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Gundermann als Bodendecker mit blauvioletten Lippenblüten.

Wildpflanze · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich

Gundermann (Gundelrebe)

Ernten: noch möglich bis ende oktoberEinsteigerwinterhartmehrjährig

Glechoma hederacea

Der kriechende Bodendecker unter Hecken und im Rasen, der im April lila blüht: junge Blätter als würziges Wildkraut in kleinen Mengen, Blüten als Deko. Für Pferde giftig, für Menschen ein Gewürz.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Gundermann ist die Pflanze, die man im Rasen bekämpft und unter der Hecke übersieht, und die im April mit ihren lila Lippenblüten die ersten Hummeln füttert. Als Wildkraut ist er ein Gewürz, kein Gemüse: ein paar fein gehackte Blätter im Quark schmecken nach Minze, Rosmarin und Wald, eine Handvoll wäre zu viel. Im Mittelalter hat er das Bier gewürzt, bevor der Hopfen kam.

Zulassen. Gundermann muss nicht gepflanzt werden; er ist in fast jedem Garten unter Hecken, am Rasenrand und an der Nordseite des Hauses. Wer ihn gezielt will, sticht ein Stück Ausläufer ab und setzt es unter die Obstbäume, wo er einen dichten, grünen Teppich bildet, der Unkraut unterdrückt und im Frühjahr blüht. Im Gemüsebeet wird er ausgezogen, weil er niedrige Kulturen wie Salat und Spinat überwuchert; im Rasen zeigt er feuchten, verdichteten Boden.

Erkennen. Nierenförmige, am Rand gekerbte Blätter, paarweise an einem vierkantigen, kriechenden Stängel, der an jedem Knoten wurzelt; beim Zerreiben ein würziger, leicht harziger Duft. Die Blüten im April und Mai sind blauviolett, lippenförmig, zu zweien oder dreien in den Blattachseln. Ohne diesen Duft ist es kein Gundermann.

Ernte. Junge Blätter und Triebspitzen von März bis Juni und noch einmal im Herbst, die Blüten im April und Mai. Frisch verwenden; getrocknet verliert er das meiste Aroma, für Tee reicht es. Nur aus dem eigenen Garten und von Flächen ohne Hundewege.

Küche. Fein gehackt und sparsam: im Kräuterquark, in der Neunkräutersuppe am Gründonnerstag mit Brennnessel, Giersch, Löwenzahn und Bärlauch, im Pesto mit milderen Kräutern, über Bratkartoffeln, im Rührei. Die Blüten als essbare Deko auf Salat und Suppe. Blätter in geschmolzene Schokolade getaucht und getrocknet sind die Wildkräuter-Praline. Nicht in großen Mengen, die Bitterstoffe und ätherischen Öle sind kräftig.

Im Garten. Unter Obstbäumen und Hecken ist Gundermann ein Bodendecker, der Feuchte hält und im April blüht, wenn Wildbienen und Hummeln Nahrung suchen. Er hat dort keine schlechten Nachbarn. Im Beet und im Rasen wird er ohne Chemie zurückgedrängt: laufend ausziehen, Boden lockern, Rasen höher mähen und den pH nach Test anheben, denn er mag saure, verdichtete Erde.

Hausapotheke und Sicherheit. Gundermann wurde in der Volksmedizin als Tee bei Husten und Verdauungsbeschwerden und äußerlich als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden genutzt; eine Monographie der europäischen Arzneimittelagentur gibt es nicht, und belegte Wirkungen fehlen. In Gewürzmengen ist er unbedenklich. Für Pferde ist Gundermann giftig, er gehört nicht ins Heu; für Menschen gilt: Gewürz, nicht Gemüse.

Quellen. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Wildkräuter sammeln – Gundermann. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG): Bodendecker und Wildkräuter unter Gehölzen.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: ObstbaeumeHecke

Schlechte Nachbarn: Salat (Kopf- und Pflücksalat)Spinat

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Überwuchert den Rasen und niedrige Beete

Zeigt feuchten, verdichteten Boden. Im Beet laufend ausziehen, im Rasen höher mähen und kalken nach Test; unter der Hecke darf er bleiben.

Verwechslung

Gundermann hat nierenförmige, gekerbte Blätter mit würzigem Duft beim Zerreiben und einen vierkantigen Stängel; die Gartenform Efeu-Gundermann ist panaschiert. Ähnliche Pflanzen ohne Duft meiden.

Zu viel gegessen

Gundermann enthält bittere ätherische Öle und Gerbstoffe; nur als Gewürz in kleinen Mengen, nicht als Salat in Massen.

Giftig für Pferde

Nicht ins Heu, nicht in die Weide.

Mehltau im Sommer

Unproblematisch, im Herbst treibt er neu.

In der Küche

Junge Blätter fein gehackt sparsam im Kräuterquark, in der Neunkräutersuppe, im Pesto, als Gewürz zu Kartoffeln und Ei; Blüten im Salat. Schmeckt würzig-bitter nach Minze und Rosmarin. Mit Schokolade überzogen ein Klassiker der Wildkräuterküche.

Traditionell in der Hausapotheke

Gundermann wurde traditionell als Tee bei Husten und Verdauungsbeschwerden und äußerlich bei schlecht heilenden Wunden genutzt; heute ohne anerkannte Monographie. In Gewürzmengen unbedenklich, nicht in großen Mengen.

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