kürbis und bei Fleisch können Sporen des Botulinum-Bakteriums überleben; dort wird zweimal im Abstand von 24 bis 48 Stunden eingekocht, oder es wird nach einem geprüften Rezept so viel Essig oder Zitronensäure zugegeben, dass der pH-Wert unter 4,3 liegt (Mengen aus dem Rezept, nicht nach Gefühl), oder das Gemüse wird eingefroren. Wirklich sicher ohne Säure ist säurearmes Gemüse nur im Druckeinkochtopf bei 116 bis 121 Grad. Gläser, deren Deckel sich wölbt, die zischen oder trüb sind, werden ungeöffnet entsorgt.
Wie lange halten die Vorräte?
Gelagertes Wurzelgemüse und Äpfel bis März, Kartoffeln bis April, Kürbis je nach Sorte bis Februar oder April. Fermentiertes im Kühlschrank Monate. Eingekochtes ein bis zwei Jahre im dunklen Regal. Eingefrorenes acht bis zwölf Monate, Kräuter und Beeren ein Jahr. Getrocknetes ein bis zwei Jahre in dunklen Gläsern. Alles verlängert sich mit Kontrolle und verkürzt sich mit Wärme und Licht.
Brauche ich einen Einkochautomaten?
Nein. Ein großer Topf mit Gitter oder Geschirrtuch am Boden, in dem die Gläser bis drei Viertel im Wasser stehen, tut dasselbe. Der Backofen bei 180 Grad mit Wasser in der Fettpfanne geht für Obst, Kompott und andere säurehaltige Rezepte; für säurearmes Gemüse ist er nicht geeignet, weil die Hitze im Glas zu ungleichmäßig ankommt. Ein Einkochautomat mit Thermostat ist bequemer, wenn man mehr als zwanzig Gläser pro Tag macht. Wichtiger sind saubere Gläser mit intakten Deckeln und Gummis.
Was lohnt sich nicht?
Salat, Gurken zum Einfrieren, Zucchini roh eingefroren, Kartoffeln eingekocht, Tomaten getrocknet ohne Dörrgerät in feuchtem Klima. Und alles, was man im Winter nicht isst: Wer keine Marmelade mag, macht keine. Der beste Vorrat ist der, der im März leer ist.
Wie plane ich die Mengen?
Vom Verbrauch her: Wie viele Gläser Passata braucht die Küche im Winter, wie oft gibt es Sauerkraut, wie viele Beutel Bohnen? Ein Zwei-Personen-Haushalt kommt mit zwanzig Gläsern Tomaten, drei Litern Sauerkraut, zehn Beuteln Bohnen und Erbsen, zehn Gläsern Obst und Chutney, einem Regal Getrocknetem und einem Keller mit Wurzeln und Kartoffeln durch den Winter. Nach dem ersten Jahr zeigt der Rest im März, was zu viel war.
Quellen und weiterführende Hinweise
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Haltbarkeit von Lebensmitteln – Verfahren im Überblick
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zum Botulismus
- Bayerische Gartenakademie (LWG): Obst und Gemüse für den Winter lagern
- Max Rubner-Institut: Fermentierte Lebensmittel – Verbraucherbroschüre (PDF)
Geschrieben von
Susi & das Gartenteam
Ich bin Susi, die Stimme unseres Gartenteams. Wir gärtnern ohne Chemie, filmen, was wir tun, und schreiben es hier so auf, dass es sich im eigenen Garten nachmachen lässt, auch das, was bei uns schiefgegangen ist. Auf YouTube, TikTok und Instagram zeigen wir die Handgriffe im Video, hier stehen sie ausführlich zum Nachlesen.
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