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Minze mit gerippten, gezähnten Blättern im Beet.

Kraut · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich

Minze (Pfefferminze)

Jetzt erntenEinsteigerwinterhartmehrjährig

Mentha × piperita und andere Mentha-Arten

Im Frühjahr oder Herbst einen Ableger in einen eingegrabenen Topf oder eine Wurzelsperre pflanzen, feucht halten, vor der Blüte schneiden. Ohne Grenze übernimmt Minze den Garten.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Minze ist das Kraut, das jeder anbauen kann und das jeder einmal bereut, wenn es ohne Grenze in den Garten kommt: Ihre Ausläufer laufen unter Wegen hindurch und tauchen zwei Meter weiter zwischen den Erdbeeren auf. Mit einem eingegrabenen Eimer ist sie die dankbarste Teepflanze überhaupt, die von Mai bis Oktober liefert und im Winter aus dem Glas.

Pflanzen. Im April oder September einen Ableger von Nachbarn oder eine Topfpflanze, nicht ins Kräuterbeet, sondern an einen feuchten, halbschattigen Platz mit Wurzelsperre: ein Eimer oder Mörtelkübel ohne Boden, dreißig Zentimeter tief eingegraben, oder ein Kübel ab zehn Litern. Kompost ins Loch. Verschiedene Minzen stehen getrennt, sonst wachsen sie ineinander und verlieren ihr Aroma; Pfefferminze und Marokkanische Minze kreuzen sich nicht, aber sie verdrängen sich.

Pflege. Feucht halten, im Sommer gießen, im Frühjahr Kompost. Vor der Blüte im Juni bodennah schneiden, dann treibt sie frisch und liefert im August einen zweiten Schnitt; was blüht, bleibt zum Teil für die Bienen. Im Herbst die Ausläufer kontrollieren, die über den Rand wollen. Alle drei Jahre im Frühjahr ausgraben, teilen und in frischen Boden setzen; Minze erschöpft ihren Platz und bekommt sonst Rost.

Ernte. Von Mai bis Oktober, ganze Triebe zehn Zentimeter über dem Boden, am besten kurz vor der Blüte am Vormittag, wenn das Öl am stärksten ist. Zum Trocknen in Bündeln kopfüber, dunkel und luftig, unter dreißig Grad, dann Blätter abstreifen und in dunkle Gläser. Für frischen Tee im Winter ein Trieb im Wasserglas auf der Fensterbank, der bewurzelt und treibt.

Sorten. Pfefferminze (Mentha × piperita) mit Menthol für Tee und Küche, Marokkanische Minze (Mentha spicata var. crispa) mild und süß für den Teeglas-Tee, Grüne Minze für Tsatsiki und Lamm, Apfelminze weich und fruchtig, Schokominze und Erdbeerminze als Spielerei für Kinder, Ananasminze bunt. Wasserminze und Ackerminze sind die heimischen Wildformen für den Teichrand.

Mischkultur. Minze im Topf neben Kohl hält den Kohlweißling fern, neben Tomaten und Erbsen stört sie nicht. Im Beet hat sie keine Nachbarn, weil sie keine duldet; Kamille, Petersilie und Salat verlieren gegen sie. Ihr Platz ist der Rand, der Teich oder der Kübel.

Hausapotheke. Pfefferminztee, ein Esslöffel getrocknete Blätter auf eine Tasse, zehn Minuten gezogen, ist das traditionelle Mittel bei Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit; die europäische Arzneimittelagentur führt Pfefferminzblätter entsprechend. Ein Tropfen ätherisches Öl auf den Schläfen bei Spannungskopfschmerz ist ebenfalls anerkannt. Nicht bei Sodbrennen, das Menthol lockert den Magenschließmuskel, nicht bei Gallensteinen ohne Rat, und nie ätherisches Minzöl im Gesicht von Säuglingen und Kleinkindern, weil es einen Atemstillstand auslösen kann.

Quellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gartenakademie: Minze im Hausgarten. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Menthae piperitae folium.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: Weißkohl und RotkohlTomateErbseBrennnessel

Schlechte Nachbarn: Kamille (Echte Kamille)PetersilieSalat (Kopf- und Pflücksalat)

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Breitet sich über das ganze Beet aus

Ausläufer laufen meterweit. Eingegrabener Eimer ohne Boden, Wurzelsperre dreißig Zentimeter tief oder Kübel. Ausläufer im Herbst kontrollieren.

Minzrost (orange Pusteln unter den Blättern)

Bei Feuchte und dichtem Stand. Bodennah abschneiden, Schnitt in die Biotonne, treibt gesund nach; alle drei Jahre neu setzen.

Blätter klein und hart

Trockenheit, Sonne, Hunger. Feuchter Platz, Kompost, Halbschatten.

Blattläuse und Spinnmilben im Topf

Zu trocken und warm. Abbrausen, ins Freie, feucht halten.

Verkahlt von innen

Nach drei Jahren normal. Teilen und neu setzen, auf frischen Boden.

In der Küche

Frisch als Tee, im Wasser mit Zitrone, zu Lamm, Erbsen, Tabouleh, Tsatsiki, im Sirup und Sorbet, als Minzsoße. Getrocknet für Tee, eingefroren in Eiswürfeln. Marokkanische Minze für Tee, Pfefferminze für die Küche.

Traditionell in der Hausapotheke

Pfefferminztee wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Übelkeit getrunken; das ätherische Öl bei Kopfschmerzen auf die Schläfen. Nicht bei Sodbrennen und Gallensteinen, kein ätherisches Öl bei Säuglingen und Kleinkindern im Gesicht (Atemstillstand möglich).

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