Newsletter
Liebstöckel mit kräftigen Stängeln und gelappten Blättern.

Kraut · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich

Liebstöckel (Maggikraut)

Jetzt erntenEinsteigerwinterhartmehrjährig

Levisticum officinale

Eine Pflanze reicht für zwanzig Jahre Suppe: im Frühjahr oder Herbst gesetzt, wird Liebstöckel zwei Meter hoch, verträgt jeden Frost und liefert von April bis Oktober Blätter für Brühe und Eintopf.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Liebstöckel ist das Kraut, das nach Maggi schmeckt, obwohl in Maggi kein Liebstöckel ist, und die Pflanze mit dem geringsten Aufwand je Suppe: einmal gesetzt, zwanzig Jahre Ernte. Sie wird so groß wie ein Strauch, verträgt jeden Winter und braucht nur zwei Dinge, einen Platz am Rand und jeden Herbst eine Schaufel Kompost.

Pflanzen. Im März, April oder Oktober eine Topfpflanze oder ein Teilstück von einer alten Staude mit ein bis zwei Knospen, an einen feuchten, nährstoffreichen Platz mit einem Quadratmeter Raum, gern hinter dem Kräuterbeet oder am Kompost, wo er Nahrung und Feuchte findet. Kompost ins Pflanzloch. Aussaat funktioniert nur mit frischem Saatgut, ab August direkt oder im März im Haus, und dauert zwei Jahre bis zur vollen Pflanze; eine Pflanze reicht für eine Familie.

Pflege. Jeden Herbst eine dicke Schicht Kompost oder verrotteten Mist, im Sommer bei Trockenheit gründlich gießen, denn Liebstöckel besteht wie Sellerie aus Wasser. Im Juni, wenn die Blütenstände kommen, entweder bodennah zurückschneiden, dann treibt frisches, zartes Laub bis Oktober, oder einige Dolden für Samen und Schwebfliegen stehen lassen. Alle acht Jahre teilen, wenn die Mitte verkahlt.

Ernte. Von April bis Oktober, junge Blätter von außen, sparsam, weil ein Blatt eine ganze Suppe würzt. Am aromatischsten vor der Blüte. Stiele wie Sellerie, junge Triebe kandiert wie Engelwurz. Die Samen im August, wenn die Dolden braun sind, als Gewürz für Brot und Eintopf. Die Wurzel im Oktober des dritten Jahres, geputzt, in Scheiben getrocknet, für Brühe und Tee. Blätter trocknen gut und werden mit Salz und getrocknetem Gemüse zum eigenen Brühpulver.

Sorten. Die Art wird ohne Sortennamen gehandelt; es gibt eine kompakte Auslese für den Kübel, die aber weniger Aroma hat. Nicht verwechseln mit dem einjährigen Sellerieblatt oder Schnittsellerie.

Mischkultur. Liebstöckel hat keine Beetnachbarn, weil er zu groß ist; als Solitär am Rand neben Kohl, Buschbohnen und Salat stört er nicht. Nicht neben Möhren, Sellerie, Petersilie, Pastinaken und Dill, den anderen Doldenblütlern, deren Fliegen und Pilze er teilt.

Hausapotheke. Die Wurzel des Liebstöckels ist die traditionelle Pflanze zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden, so führt sie die europäische Arzneimittelagentur, als Tee mit viel Wasser über ein bis zwei Wochen. Nicht bei Nierenentzündungen, nicht bei Ödemen durch Herz- oder Nierenschwäche, nicht in der Schwangerschaft; die Wurzel enthält Furocumarine, die die Haut lichtempfindlich machen. Als Küchenkraut in üblichen Mengen unbedenklich.

Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Liebstöckel im Hausgarten. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Levistici radix.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: Weißkohl und RotkohlBuschbohneSalat (Kopf- und Pflücksalat)

Schlechte Nachbarn: MöhreSellerie (Knollen- und Stangensellerie)PetersiliePastinakeDill

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Wird zu groß

Normal: bis zwei Meter. Am Rand pflanzen, im Juni bodennah zurückschneiden, dann bleibt er einen Meter.

Blätter gelb im Sommer

Trockenheit oder Hunger. Gießen, Kompost, Rückschnitt, dann kommt frisches Laub.

Blattläuse an Blütentrieben

Blütentriebe abschneiden, wenn kein Samen gewünscht; Marienkäfer erledigen den Rest.

Möhrenfliege

Selten schlimm bei einer Staude. Fruchtwechsel gilt nur für die Nachbarn.

Samen keimen nicht

Liebstöckelsamen sind nur wenige Monate keimfähig. Frisch im August säen oder teilen.

In der Küche

Frisch in Brühe, Eintopf, Kartoffelsuppe, Gemüsesuppe, sparsam, weil stark; die Stiele wie Sellerie, die Samen als Gewürz, die Wurzel getrocknet für Brühe. Blätter gehackt einfrieren oder als Kräutersalz und Brühpulver trocknen.

Traditionell in der Hausapotheke

Die Liebstöckelwurzel wird traditionell als harntreibender Tee bei leichten Harnwegsbeschwerden genutzt (HMPC-Monographie). Nicht bei Nierenentzündung, Ödemen durch Herz- oder Nierenschwäche, nicht in der Schwangerschaft; macht die Haut lichtempfindlich.

Artikel zu Liebstöckel (Maggikraut)

Verwandte Pflanzen im Lexikon