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Estragon mit schmalen, spitz zulaufenden Blättern im Beet.

Kraut

Estragon

Jetzt erntenwinterhartmehrjährig

Artemisia dracunculus

Französischen Estragon nur aus Stecklingen oder Teilung, nie aus Samen; im Mai an einen warmen, geschützten Platz setzen, im Winter mit Laub decken. Der Russische ist robuster, aber fade.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Estragon ist das Kraut, bei dem der Kauf über alles entscheidet: Der Französische Estragon schmeckt nach Anis und Pfeffer und gehört in die Béarnaise, der Russische Estragon aus dem Samentütchen schmeckt nach Gras. Der Französische setzt keine keimfähigen Samen an, er wird nur geteilt oder aus Stecklingen gezogen, und wer ihn einmal hat, gibt ihn weiter.

Pflanzen. Im Mai oder September eine Pflanze aus der Gärtnerei, vorher ein Blatt zerreiben: riecht es kräftig nach Anis, ist es der Französische. Ein Teilstück von einem Nachbarn tut es auch. An einen warmen, geschützten Platz, Südwand oder Kräuterhügel, erhöht auf einer Handvoll Splitt gegen Winternässe, vierzig Zentimeter Abstand, etwas Kompost ins Loch. Im Kübel ab fünf Litern mit Drainage. Russischer Estragon ab März als Lichtkeimer im Haus, ab Mai ins Beet; er wird ein Meter fünfzig hoch und übersteht jeden Winter.

Pflege. Im Frühjahr etwas Kompost, im Sommer bei Trockenheit gießen, ohne dass der Boden nass steht. Vor der Blüte im Juli bodennah schneiden, das bringt einen zweiten, zarten Aufwuchs. Im November Laub oder Reisig über den Wurzelstock, in rauen Lagen den Kübel ins frostfreie, helle Quartier. Alle drei bis vier Jahre im Frühjahr teilen und in frischen Boden setzen, sonst verkahlt er von innen.

Ernte. Von Mai bis September, junge Triebspitzen laufend, vor der Blüte am stärksten. Estragon lässt sich nicht gut trocknen; für den Winter werden die Blätter gehackt in Eiswürfeln eingefroren oder Triebe in Weißweinessig angesetzt, der nach zwei Wochen der beste Salatessig des Jahres ist. Estragonsenf und Kräuterbutter halten ebenfalls.

Sorten. Französischer Estragon (Artemisia dracunculus var. sativa), auch als Deutscher Estragon gehandelt, ist die aromatische Form, nur vegetativ vermehrt. Russischer Estragon (var. inodora) aus Samen, robust, fade. Mexikanischer Estragon ist eine Tagetes-Art (Tagetes lucida) mit ähnlichem Aroma, einjährig und für den Kübel.

Mischkultur. Estragon steht gut am Rand des Tomatenbeets, neben Kohl, Salat und Thymian. Nicht neben Minze, die ihn überwuchert, und nicht neben Fenchel. Als Staude gehört er an den Rand des Kräuterbeets, wo er drei bis vier Jahre bleiben kann.

Küche. Frisch zu Huhn, Fisch, Eiergerichten, in Béarnaise und Grüner Sauce, in Senf, Essig und Kräuterbutter. Estragon wird erst am Ende zugegeben, langes Kochen nimmt das Anisaroma. Ein Zweig im Gurkensalat, ein Blatt im Champagner-Sorbet: sparsam, weil er stark ist.

Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Estragon im Hausgarten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Estragon – Warenkunde.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: TomateWeißkohl und RotkohlSalat (Kopf- und Pflücksalat)Thymian

Schlechte Nachbarn: Minze (Pfefferminze)Knollenfenchel

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Schmeckt nach nichts

Russischer Estragon aus Samen. Nur Französischen als Pflanze kaufen, am Aroma beim Zerreiben erkennbar.

Erfriert oder verfault im Winter

Nässe und Kahlfrost. Erhöht auf Splitt pflanzen, mit Laub oder Reisig decken, im Kübel frostfrei und hell.

Rost (braune Pusteln)

Bei Feuchte. Befallene Triebe raus, bodennah schneiden, luftiger Stand.

Verkahlt nach drei Jahren

Teilen und in frischen Boden setzen, alle drei bis vier Jahre.

Blattläuse an jungen Trieben

Abbrausen, warten.

In der Küche

Frisch zu Huhn, Fisch, Eiern, in Sauce Béarnaise, Kräuterbutter, Senf, Essig, Grüner Sauce, zu Gurkensalat. Estragonessig und eingefrorene Blätter halten den Winter; getrocknet verliert er das Meiste.

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