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Weiße Rettichwurzel schaut aus der Erde, darüber die rauen Blätter.

Gemüse · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich

Rettich

Jetzt erntenEinsteiger

Raphanus sativus var. niger

Sommerrettich ab April, Winterrettich Anfang Juli säen; der schwarze Winterrettich lagert im Sand bis März und ist das schärfste Wintergemüse im Keller.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Rettich ist das große Radieschen, und doch eine eigene Kultur mit zwei Gesichtern: Der milde Sommerrettich, weiß oder rot, wird ab April gesät und ab Juni gegessen. Der schwarze Winterrettich kommt erst Anfang Juli in den Boden, bleibt bis zum Frost stehen und liegt dann bis März im Sand, als scharfes, vitaminreiches Wintergemüse, das kaum jemand mehr anbaut.

Aussaat. Sommerrettich ab Anfang April bis Juni direkt ins Beet, zwei Zentimeter tief, Reihen 25 Zentimeter, in der Reihe auf zehn bis fünfzehn Zentimeter vereinzeln. Winterrettich und die langen japanischen Sorten erst ab Anfang Juli bis Anfang August: Früher gesät bilden sie bei langen Tagen Blüten statt Wurzeln. Das ist der häufigste Fehler beim Winterrettich. Reihen dreißig Zentimeter, Abstand in der Reihe zwanzig, weil die Wurzeln bis ein Kilo schwer werden.

Pflege. Gleichmäßig gießen; Rettich, der trocken wird, wird pelzig und brennend scharf. Der Boden muss tiefgründig gelockert sein, mit der Grabegabel, nicht gewendet, und frei von frischem Mist, der die Wurzeln beinig macht. Ein Kulturschutznetz ab der Saat ist die einzige zuverlässige Abwehr gegen die Kohlfliege, deren Maden Gänge in die Wurzel fressen. Hacken, mulchen, sonst nichts.

Ernte. Sommerrettich acht bis zehn Wochen nach der Saat, wenn die Wurzel fünf Zentimeter dick ist; später wird er hohl. Winterrettich bleibt bis Ende Oktober oder Anfang November im Beet, verträgt leichte Fröste, wird vor dem Dauerfrost gezogen, das Laub auf zwei Zentimeter gekürzt und ungewaschen in Kisten mit feuchtem Sand im kühlen Keller eingeschlagen. So hält er bis März und wird mit jeder Woche milder.

Sorten. Sommerrettich: Ostergruß rosa, Rex weiß, Münchner Bier als milder Bierrettich. Winterrettich: Runder Schwarzer Winter als Klassiker, Langer Schwarzer, dazu die milden japanischen Daikon-Sorten wie Minowase, die dreißig Zentimeter lang werden und sich für Kimchi eignen.

Mischkultur. Gute Nachbarn sind Möhren, Salat, Spinat, Buschbohnen und Erbsen. Rettich lockert als tiefwurzelnde Kultur den Boden für die Nachfolger. Nicht neben Gurken und nicht nach Kohl, Kohlrabi oder Radieschen; drei Jahre Abstand zu allen Kreuzblütlern, sonst wird die Kohlhernie zum Dauergast.

Hausapotheke. Der Rettichsirup ist eines der ältesten Hausmittel gegen Husten: Winterrettich oben abschneiden, aushöhlen, mit Kandiszucker oder Honig füllen, den Saft über Nacht durch ein Loch unten in ein Glas tropfen lassen. Die Senföle des Rettichs werden traditionell bei Erkältungen und zur Anregung der Verdauung genutzt; die europäische Arzneimittelagentur führt Schwarzen Rettich als traditionelles pflanzliches Mittel bei Verdauungsbeschwerden. Nicht bei Gallensteinen, Magengeschwüren und nicht für Kinder unter einem Jahr, wenn Honig im Spiel ist.

Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Rettich im Hausgarten. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Raphani sativi nigri radix.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: MöhreSalat (Kopf- und Pflücksalat)BuschbohneErbseTomateSpinat

Schlechte Nachbarn: GurkeWeißkohl und RotkohlRadieschen

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Pelzige, hohle Wurzeln

Trockenheit oder zu späte Ernte. Gleichmäßig gießen, Sommerrettich nach acht Wochen ziehen.

Kohlfliege (Fraßgänge in der Wurzel)

Kulturschutznetz ab der Saat, Fruchtwechsel mit allen Kreuzblütlern.

Schießt vor der Wurzelbildung

Winterrettich zu früh gesät: Bei langen Tagen bildet er Blüten statt Wurzeln. Erst ab Anfang Juli säen.

Schwarze Flecken innen (Schwarzfleckigkeit)

Bormangel oder Staunässe. Kompost, keine Nässe, keine Kalkung ohne Test.

Sehr scharf

Hitze und Trockenheit steigern die Senföle. Wasser und der Halbschatten machen ihn milder.

In der Küche

Roh, dünn gehobelt und gesalzen, als Bierrettich oder Rettichsalat; geraspelt mit Apfel und Sahne; Winterrettich in Scheiben mit Butterbrot. Das junge Laub schmeckt in der Suppe. Rettichsirup gegen Husten ist ein altes Hausmittel.

Traditionell in der Hausapotheke

Schwarzer Rettich wird traditionell als Hustensirup genutzt: Wurzel aushöhlen, mit Honig oder Zucker füllen, den Saft über Nacht auffangen. Nicht für Kinder unter einem Jahr (Honig) und nicht bei Gallensteinen ohne ärztlichen Rat.

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