Kraut · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Petersilie
Jetzt erntenEinsteigerwinterhart
Petroselinum crispum
Von März bis Juli direkt säen, Geduld beim Keimen, dann bis zum Frost ernten und im zweiten Frühjahr noch einmal. Jedes Jahr ein neues Beet, nie dorthin, wo Petersilie stand.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Petersilie ist das meistgekaufte Küchenkraut und das Kraut, das im Garten am häufigsten verschwindet: Sie keimt wochenlang nicht, oder sie wird im Juli gelb und stirbt. Beides hat einfache Gründe, und wer sie kennt, hat von Mai bis November und im nächsten Frühjahr noch einmal genug für jede Suppe.
Aussaat. Direkt ins Beet von März bis Juli, halber bis ein Zentimeter tief, Reihen 25 Zentimeter, später auf zehn Zentimeter vereinzeln. Petersilie keimt langsam, drei bis fünf Wochen, und nur bei durchgehender Feuchte; das Saatgut über Nacht in lauwarmem Wasser einweichen, die Rille vor der Saat wässern und bis zur Keimung feucht halten. Radieschen in derselben Reihe markieren und lockern. Vorkultur ab Februar im Haus bringt Vorsprung, die Pflanzen kommen mit dem Ballen ins Beet; Petersilie mag keine gestörten Wurzeln.
Pflege. Der wichtigste Handgriff ist der Platz: nie dort, wo im Vorjahr Petersilie, Möhren, Sellerie oder Dill standen. Die Petersilienmüdigkeit, ein Zusammenspiel aus Bodenpilzen und Nematoden, lässt die Pflanzen im Sommer gelb werden; vier Jahre Pause für Doldenblütler beugt vor. Sonst mulchen, bei Trockenheit gießen, kein Stickstoffdünger. Ein Kulturschutznetz hält die Möhrenfliege fern.
Ernte. Ab Mai, acht bis zehn Wochen nach der Saat, die äußeren Stiele dicht über dem Boden abschneiden; das Herz bleibt und treibt nach. Nie mehr als die Hälfte auf einmal. Bis zum Frost, unter Vlies auch im Winter, und im zweiten Frühjahr noch einmal kräftig, bis die Pflanze im Juni blüht. Dann wird sie holzig, und die Blüte bleibt für die Schwebfliegen stehen. Wurzelpetersilie wird im Oktober geerntet und wie Möhren im Sand gelagert.
Sorten. Glatte Petersilie wie Gigante d’Italia und Einfache Schnitt mit dem stärkeren Aroma und mehr Schattenverträglichkeit; krause wie Mooskrause und Grüne Perle für die Deko und die kalte Küche; Wurzelpetersilie wie Halblange für die Suppe. Die krause Form ist etwas winterhärter.
Mischkultur. Tomaten und Petersilie stehen gut zusammen, ebenso Radieschen, Gurken, Zwiebeln, Lauch, Erdbeeren und Rosen, unter denen Petersilie Blattläuse fernhält. Nicht neben Salat, Sellerie, Möhren, Pastinaken und Dill.
Hausapotheke. Petersilienblätter werden traditionell als leicht harntreibender Tee genutzt; die europäische Arzneimittelagentur beschreibt das Kraut entsprechend. Anders die Samen und das ätherische Öl mit dem Wirkstoff Apiol: In größeren Mengen sind sie leber- und nierenschädigend und wehenfördernd, weshalb Schwangere Petersilie nur in Küchenmengen essen und keine Petersilienpräparate nehmen.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Petersilie im Hausgarten. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Bewertung von Petroselinum crispum.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: TomateRadieschenGurkeZwiebelLauch (Porree)ErdbeereRose
Schlechte Nachbarn: Salat (Kopf- und Pflücksalat)Sellerie (Knollen- und Stangensellerie)MöhrePastinakeDill
Häufige Probleme
Keimt nicht
Petersilie keimt drei bis fünf Wochen und braucht durchgehend Feuchte. Saatgut über Nacht einweichen, Rille wässern, feucht halten, Markiersaat Radieschen.
Wird gelb und stirbt (Petersilienmüdigkeit)
Wurzelpilze im Boden, wo schon Petersilie oder Möhren standen. Jedes Jahr einen neuen Platz, vier Jahre Pause.
Möhrenfliege
Rotbraune Gänge in der Wurzel, welkes Laub. Netz, Zwiebeln als Nachbarn, Fruchtwechsel.
Schießt im ersten Jahr
Kälte an Jungpflanzen oder Trockenstress. Nicht vor März säen, gießen.
Wurzelläuse (weiße Wachsflocken an den Wurzeln)
Bei Trockenheit. Gießen, befallene Pflanzen entfernen.
In der Küche
Frisch gehackt über alles, im Kräuterquark, als Petersilienpesto, Tabouleh, Grüne Sauce, Petersilienwurzel in der Suppe. Gehackt in Eiswürfeln einfrieren; Trocknen taugt für Suppen. Kräutersalz.
Traditionell in der Hausapotheke
Petersilienblätter werden traditionell als harntreibender Tee genutzt; die Samen und das ätherische Öl sind in größerer Menge gesundheitsschädlich und in der Schwangerschaft zu meiden. Als Küchenkraut in üblichen Mengen unbedenklich.