Kraut · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Rosmarin
Jetzt erntenwinterhartmehrjährig
Salvia rosmarinus (früher Rosmarinus officinalis)
Immergrüner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum, sonnig, mager, trocken. Im Freiland nur mit Winterschutz oder als harte Sorte, sonst im Topf. Ganzjährig ernten.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Rosmarin ist ein Kind der Mittelmeerküste und bleibt es auch in Mitteleuropa: Er will Sonne, Kalk, Trockenheit und im Winter Schutz. Wer ihm das gibt, hat einen immergrünen Busch, der schon im März blüht, wenn die ersten Hummeln fliegen, und das ganze Jahr Nadeln für die Küche liefert.
Pflanzen. Ab Mitte Mai als gekaufte Jungpflanze an die Südwand, in ein Pflanzloch mit reichlich Sand und Splitt, gern erhöht. Im Topf braucht er ein großes Gefäß mit Löchern, eine Drainageschicht aus Tonscherben und magere Kräutererde, mit Sand gemischt. Kein Kompost, kein Dünger: Fetter Boden macht weiche Triebe, die im Winter erfrieren.
Pflege. Gießen nur, wenn die Erde durchgetrocknet ist, im Topf im Hochsommer etwa alle drei Tage, im Beet fast nie. Nach der Blüte im Mai wird um ein Drittel zurückgeschnitten, nie ins alte, nadellose Holz. Regelmäßige Ernte hält den Busch dicht.
Überwintern. Das ist die eigentliche Kunst. Im Freiland an geschützter Südwand überstehen harte Sorten wie Arp oder Veitshöchheim mit Vlies und Reisig milde Winter; der Tod kommt meist nicht durch Frost, sondern durch Frosttrocknis, wenn die Sonne die Nadeln erwärmt und der gefrorene Boden kein Wasser liefert. Deshalb im Winter schattieren und an frostfreien Tagen gießen. Topfpflanzen kommen ab November an einen hellen, kühlen Platz bei fünf bis zehn Grad, Treppenhaus, Garage mit Fenster, unbeheizter Wintergarten, und werden alle zwei bis drei Wochen sparsam gegossen. Ein warmes Wohnzimmer ist der sichere Tod.
Ernte. Ganzjährig einzelne Zweige, am aromatischsten kurz vor der Blüte und im Hochsommer. Trocknen geht gut, kopfüber gebündelt, die Nadeln bleiben würzig. In Öl oder Essig eingelegt, hält er sein Aroma noch besser.
Sorten. Arp und Veitshöchheim als winterharte Standardsorten für das Freiland, Blaulippe mit kräftigem Duft für Topf und Küche, hängender Rosmarin für Mauerkronen und Ampeln, aber nicht winterhart.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: SalbeiThymianLavendelWeißkohl und RotkohlMöhreBohne
Schlechte Nachbarn: BasilikumMinze (Pfefferminze)
Häufige Probleme
Erfroren oder vertrocknet im Winter
Meist Frosttrocknis: gefrorener Boden, Sonne, die Pflanze kann kein Wasser ziehen. Halbschattiger Winterplatz, Vlies, an frostfreien Tagen gießen, harte Sorten wie Arp oder Veitshöchheim.
Wurzelfäule, Pflanze wird von innen braun
Zu viel Wasser, zu dichter Boden. Nur gießen, wenn die Erde ganz trocken ist, Topf mit Loch und Drainage, im Freiland erhöht pflanzen.
Blattläuse und weiße Fliege am Überwinterungsplatz
Im warmen Zimmer häufig. Kühl bei fünf bis zehn Grad überwintern, hell, ab und zu lüften, abspritzen.
Kahl von unten, sparrig
Nie geschnitten. Jedes Frühjahr nach der Blüte um ein Drittel kürzen, nicht ins alte Holz, regelmäßig ernten.
In der Küche
Zu Kartoffeln aus dem Ofen, Lamm, Wildschwein, Focaccia, in Kräutersalz, Öl und Essig, ein Zweig im Zucker für Gebäck. Sparsam dosieren, Nadeln fein hacken oder ganze Zweige mitgaren.
Traditionell in der Hausapotheke
Rosmarin wird traditionell als anregendes Kraut verwendet, äußerlich als Badezusatz und Einreibung bei Kreislaufschwäche und Muskelverspannung, innerlich als Tee bei Verdauungsbeschwerden. In der Schwangerschaft und bei Bluthochdruck zurückhaltend dosieren. Kein Ersatz für ärztliche Behandlung.
Videos zu Rosmarin
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