Kraut · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Oregano und Majoran
Jetzt erntenEinsteigerwinterhartmehrjährig
Origanum vulgare (Oregano), Origanum majorana (Majoran)
Oregano ist eine winterharte Staude für die magere, sonnige Ecke, die im Juli blüht und Bienen anzieht; Majoran sein einjähriger, milder Bruder für die Wurst und den Kübel.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Oregano und Majoran sind Geschwister mit unterschiedlichem Temperament: Oregano, der Wilde Dost, ist eine winterharte Staude, die auf der Trockenmauer zwanzig Jahre steht, im Juli rosa blüht und von Bienen belagert wird. Majoran ist sein milder, einjähriger Bruder, der jedes Jahr neu gesät wird und in die Wurst und die Kartoffelsuppe gehört. Beide wollen dasselbe: Sonne, magere Erde, kein Wasser.
Aussaat und Pflanzen. Oregano ab März im Haus oder ab Mai direkt, als Lichtkeimer nur angedrückt, bei zwanzig Grad. Einfacher ist eine Topfpflanze aus dem Handel oder ein Teilstück von einer alten Staude, gesetzt im Mai oder September, dreißig Zentimeter Abstand, auf einen Hügel aus Sand, Splitt und magerer Erde. Majoran ab März im Haus säen, ebenfalls Lichtkeimer, ab Mitte Mai ins Beet oder in den Kübel, zwanzig Zentimeter Abstand. Beide gedeihen in der Trockenmauer, im Kräuterhügel und im Topf mit Kakteenerde.
Pflege. Nicht gießen, außer im Kübel und im ersten Sommer; nicht düngen, das Aroma kommt aus dem Mangel. Oregano im März auf zehn Zentimeter zurückschneiden, alle vier Jahre teilen, sonst verkahlt er. Im Winter braucht er nichts als trockenen Boden; auf Lehm hilft ein Regenschutz oder der erhöhte Platz. Majoran wird laufend beerntet und im Herbst als ganze Pflanze getrocknet.
Ernte. Von Juni bis September, am besten kurz vor oder zu Beginn der Blüte, an einem trockenen Vormittag, ganze Triebe zehn Zentimeter über dem Boden. Zum Trocknen in kleinen Bündeln kopfüber, dunkel, luftig, unter dreißig Grad; nach einer Woche die Blätter abstreifen und in dunkle Gläser füllen. Oregano wird getrocknet stärker als frisch. Die Blüten bleiben zum Teil stehen, sie sind eine der wichtigsten Sommerweiden für Wildbienen und Schmetterlinge.
Sorten. Griechischer Oregano (Origanum vulgare subsp. hirtum) mit weißer Blüte und dem schärfsten Aroma, Wilder Dost als heimische Form für die Wiese, Hot & Spicy für die Pizza, Compactum als Bodendecker. Majoran als Gewürzmajoran in Sorten wie Marcelka und Erfurter. Der Kretische Dost (Origanum dictamnus) ist ein Zierstrauch für den Kübel.
Mischkultur. Beide stehen mit Thymian, Salbei und Rosmarin im Mittelmeerbeet, Oregano am Rand des Tomatenbeets, wo er Weiße Fliege abhält, und zwischen Kohl und Gurken. Nicht neben Basilikum und Petersilie, die Wasser und Nahrung wollen.
Hausapotheke. Oregano- und Majorantee, ein Teelöffel getrocknetes Kraut auf eine Tasse, werden traditionell bei Erkältung, Husten und Völlegefühl getrunken; Majoranbutter ist ein altes Mittel bei Schnupfen von Kleinkindern, das äußerlich unter der Nase verrieben wird. Das ätherische Öl beider ist stark und gehört nicht in Kinderhände und nicht in die Schwangerschaft. Als Gewürz sind beide in jeder Menge unbedenklich.
Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Oregano und Majoran im Hausgarten. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Origani dictamni herba / Origanum majorana.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: ThymianSalbeiRosmarinTomateWeißkohl und RotkohlGurke
Schlechte Nachbarn: BasilikumPetersilie
Häufige Probleme
Kaum Aroma
Zu fett, zu feucht, zu schattig. Magerer Platz, kein Dünger, volle Sonne; Griechischen Oregano wählen.
Fault im Winter
Staunässe. Erhöht pflanzen, Sand und Splitt im Boden, im Kübel Drainage.
Verholzt und wird kahl
Nach drei bis vier Jahren. Im Frühjahr auf zehn Zentimeter zurückschneiden, alle vier Jahre teilen.
Majoran keimt nicht
Lichtkeimer, braucht Wärme. Nur andrücken, bei zwanzig Grad, feucht halten.
Blattläuse im Frühjahr
An weichen Trieben. Abbrausen, warten, Nützlinge kommen.
In der Küche
Oregano getrocknet auf Pizza, in Tomatensoße, zu Lamm, im Kräutersalz; er wird beim Trocknen stärker. Majoran frisch oder getrocknet in Kartoffelsuppe, Bratwurst, Leberknödel, Erbsensuppe. Beide vor der Blüte ernten und trocknen.
Traditionell in der Hausapotheke
Oregano und Majoran werden traditionell als Tee bei Erkältung und Verdauungsbeschwerden genutzt; das ätherische Öl ist stark und nicht für Kinder und Schwangere. In Küchenmengen unbedenklich.